Flüchtlinge in Not

Der Krisenfall

Weltweit werden Menschen immer wieder zur Flucht gezwungen. Um ihr Überleben sichern zu können, bedarf es schneller Hilfe. Doch was kennzeichnet eine Notsituation? Was passiert im Krisenfall? Und wie wird geholfen?

Kennzeichen einer Notsituation

Es gibt bestimmte Schlüsselindikatoren, die eine Notsituation kennzeichnen:

Sterblichkeitsrate

Allgemeine Sterblichkeitsrate:
Mehr als fünf Tote am Tag pro 10.000 Menschen. Zum Vergleich: Als normal gelten 0,5 Tote am Tag pro 10.000 Menschen.

Kindersterblichkeitsrate:
Vier oder mehr tote Kinder am Tag pro 10.000. Zum Vergleich: Unter normalen Umständen verstirbt täglich ein Kind von 10.000.

Gesundheit

Ein signifikanter Anstieg einer der folgenden Krankheiten:

  • Masern
  • Durchfallerkrankungen
  • Akute Atemwegserkrankungen
  • Malaria
  • Mangelernährung

Ernährung

Ein Ernährungsnotfall liegt vor, wenn mehr als 15% der Kinder unter fünf Jahren nur 80% ihres Normalgewichts erreichen. Der kritische Prozentsatz fällt auf 10%, sobald andere Faktoren wie z.B. eine Masernepidemie dazukommen.

Ein Plan für jede Krise

Im Fall einer akuten Krise zählt jede Stunde, jede Minute. Daher läuft jeder Einsatz nach einem bestimmten Muster ab - eingeteilt in drei verschiedene Phasen:

Code Gelb

UNHCR überprüft seinen Katastrophenplan oder sendet ein erstes Team in das jeweilige Land, um sich direkt vor Ort einen Überblick über den Zugang, die Sicherheitsprobleme und potentielle Lagerplätze zu verschaffen.

Code Orange

Der Katastrophenplan wird bezüglich Logistik und Beurteilung der Sicherheitslage angepasst. Ein kompletter Einsatzplan wird erstellt und entsprechende Budgets bereitgestellt.

In den UNHCR-Lagern werden die Hilfsgüter zur Versendung vorbereitet und die Mitarbeiter des Nothilfeteams informiert.

Code Red

Der Einsatzplan wird umgesetzt und die Mitarbeiter des Nothilfe-Teams an ihren Einsatzort gebracht.

Mindeststandards in der Nothilfe

  • sieben Liter sauberes Trinkwasser pro Person und Tag
  • 2.100 kcal pro Person und Tag
  • Schutz vor Wind, Regen, extremen Temperaturen und starker Sonneneinstrahlung
  • eine Latrine pro Familie (sechs bis zehn Personen)
  • ein Wasserzugang pro Gemeinschaft (80 bis 100 Personen)
  • ein Gesundheitszentrum pro Flüchtlingslager (oder 20.000 Menschen)
  • ein Krankenhaus (bis zu 200.000 Menschen)

Hilfe im Krisenfall

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