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Mehr als 600 Menschen versammelten sich am Mittwoch in einer Moschee nahe der Stadt Dschalalabad in Süd-Kirgisistan mit dem Bestreben, eine Schlichtung zwischen usbekischen und kirgisischen Gruppen nach der Gewaltwelle, welche die Region letzten Monat durchlaufen hatte, voranzutreiben.
Kirgisische Älteste mit ihren charakteristischen weißen Mützen saßen Seite an Seite mit usbekischen Nachbarn, tranken Tee und aßen Wassermelone, während sie Hoffnungen für eine bessere Zukunft austauschten.
Die lokalen Autoritäten baten um Vergebung und versprachen, die Täter der Gewalt vor Gericht zu bringen.
Die Gemeinde Suzak erlittert mit vier verbrannten Häusern einen relativ geringen Schaden im Vergleich zu der Verwüstung in anderen Regionen. Die Dorfbewohner boten tausenden von Flüchtlingen aus Dschalalabad, die auf dem Weg nach Usbekistan vorbeizogen, ihre Hilfe an.

Abdumutallib Turgunbaev, einer der Organisatoren des Versöhnungstreffens, erklärte, die Flüchtlinge wären in Suzak sicher und erhielten Nahrungsmittel. Turgunbaev hofft, dass das Treffen der Beginn eines breiter angelegten Friedensprozesses ist. Er wünscht sich das ähnliche Treffen in anderen Regionen Kirgisistans stattfinden, bei denen die Menschen zusammenkommen, gemeinsam essen und Frieden schließen.
Wir möchten Einheit und Menschlichkeit zeigen. Wir wollen nicht, dass dies aufhört", so Turgunbaev.
Der Gouverneur von Dschalalabad, Bektur Asanov, versicherte beiden Gemeinden, dass die Behörden hart daran arbeiteten die für die Gewalt Verantwortlichen zu verfolgen und zu bestrafen.
Der Gouverneur gab zu, dass die Behörden mit verantwortlich sind, dass sie nicht in der Lage waren die Provokationen zu stoppen, die letztendlich 50 Menschen in Dschalalabad das Leben kosteten.
Gleichzeitig betonte er: "Wir hoffen, dass solch eine Tragödie nie wieder geschieht. Wir sollten aus unseren Fehlern und unserem Versagen lernen."
Ein usbekischer Teilnehmer und Rektor einer lokalen Schule sagte, das Treffen wäre eine wichtige Brücke zwischen den beiden Gruppen und, dass sich die Beziehungen dadurch verbessern würden.
Als einen möglichen Schritt Richtung Versöhnung, schlug der Schulrektor Rukhman Nisarmedin vor, die ethnische Zugehörigkeit in Personalausweisen und Pässen zu streichen.
Die Papiere sollten nur die kirgisische Staatbürgerschaft anzeigen und nicht zwischen Usbeken und Kirgisen unterscheiden.
Ein pensionierter kirgisischer Beamter nahm an dem Treffen als Vertreter des Rats eines Nachbardorfes teil. Auf dem Höhepunkt der Ausschreitungen kamen Azam Niasbayev und andere ehemalige Regierungsmitarbeiter zusammen um weitere Gewaltausbrüche zu verhindern.
Die Vertreter dieser Gruppe sind zu dem Treffen gekommen um ihre usbekischen Nachbarn zur Rückkehr zu ermutigen um wieder gemeinsam in Frieden zu leben.
Wir bitten sie inständig, zu kommen und wieder mit uns in Frieden zu leben, sagte er.
(veröffentlicht 08.07.2010)
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