Menschenrechtsverletzungen als Fluchtgrund

Menschenrechte schützen

68,5 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Nicht immer ist ein Krieg der Grund für die Flucht. Viele Menschen fliehen vor Verfolgung und lebensbedrohlichen Situationen aus ihren Ländern, wenn ihre Menschenrechte in ihrem Land verletzt werden, weil sie aus ethnischen, religiösen oder geschlechtsspezifischen Gründen diskriminiert, ausgegrenzt oder sogar verfolgt werden.

Was sind Menschenrechte?

Menschenrechten stehen jedem Menschen gleichermaßen und unabhängig von der Staatsangehörigkeit zu. Sie sind universell, unveräußerlich und unteilbar.

Die UN-Vollversammlung hat 1948 die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte, auch UN-Menschenrechtscharta genannt, verabschiedet, die in den folgenden Jahren durch verschiedene internationale Pakte vervollständigt wurde. Viele Staaten haben diese internationalen Vereinbarungen unterschrieben und sie sogar in ihre Verfassungen aufgenommen.

“Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand. Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person“, so heißt es in den ersten drei Artikeln der UN-Menschenrechtscharta.

Weitere Menschenrechte, die in der Menschenrechtscharta aufgeführt sind, z.B.:

  • das Verbot der Folter, der Sklaverei und der Diskriminierung,
  • das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person,
  • das Recht eine Familie zu gründen,
  • das Recht auf eine Staatsangehörigkeit,
  • das Recht auf Asyl,
  • das Recht auf Bildung und vieles mehr.

Was sind Menschenrechtsverletzungen?

Werden Menschen z.B. wegen ihrer Religion, ihrer ethnischen Zugehörigkeit, der politischen Gesinnung oder sexueller Neigung verfolgt, bedroht oder diskriminiert, so spricht man von Menschenrechtsverletzungen. In zehn Ländern der Welt droht z.B. Homo- und Transsexuellen die Todesstrafe. In vielen weiteren Ländern werden diese Menschen mit lange Haftstrafen bestraft.

Trotz der vielen Menschenrechtsverträge, werden die Rechte der Bürger in vielen Ländern immer wieder verletzt. Besonders oft geschieht dies in Staaten, in denen Krieg und Gewalt herrscht und in den sog. Schwellen- und Entwicklungsländern. Schwere Menschenrechtsverletzungen wurden aus dem überwiegend buddhistischen Myanmar berichtet, wo die muslimischen Rohingya seit Jahrzehnten unterdrückt werden. Die Rohingya gelten als eine der am meisten verfolgten Minderheiten der Welt. Nachdem die Übergriffe und Ausschreitungen gegen die Rohingya immer weiter zunahmen, flohen zwischen 2017 und 2018 Millionen Rohingya nach Bangladesch. Die Flüchtlinge berichten von bewaffneten Überfällen, Massenerschießungen, Folter und Vergewaltigungen.

Menschenrechtsverletzungen als Fluchtgrund?

Fehlen Gesundheitsvorsorge, ein Bildungssystem oder die Möglichkeit sich ausreichend zu ernähren, kann das Leben der Menschen schwierig sein. Kommt politische Verfolgung, Diskriminierung und Folter einzelner Gruppen wie ethnischer oder religiöser Minderheiten hinzu, sehen viele Menschen nur den Ausweg der Flucht.

Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (UN-Menschenrechtscharta)
In Artikel (14) der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist das Recht auf Asyl für Menschen verbrieft, die Verfolgung fürchten und erfahren: „(1) Jeder hat das Recht in andere Länder vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen.“

Menschen, deren Menschenrechte verletzt werden und die aus diesem Grund das Land verlassen, in dem sie leben, sind Flüchtlinge. Sie genießen auf Grundlage des internationalen Rechts besonderen Schutz durch die Mitgliedsstaaten der Vereinten Nationen.

Genfer Flüchtlingskonvention
Laut Artikel 1 der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 ist ein Flüchtling eine Person, die sich „aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung sich außerhalb des Landes befindet, dessen Staatsangehörigkeit sie besitzt, und den Schutz dieses Landes nicht in Anspruch nehmen kann oder wegen dieser Befürchtungen nicht in Anspruch nehmen will …“.

Wenn die Menschen „nur“ in andere Landesteile flüchten und keine Landesgrenze überschreiten, nennt man sie Binnenvertriebene, Vertriebene, oder auf Englisch: internally diplaced persons (IDPs).

Wie viele Menschen fliehen wegen Menschenrechtsverletzungen?

Wie große der Anteil der Flüchtlinge, die vor Menschenrechtsverletzungen fliehen, an der Gesamtzahl der Flüchtlinge ist, ist schwer zu schätzen, weil sich die Gründe für die Flucht oftmals nicht klar voneinander trennen lassen oder sich gegenseitig verstärken. Nach Angaben der Vereinten Nationen werden weltweit 900 Millionen Menschen aus den jeweiligen Gesellschaften ausgegrenzt, benachteiligt und zum Teil auch verfolgt, weil sie einer ethnischen oder religiösen Minderheit angehören.

Wie können Sie mit Ihrer Spende die Arbeit der UNO-Flüchtlingshilfe unterstützen?

UNHCR hilft,

  • wenn Flüchtlinge und Vertriebene betroffen sind,
  • unterhält Depots für Material, das im Notfall benötigt wird,
  • verteilt Hilfsgüter an Menschen in Krisenregionen und
  • kämpft für den Schutz und die Rechte von Flüchtlingen, Veriebenen und Staatenlosen.