Tag der humanitären Hilfe

Für Flüchtlinge im Einsatz

Am 19. August feiern wir den “Tag der humanitären Hilfe”. Ein Tag, der all den Helfern gewidmet ist, die weltweit Menschen in Not helfen. Ein Tag, an dem wir insbesondere jenen gedenken, die bei dieser Arbeit ihr Leben ließen.

Auch unsere UNHCR-Kollegen sind tagtäglich, rund um die Uhr für Flüchtlinge im Einsatz. Oftmals in Regionen, an denen nicht nur die Not, sondern auch die Gewalt am schlimmsten ist.

Doch wer sind diese Menschen, die versuchen, die Welt ein bisschen besser zu machen als sie ist? Einige davon möchten wir Ihnen heute vorstellen.

Etel Fagbohoun – Südsudan

Etel Fagbohoun UNHCR Helfer

Aufgrund des andauernden Konfliktes im Südsudan werden die Lieferungen von Nahrungsmitteln in die Flüchtlingslager immer wieder unterbrochen. Viele Flüchtlingskinder sind mangel- bis unterernährt. Etel arbeitet als Ernährungsspezialist für UNHCR und hilft das Leben von diesen Kindern zu retten.

Auf dem Foto untersucht er den vierjährigen Ranson, der mit nur einer Mahlzeit am Tag auskommen muss. “Ranson war schon mehrfach im speziellen Ernährungsprogrammen. Jetzt hat er wieder einen Rückfall. Lebensmittelkürzungen verschlimmern die Anfälligkeit von Kindern wie Ransom. Sie kämpfen um ihre Gesundheit, bleiben weiter mangelernährt und werden krank, wenn wir die pünktliche Versorgung mit Lebensmitteln nicht sicherstellen können.”

Dana Qatari - Irak

Dana Qatari UNHCR Helferin

Die Jordanierin Dana Qatari arbeitet seit zwei Jahren für UNHCR. Kürzlich wurde sie vom jordanischen Flüchtlingslager Zaatari in den Irak versetzt. Als Sozialarbeiterin bei UNHCR identifiziert sie die Bedürftigsten unter den Flüchtlingen - seien es Familien, Behinderte oder Kranke - und stellt sicher, dass sie die Unterstützung erhalten, die sie brauchen.

“Wir sind auch nur Menschen und es ist sehr schwierig, unter diesem Umständen zu arbeiten. Wir haben nicht genug Mittel, um jedem angemessen helfen zu können. Aber die Geschichten der Menschen, die ich treffe und auch der Kollegen, mit denen ich arbeite, sind oftmals sehr bewegend. Dies ist kein Spiel und es sind Menschen, die jetzt Hilfe brauchen. Ich glaube, dass die Erde für alle gemacht wurde und darum tue ich dies jeden Tag.”

Eliane Comaoré - Burkina Faso

Eliane Comaoré UNHCR Helferin

Ich heiße Eliane Comaoré und komme aus Burkina Faso. Ich arbeite für das UNHCR-Büro in Quagadougou, der Hauptstadt meines Landes.

Die Arbeit hat sich sehr verändert, seitdem ich angefangen habe. Als ich 2010 meinen Job antrat, arbeiteten in Burkina Faso nur drei Leute: mein Chef, sein Fahrer und ich.

An meinem Geburtstag, als ich im Urlaub war, bekam ich einen Anruf, der für immer mein Leben verändern sollte. Mein Chef sagte: „Eliane, bereite dich vor! Viele tausend Flüchtlinge werden kommen.“ Da bezog er sich auf den Beginn der malischen Flüchtlingskrise – auf die 100.000 malischen Flüchtlinge, die Zuflucht in Burkina Faso suchten.

Ich wurde Teil eines riesigen Nothilfeeinsatzes. Ich war eine der ersten Nothelferinnen in den vielen Camps in der Grenzregion. Am Anfang fehlte es an den grundlegendsten Dingen, sogar manchmal an Wasser. Eine Sache, die ich durch meine Arbeit bei UNHCR lernte, ist: Sei immer bereit für große Herausforderungen!

