Shamshidah aus Myanmar

Rohingya-Teenager auf der Suche nach dem Glück

Shamshidah: "Lernen macht mich glücklich."
Shamshidah: "Mich macht Lernen glücklich."

In Malaysia haben Flüchtlinge keinen legalen Status. Das nationale Bildungssystem bleibt für Flüchtlingskinder demnach verschlossen. Eines dieser Flüchtlingskinder ist Shamshidha, die auf einer informellen Schule in Malaysia versucht, alles Verpasste aufzuholen.

“Ich habe meine Schulbildung mit 14 begonnen, weil es für mich keine Schule gab", erzählt die jetzt 18-Jährige. Zusammen mit ihrer drei Jahre jüngeren Schwester Yasmin, besucht Shamshidha jeden Tag eine informelle Schule in der Malaysias Hauptstadt Kuala Lumpur.

"Mich mach Lernen glücklich."

Flüchtlingskinder, wie Shamshidah, können oftmals nicht mehr zur Schule gehen, wenn sie mit ihren Familien in anderen Ländern Schutz suchen müssen. Die Schulbildung von Flüchtlingskindern ist nicht in allen Aufnahmestaaten gleich geregelt. Weltweit gehen nur die Hälfte der Flüchtlingskinder in die Grundschule. 22 Prozent können eine weiterführende Schule besuchen und nur ein Prozent hat die Möglichkeit zu studieren.

In Malaysia, wo 150.000 Flüchtlinge registriert sind, haben Flüchtlinge keinen legalen Status. Die Kinder der muslimischen Minorität der Rohingya, die vor mehr als 10 Jahren aus Myanmar nach Malaysia geflohen sind, dürfen keine öffentlichen Schulen besuchen.

UNHCR unterstützt lokale Hilfsorganisationen und Flüchtlingsgemeinschaften, um ein paralleles Schulsystem mit 120 informellen Lernzentren aufzubauen. Doch diese erreichen momentan nur 39 Prozent der Flüchtlingskinder. Es gibt nicht genügend finanzielle Mittel, die Klassenräume sind überfüllt, viele Lehrer geben auf und Schüler brechen oft aus finanziellen oder kulturellen Gründen den Schulbesuch ab.

Shamshidah lernt jetzt Englisch, Mathe oder Naturwissenschaften in einer Klasse mit jüngeren Kindern, weil sie erst spät in die Schule kam. “Das ist mir egal,” sagt sie. “Ich hoffe nur, dass ich in die weiterführende Schule gehen kann und Informatik habe.”

Die Lernzentren, wie die Schule, in die Shamshidah in Kuala Lumpur geht, sind auf freiwillige Lehrer angewiesen. Mira ist eine von ihnen: “Kinder sind Kinder - sie brauchen keine Nationalität, sie brauchen Bildung.”

Shamshidah’s Mutter Aminah ist selbst nicht in die Schule gegangen. Sie unterstützt ihre Töchter und hofft, dass deren Schulbesuch ihnen später im Leben helfen wird. “Ich komme aus einer armen Familie und musste mir mein Essen organisieren." Sie erzählt, wie ihre Unkenntnis sie jeden Tag behindert: “Immer wenn ich ein Taxi brauche, weiß ich die Nummern nicht. Ich kann nicht lesen oder schreiben, Ich kann nichts machen. Darum will ich nicht, dass meine Kinder arbeiten, sondern dass sie lernen.” Darum ermutigt Aminah ihre Tochter:

“Ich sage ihr, nicht schüchtern zu sein. Ich will dass Du für Dich in die Schule gehst.”

“Meine Freunde gehen nicht in die Schule, einige arbeiten auf dem Markt, einige sind verheiratet und andere kümmern sich um ihre Geschwister … sie tun mir leid,” erzählt Shamshidah. "Mich mach Lernen glücklich."