UNHCR-Bericht

Asylum Trends 2013: 28 Prozent mehr Aslyanträge in Industriestaaten

Der im März 2014 veröffentlichte UNHCR-Bericht „Asylum Trends 2013“ zeigt einen deutlichen Anstieg der Asylanträge in 44 Industrienationen. Ausgelöst wurde dieser Trend hauptsächlich durch die Krise in Syrien.

Rekordhoch seit 2001

Insgesamt haben, so der Bericht, 612.700 Personen in Nordamerika, Europa, Ostasien und der Pazifikregion um Asyl angesucht. Zuletzt waren die Zahlen 2001 auf diesem Niveau.

Die meisten Flüchtlinge stammen aus Kriegsregionen

Unter den Top-10-Herkunftsländern befinden sich insgesamt sechs Länder, in denen momentan Krieg oder Gewalt herrscht: Syrien, Afghanistan, Eritrea, Somalia, Irak und Pakistan. Während Afghanistan in den letzten beiden Jahren die Liste der Herkunftsländer angeführt hat, zeichnet sich nun ein Wechsel der internationalen Dynamik ab und Syrien sowie die Russische Föderation reihen sich vor Afghanistan ein.

„Aus diesen Zahlen geht deutlich hervor, dass die Syrien-Krise auch Länder und Regionen weitab des Nahen Ostens betrifft“, so UN-Flüchtlingskommissar António Guterres. „Umso wichtiger ist es, dass Flüchtlinge und Aufnahmegesellschaft angemessen und nachhaltig unterstützt werden.“

Die meisten Asylanträge wurden in Europa gestellt

Der größte Anstieg bei Asylanträgen nach Region wurde in den 38 europäischen Staaten verzeichnet. Insgesamt suchten in diesen Ländern rund ein Drittel mehr Menschen Asyl. In absoluten Zahlen waren das 484.600 Asylanträge.
Deutschland führt die Liste mit 109.600 Anträgen an, dahinter folgen Frankreich (60.100) und Schweden (54.300). Die Türkei, die bereits 640.889 syrische Flüchtlinge registriert hat und somit die meisten Flüchtlinge in Europa aufgenommen hat, verzeichnete zusätzlich zu den syrischen Flüchtlingen noch 44.800 Asylanträge, hauptsächlich von Irakern und Afghanen. In Italien wurden 27.800 Asylanträge entgegengenommen.

Nordamerika verzeichnete im Regionenvergleich die zweithöchsten Antragszahlen. Das Hauptherkunftsland war hier jedoch China. Von den 98.800 Asylgesuchen erhielt Kanada, das kürzlich seine Asylpolitik geändert hat, 10.400 Asylanträge, das entspricht der Hälfte von 2012 (20.500 Anträge). Die USA sind mit 88.400 Asylanträgen weit oben gereiht, im Jahr 2013 wurden nur in Deutschland mehr Asylanträge gestellt.

Aber auch in Ostasien und der Pazifikregion stieg die Anzahl der Asylanträge im Vergleich zu den Vorjahren: In Japan wurden 3.300 und in der Republik Korea 1.600 Asylanträge gestellt. In Australien lag die Anzahlen der Asylanträge bei 15.800.

Anerkennungsquoten divergieren signifikant

„Asylum Trends 2013“ erfasst lediglich die Anzahl der, in den jeweiligen Ländern gestellten, Asylanträge. Dabei gilt es zu beachten, dass die Zahlen der Asylsuchenden höher sind als jene, die als Flüchtlinge auch anerkannt werden.

Es zeichnet sich ab, dass Personen, die vor akuten Konflikten fliehen, häufiger anerkannt werden. Anerkennungsraten für Menschen aus Syrien, Eritrea, Irak, Somalia und Afghanistan bewegen sich beispielsweise im Bereich von 62 bis 95 Prozent, während Menschen aus der Russischen Föderation mit 28 Prozent und aus Serbien (und Kosovo) mit fünf Prozent weitaus seltener als Flüchtlinge anerkannt werden.

Asylum Trends 2013

Asylum Trends 2013

Weitere Zahlen, tiefer gehende Analysen und informative Schaubilder finden Sie im Bericht.

 

Den gesamten Bericht können Sie hier downloaden