Andrew Harper – Jordanien

Andrew Harper UNHCR Helfer

Der Australier Andrew Harper arbeitet seit den 1990er Jahren mit Flüchtlingen. Sein erster Job war, während des ersten Golfkrieges, in der Türkei. Heute ist er UNHCR-Repräsentant in Jordanien und für mehr als eine halbe Millionen syrischer Flüchtlinge verantwortlich, die vor dem Bürgerkrieg in ihrem Land geflohen sind.

“Es ist unsere Aufgabe dafür zu sorgen, dass die Menschen sich sicher fühlen … Die Menschen werden in die Flüchtlingslager gebracht und dann muss man sehen, was sie alles brauchen. Das fängt mit der Unterkunft an, aber dann brauchen sie auch Decken, Lebensmittel, medizinische Versorgung, Bildung, Wasser. Im Moment schaffen wir es, ihnen das zu geben, aber es ist unglaublich schwierig, wenn immer mehr und mehr Menschen über die Grenze kommen.”

Anna Korneeva - Äthiopien

Ich heiße Anna Korneeva. Ich bin aus Norwegen, aber in Russland geboren. In Kolumbien habe ich angefangen für UNHCR zu arbeiten. Dann war ich in Genf und jetzt in Dollo Ado, Äthiopien.

Seitdem ich 15 bin, möchte ich für UNHCR arbeiten. Ich wollte einen Unterschied machen – für so viele Menschen in Not. Ich liebe meinen Job.

Jeden Tag arbeite ich auf einer persönlichen Ebene direkt mit Flüchtlingen. Es ist ein hektischer Job. Wir helfen Flüchtlingen in Camps Fuß zu fassen, ihr Leben wieder in den Griff zu bekommen und neu zu strukturieren. Es ist sehr herausfordernd und manchmal sehr emotional. Aber es lohnt sich, wenn man sieht, welchen Unterschied wir machen.

Francesca Fontanini - weltweit

Francesca Fontanini UNHCR Helferin

Mein Name ist Francesca Fontanini. Ich bin Italienerin und arbeite in der Presseabteilung für UNHCR. Das Beste an meinem Job ist die Arbeit im Feld und der enge Kontakt mit den Flüchtlingen und Vertriebenen für deren Wohl wir arbeiten.

Wenn du die wahren Geschichten erzählen willst – nicht nur Fakten und Zahlen – sondern Emotionen, musst du eine Zeit lang im Feld arbeiten. Es gibt viele Wege wie die Stimmen der Flüchtlinge gehört werden – und das ist es, was ich an meinem Job so mag.

Ich bin sehr stolz für UNHCR arbeiten zu dürfen. Von Anfang an wusste ich, dass es das richtige für mich ist, Menschen zu helfen – sogar wenn es gefährlich ist. Deshalb bin ich glücklich.

Aber ich habe auch bereits Kollegen und Freunde verloren. Die Prinzipien und Werte von UNHCR und die vielen Menschen für die wir arbeiten, helfen mir, dass ich diese Arbeit weiterhin mit so großer Freude und Genugtuung machen kann.

Rocco Nuri – Irak

Rocco Nuri UNHCR Helfer

Rocco arbeitet im Informationsteam des UNHCR im Irak. Er kümmert sich darum, dass die Flüchtlinge die notwendigen Informationen erhalten, um z.B. Unterstützung und Hilfsgüter zu bekommen.

Rocco hat schon oftmals in sogenannten ‘hot spots’ gearbeitet und weiß, dass jeder ein Flüchtling werden kann.

“Als die Proteste in Syrien begannen, war ich in Tunesien und hatte viele syrische Kollegen als Freunde. Als sich die Situation verschlechterte, habe ich miterlebt, wie die Kollegen zuerst Sorge und dann Angst um ihre Familien hatten. Plötzlich halfen diese Kollegen nicht mehr anderen sondern wurden selbst zu Flüchtlingen. Wenn ich an Syrien denke, denke ich an diese Freunde. Jeder kann Flüchtling werden. ”

Anouck Bronee - Ruanda

Anouck Bronee UNHCR Helferin

Mein Name ist Anouck Bronee. Was mich besonders bei UNHCR inspiriert, ist die Vielfältigkeit. Wo wir auch immer herkommen, was wir auch immer ‚Heimat‘ nennen, wir sind alle in einem Glauben vereint: Flüchtlinge zu schützen und Hoffnung zu geben – auf der ganzen Welt.

