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UNHCR-Helferin mit Kind auf dem Arm

Flüchtlinge in Europa

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Weltweite Fluchtsituation stellt Europa vor große Herausforderungen

Fast 80 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Die größte Not von Familie und Kindern, die täglich ihrem Zuhause entrissen werden, spielt sich jedoch nicht in Europa ab. Die meisten Menschen, die zur Flucht gezwungen werden, bleiben als Vertriebene in ihren Ländern oder flüchten in die Nachbarländer.

Die Zahl der Menschen, die sich auf die gefährliche Flucht nach Europa begeben, nimmt ab. Trotzdem stehen die Europäische Union und Europa vor großen Herausforderungen. Die Flucht ist gefährlicher geworden. Such- und Rettungsaktionen auf dem Mittelmeer nehmen ab und die Gewalt und die Gefahr von Push-Backs an Landesgrenzen bleibt bestehen.

Am Ende des Jahres 2019 befanden sich 6,54 Millionen Flüchtlinge in Europa. Zählt man alle Menschen auf der Flucht in Europa, sind es 12 Millionen Betroffene, die unsere Unterstützung benötigen. Statistiken zufolge sind 41 Prozent aller Flüchtlinge und Asylsuchenden unter 18 Jahre alt.

Immer noch erreichen die meisten Menschen EU über den Seeweg. Informationen dazu finden Sie hier:

Flucht Über das Mittelmeer

Die einfache Wahrheit ist doch:
Die Flüchtlinge würden sich nicht in Lebensgefahr begeben,
wenn sie in ihrer Heimat in Sicherheit wären.

Melissa Fleming, langjährige UNHCR-Sprecherin

Kinder und Jugendliche besonders gefährdet

Unbegleitete Kinder und Jugendliche sind bei ihrer Flucht besonders gefährdet. Im Jahr 2019 waren 27 Prozent der Flüchtlinge, die in Europa ankamen Kinder. 8500 dieser Kinder waren unbegleitet und ohne Angehörige auf der Flucht. Diese Kinder sind verstärkt Risiken wie Schleusern, Menschenhändlern und sexueller Ausbeutung ausgesetzt. Seitdem einige EU-Mitgliedsstaaten ihre Grenzen stärker kontrollieren, haben sich auch diese Gefahren verschärft.

Flüchtlingsschutz während der Corona-Pandemie

Das Virus kann nur bekämpft werden, wenn alle Menschen gleichermaßen geschützt sind. Besonders Flüchtlinge leben auf der Flucht und in vielen Lagern unter Bedingungen, die das Risiko einer Ansteckung stark erhöhen und ihnen kaum eine Möglichkeit bieten, sich vor der Krankheit selber zu schützen.

Corona-Pandemie: Flüchtlinge besonders gefährdet

Trotz den großen Einschränkungen und den Sicherheitsvorkehrungen in den Ländern Europas, aufgrund der Covid-19-Pandemie, ist es möglich, Flüchtlinge aufzunehmen. Die Länder verfügen bereits über die Asylverfahren und die Mittel, beispielsweise über Gesundheitskontrollen und bestimmten Quarantäneregeln, um Flüchtlingen den Zugang in die Länder und somit zu einem fairen Asylverfahren zu ermöglichen.

Die Pandemie stellt für alle eine große Herausforderung dar, sie darf aber nicht dazu führen, dass der Flüchtlingsschutz vernachlässigt wird.

Der UNHCR fordert die EU auf, ein nachhaltiges und langfristiges Asylsystem aufzubauen, um bestimmen zu können, wer Anspruch auf internationalen Schutz hat und diesen schnellstmöglich zu gewähren. Dazu bedarf es einer solidarischen Zusammenarbeit zwischen den europäischen Ländern - besonders mit den Ländern, in denen die meisten Asylanträge gestellt werden.

Das Virus kennt keine Grenzen und betrifft uns alle.
Bestimmte Bevölkerungsgruppen, einschließlich der Vertriebenen,
sind jedoch einem erhöhten Risiko ausgesetzt.
Durch politische und finanzielle Unterstützung kann die EU dazu beitragen,
eine globale Krise zu bewältigen und Flüchtlinge besser zu schützen.

Gonzalo Vargas Llosa, UNHCR-Beauftragter für EU-Angelegenheiten.

 

Was heißt das eigentlich?

Einige Begriffe kommen in der Diskussion um Flüchtlinge in Europa
und an den europäischen Außengrenzen immer wieder vor.

Wir erklären kurz, was sie bedeuten:

Flüchtlingszahlen begrenzen

In der „Dublin-III-Verordnung“ regelt die Europäische Union, welches Land für die Bearbeitung eines Asylantrages zuständig ist. Dadurch soll sichergestellt werden, dass jeder Antrag auf internationalen Schutz im Gebiet der "Dublin-Staaten" (darunter fallen neben den EU-Ländern auch die Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island) nur einmal bearbeitet wird. Die Zuständigkeit wird anhand von festgelegten Kriterien bestimmt, die bestimmten Reihenfolge unterliegen. Zunächst wird geprüft, ob ein bestimmter Staat aufgrund einer Familienzusammenführung für das Verfahren zuständig ist. Ist dies ausgeschlossen, muss die Person in dem Land Asyl beantragen, wo sie zuerst EU-Boden betreten hat.  EU-Mitgliedstaaten wie Italien oder Griechenland werden durch die Herausforderungen der Migration stärker belastet, als andere EU-Staaten.

Push Back / Refoulement

Immer wieder berichten Flüchtlinge und Migrant*innen, dass sie an den Grenzen der EU-Staaten gewaltsam zurückgetrieben werden und keine Möglichkeit bekommen, einen Asylantrag zu stellen. Das wird als „Push-Back“ bezeichnet und ist in der EU illegal.

