Globale Trends

Weltflüchtlingszahlen 2012

Die neuen und andauernden Krisen und Konflikte in der Welt, darunter Syrien, Mali und der Sudan, haben dazu geführt, dass die Zahl der Flüchtlinge und intern Vertriebenen in 2012 wieder stark zugenommen hat. Mit 45,2 Millionen Menschen auf der Flucht ist dies die höchste Zahl seit 1994, so der neue 'Global Trends'-Report des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR).

Global Trends 2012 - aktuelle Flüchtlingszahlen

"Das sind alarmierende Zahlen. Sie spiegeln das individuelle Leid von so vielen Menschen und die Schwierigkeiten der internationalen Gemeinschaft wider, die Konflikte zu verhindern und langfristige Lösungen zu unterstützen," so UN-Flüchtlingskommissar António Guterres.

45,2 Millionen Menschen auf der Flucht

Weltweit waren im letzten Jahr insgesamt 45,2 Millionen Menschen auf der Flucht: 15,4 Millionen Flüchtlinge, 28,8 Millionen Binnenvertriebene und fast eine Million (937.000) Asylsuchende.

Vergleicht man die Zahlen der letzten zehn Jahre, so zeigt der Bericht mehrere Besorgnis erregende Trends auf:

  • Alle 4,1 Sekunden ein neuer Flüchtling

Immer öfter sind Menschen von Flucht und Vertreibung betroffen. 2012 waren es rund 7,6 Millionen Menschen. Das heißt, alle 4,1 Sekunden wird ein Mensch gezwungen, seine Heimat, sein Haus und seine Stadt zu verlassen oder: durchschnittlich 23.000 Menschen verlassen jeden Tag Haus und Hof.

  • Flüchtlinge bleiben in Nachbarstaaten

Zwischen reichen und armen Ländern ist ein immer größer werdender Unterschied zu beobachten: 81 Prozent oder 8,5 Millionen Flüchtlinge leben in Entwicklungsländern. Vor zehn Jahren waren es noch 70 Prozent. Ein Viertel der weltweiten Flüchtlinge lebt in den 49 ärmsten Ländern der Erde.

Pakistan bleibt eines der Hauptaufnahmeländer mit 1,6 Millionen Flüchtlingen, gefolgt vom Iran (868.200), Deutschland (589.700) und Kenia (565.000).

  • Fast die Hälfte der Flüchtlinge sind Kinder

46 Prozent der Flüchtlinge sind Kinder unter 18 Jahren. 2012 verzeichnete UNHCR die höchste Zahl an Asylanträgen von unbegleiteten Flüchtlingskindern. Das heißt, von Kindern, die von ihren Eltern und Angehörigen getrennt wurden und allein auf der Flucht waren. Die meisten von ihnen kamen aus Afghanistan und Somalia.

Hauptherkunftsländer: Afghanistan, Irak, Somalia

Die meisten Flüchtlinge kommen weiterhin aus Afghanistan (2,6 Millionen Menschen), gefolgt vom Irak (1,1 Millionen Flüchtlinge), Somalia (746.000 Flüchtlinge) und Syrien (728.500 Flüchtlinge).

Von den 45,2 Millionen Menschen, die Ende 2012 von Flucht und Vertreibung betroffen waren, fallen nicht alle unter das UNHCR-Mandat. Rund 4,9 Millionen Flüchtlinge sind bei UNRWA, der UN-Hilfsorganisation für palästinensische Flüchtlinge, registriert.

Von den 28,8 Millionen Binnenvertriebenen unterstützt UNHCR rund 17,7 Millionen Menschen. Der Anstieg dieser Zahl ist vor allem auf die Konflikte in der Demokratischen Republik Kongo und in Syrien zurückzuführen.

Rückkehr, Weiterwanderung und Staatenlosigkeit

2,7 Millionen Menschen konnten im Jahr 2012 in ihre Heimat zurückkehren. Darunter sind 526.000 Flüchtlinge und 2,1 Millionen Binnenvertriebene. 75.200 Flüchtlinge fanden 2012 eine langfristige Zuflucht in Drittstaaten.

Die Zahl der Staatenlosen, das heißt Menschen, die keine Staatsbürgerschaft besitzen und deren damit verbundenen grundlegenden Menschenrechte häufig gefährdet sind, wächst stetig. Das ist unter anderem auch darauf zurückzuführen, dass die UNHCR-Büros weltweit bemüht sind, Staatenlosigkeit zu identifizieren und zu dokumentieren. Nur eine Handvoll Staaten haben selbst entsprechende Verfahren. So liegen nur von 72 Staaten entsprechende Daten vor, die die Zahl der Staatenlosen für 2012 auf 3,34 Millionen festschreibt. Die weltweite Zahl wird hingegen auf über 10 Millionen geschätzt.

Den kompletten Global Trends Report 2012 gibt es hier zum Download.