Warum UNHCRs Arbeit so wichtig für mich ist? Sie ist real und greifbar. Ich habe gesehen, wie innerhalb von Wochen ein Flüchtlingslager aus dem Boden gestampft wurde. Ich habe die Professionalität meiner Kollegen gesehen, als sie das Camp planten, Zelte aufbauten, Partner-NGO koordinierten, um wesentliche Aufgaben wie Wasserversorgung und Sanitäranlagen zu bewältigen. Ich habe gesehen, wie sie sich persönlich in einer menschlichen Art und Weise mit Flüchtlingen beschäftigen.

Dieses Foto hat ein Kollege gemacht, als ich mit Claude, einem 20-jährigen kongolesischen Flüchtling in Ruanda sprach. Ich konnte mit ihm mitfühlen, als er mir seine düstere Zukunft ausmalte: keine weiterführende Schulen, keine Jobs, keine Möglichkeiten sich zu entwickeln, keine Selbstverwirklichung.

Das ist ein ehrliches Foto. Ich bin meinem Kollegen dankbar, dass er es ohne mein Wissen machte. So kann ich auf meinem Gesicht lesen, worum es bei UNHCRs Arbeit geht: Um Menschlichkeit, Mitgefühl und Respekt.

Ratna Maya Lama - Nepal

Ratna Maya Lama UNHCR Helferin

Ich bin Ratna Maya Lama aus Hilly in Nepal. Ich arbeite seit 2010 für UNHCR in Damak.

Flüchtlingsfamilien zu helfen, dass sie mit ihren alltäglichen Problemen und Fragen zurechtkommen, ist natürlich immer eine Herausforderung. Gleichzeitig aber eine unglaubliche Erfahrung. Ich mag meine Arbeit.

Jeden Tag treffe ich verschiedene Menschen mit verschiedenen Geschichten und Lebensumständen. Einige haben schmerzhafte Erfahrungen gemacht. Andere haben emotionale Probleme, weil sie als Flüchtling leben müssen.

Diesen Menschen höre ich zu, berate sie, erkenne mit ihnen ihre Stärken und verweise sie gegebenenfalls auf entsprechende Hilfsdienste. Das macht mich glücklich und ich bin stolz für UNHCR zu arbeiten.

Nieves Batres – Kolumbien

Nieves Batres UNHCR Helferin

Nieves arbeitet in Altos de la Florida, Bogota für UNHCR. Sie hilft Kolumbianern, die durch die jahrzehntelange Gewalt in Kolumbien aus ihren Dörfern und Städten vertrieben wurden.

Die junge Frau arbeitet jeden Tag, um das tägliche Leben von Kindern und Familien in den Slum-Gebieten Bogotas zu verbessern.

“Es ist sehr wichtig, dass UNHCR auch Gemeinden mit Binnenvertriebenen hilft, nicht nur Flüchtlingen. Einer der Sprecher in Altos de la Florida sagte mir einmal, dass er den Traum hätte, dass alle Kinder in der Gemeinde jeden Tag drei Mahlzeiten bekämen und duschen könnten - so ein einfacher Wunsch. Ich will dafür arbeiten, dass diese normalen Dinge Wirklichkeit werden.”

Immer häufiger übernehmen Flüchtlinge selbst wichtige Aufgaben in den Hilfseinsätzen von UNHCR. Sie werden zunächst von UNHCR-Mitarbeiter geschult, dann erarbeiten und unterstützen sie die UNHCR-Hilfsprogramme mit ihren Ideen, Erfahrungen und Kenntnissen:

Irak: Vom Flüchtling zum stellvertretenden Lagerleiter

Mohammad - Syrischer Flüchtling mit Familie

Mohammad ist 30 Jahre alt. Bis der Bürgerkrieg in Syrien seine Heimatstadt erreichte und seine Welt aus den Fugen geriet, war er Englischlehrer und Übersetzer. Im November 2013 flohen Mohammad und seine Frau aus Syrien.

Im Irak nahm er jeden Job an, den er finden konnte – Handwerker, Feldarbeiter, Bote. Als das UNHCR-Team im Flüchtlingslager "Basirma" von seinen Sprachkenntnissen hörte, bekam er schnell eine Stelle im Lagermanagement. Heute ist er dort stellvertretender Lagerleiter und unentbehrlich.

“Als die Revolution begann war sie friedlich und niemand dachte, dass es so lang dauern würde – mehr als drei Jahre dauern die Kämpfe jetzt an. Wir können nicht glauben, was passiert ist. Syrien hat sich sehr verändert”, sagt Mohammad.

Äthiopien: Halina setzt sich für Mädchen ein

Halina - Flüchtlingsfrau in Äthiopien

Die 28-jährige Halina arbeitet im Flüchtlingslager Awbare in einer abgelegenen Region in Äthiopien als Gemeindehelferin. Ihr Hauptziel ist es, Mädchen und junge Frauen dazu zu bringen, in die Schule zu gehen, um eine Ausbildung zu erhalten.

“Hier haben die Familien nur wenig Geld und müssen sich daher entscheiden, wer in die Schule geht,” erklärt Halina. “Wir können den Familien nicht einfach sagen, dass Mädchen zur Schule gehen müssen. Wir müssen den Familien helfen, ihnen Anreize bieten, damit sie die Mädchen schicken. Es ist eine sehr wichtige Arbeit. ”

“In Somalia, konnte ich als Mädchen keine Ausbildung bekommen. Ich war auf meine Eltern und dann auf meinen Mann angewiesen,” erzählt Halina in perfektem Englisch. “Als mein Mann mich in Somalia allein ließ und die Kämpfe immer schlimmer wurden, musste ich allein nach Äthiopien kommen. Es war nicht einfach für mich, aber hier habe ich eine Ausbildung bekommen.”

Neben ihrer Arbeit als Gemeindehelferin, ist Halina Mitglied der Eltern-Lehrer-Vereinigung in der lokalen Grundschule. “Es ist wichtig, dass ich die jungen Frauen vertrete und ihnen so helfen kann in der Schule zu bleiben.”

Südsudan: Flüchtlinge schützen ihre Programme

Sudanesische Flüchtlinge

Als 2011 die Flüchtlinge aus dem Sudan in der abgelegenen Region Maban im Südsudan ankamen, wurden einige von ihnen von den UNHCR-Mitarbeitern im Wassermanagement, in der Leitung von Flüchtlingslagern und der medizinischen Versorgung ausgebildet. Ziel war es, die Zahl der internationalen Mitarbeiter zu reduzieren. Zu diesem Zeitpunkt konnte jedoch noch niemand ahnen, wie wichtig diese Entscheidung noch werden würde.

Ende 2013 brachen dann im Südsudan selbst Kämpfe aus. Die Region Maban, in der das größte Flüchtlingslager Südsudans lag, wurde daraufhin völlig von der Außenwelt abgeschnitten und es fehlte an Mitarbeitern.

“Die Flüchtlinge haben die Lage sofort erkannt und gehandelt. Sie stellen jetzt sicher, dass die Basisversorgung gewährleistet ist", berichtet UNHCR-Mitarbeiter Adan Ilmi.

World Humanitarian Day

Werden Sie Botschafter der Menschlichkeit

 

Das diesjährige Motto des internationalen Tags der humanitären Hilfe lautet „Die Welt braucht mehr humanitäre Helden“. Dazu wurde eine globale Online-Community ins Leben gerufen, die ihre Mitglieder aufruft, über ihre Social Media Kontakte Informationen zu den humanitären Krisen der Welt zu teilen und so mehr Aufmerksamkeit dafür zu schaffen.

 

Mehr Informationen dazu finden Sie unter: http://worldhumanitarianday.org/