"Refoulement" nennt man die Rückführung von Personen in Staaten, in denen ihnen Folter oder andere schwere Menschenrechtsverletzungen drohen. Dies widerspricht dem völkerrechtlichen Grundsatz der Nichtzurückweisung von Schutzbedürftigen.

Der UNHCR hat wiederholt seine Besorgnis gegenüber verschiedenen Staaten über die Anschuldigungen von Push-backs geäußert. Diese geschahen hauptsächlich entlang der Balkanroute, zum Beispiel von der Grenze zu Kroatien, Ungarn, Bosnien-Herzegovina und der Grenze zu Griechenland. Es wird auch befürchtet, dass es mehrere Vorfälle sogenannter "refoulements" gab, bei denen Asylbewerber*innen, die internationalen Schutz suchen, angeblich zurückgeführt wurden.

EU-Türkei-Abkommen

Im Jahr 2016 haben die EU-Länder ein Flüchtlingsabkommen mit der Türkei geschlossen. Dieses soll verhindern, dass Flüchtlinge über den Seeweg nach Europa kommen. So sollen vor allem die überfüllten Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln entlastet werden. Das Abkommen sieht vor, dass die Türkei ihre Grenzen stärker überwacht und Schutzsuchende, die in Griechenland kein Asyl bekommen, zurücknimmt. Als Gegenleistung nimmt die EU für jeden zurückgeschickten Flüchtling einen anderen syrischen Flüchtling aus der Türkei auf. Zudem unterstützen die EU-Staaten die Türkei mit sechs Milliarden Euro.

Nach Inkrafttreten des Abkommens ist die Zahl der ankommenden Flüchtlinge auf den griechischen Inseln von über einer Million im Jahr davor auf jeweils rund 30.000 in den folgenden Jahren gesunken.

Ende Februar/Anfang März 2020 öffnete die türkische Regierung erneut ihre Grenze für Flüchtlinge und Migrant*innen nach Bulgarien und Griechenland. Vorausgegangen war eine Eskalation des syrischen Bürgerkrieges im Frühjahr 2020.

Flüchtlingszahlen begrenzen

In der „Dublin-III-Verordnung“ regelt die Europäische Union, welches Land für die Bearbeitung eines Asylantrages zuständig ist. Dadurch soll sichergestellt werden, dass jeder Antrag auf internationalen Schutz im Gebiet der "Dublin-Staaten" (darunter fallen neben den EU-Ländern auch die Schweiz, Norwegen, Liechtenstein und Island) nur einmal bearbeitet wird. Die Zuständigkeit wird anhand von festgelegten Kriterien bestimmt, die bestimmten Reihenfolge unterliegen. Zunächst wird geprüft, ob ein bestimmter Staat aufgrund einer Familienzusammenführung für das Verfahren zuständig ist. Ist dies ausgeschlossen, muss die Person in dem Land Asyl beantragen, wo sie zuerst EU-Boden betreten hat.  EU-Mitgliedstaaten wie Italien oder Griechenland werden durch die Herausforderungen der Migration stärker belastet, als andere EU-Staaten.

Push Back / Refoulement

Immer wieder berichten Flüchtlinge und Migrant*innen, dass sie an den Grenzen der EU-Staaten gewaltsam zurückgetrieben werden und keine Möglichkeit bekommen, einen Asylantrag zu stellen. Das wird als „Push-Back“ bezeichnet und ist in der EU illegal.

"Refoulement" nennt man die Rückführung von Personen in Staaten, in denen ihnen Folter oder andere schwere Menschenrechtsverletzungen drohen. Dies widerspricht dem völkerrechtlichen Grundsatz der Nichtzurückweisung von Schutzbedürftigen.

Der UNHCR hat wiederholt seine Besorgnis gegenüber verschiedenen Staaten über die Anschuldigungen von Push-backs geäußert. Diese geschahen hauptsächlich entlang der Balkanroute, zum Beispiel von der Grenze zu Kroatien, Ungarn, Bosnien-Herzegovina und der Grenze zu Griechenland. Es wird auch befürchtet, dass es mehrere Vorfälle sogenannter "refoulements" gab, bei denen Asylbewerber*innen, die internationalen Schutz suchen, angeblich zurückgeführt wurden.

EU-Türkei-Abkommen

Im Jahr 2016 haben die EU-Länder ein Flüchtlingsabkommen mit der Türkei geschlossen. Dieses soll verhindern, dass Flüchtlinge über den Seeweg nach Europa kommen. So sollen vor allem die überfüllten Flüchtlingslager auf den griechischen Inseln entlastet werden. Das Abkommen sieht vor, dass die Türkei ihre Grenzen stärker überwacht und Schutzsuchende, die in Griechenland kein Asyl bekommen, zurücknimmt. Als Gegenleistung nimmt die EU für jeden zurückgeschickten Flüchtling einen anderen syrischen Flüchtling aus der Türkei auf. Zudem unterstützen die EU-Staaten die Türkei mit sechs Milliarden Euro.

Nach Inkrafttreten des Abkommens ist die Zahl der ankommenden Flüchtlinge auf den griechischen Inseln von über einer Million im Jahr davor auf jeweils rund 30.000 in den folgenden Jahren gesunken.

Ende Februar/Anfang März 2020 öffnete die türkische Regierung erneut ihre Grenze für Flüchtlinge und Migrant*innen nach Bulgarien und Griechenland. Vorausgegangen war eine Eskalation des syrischen Bürgerkrieges im Frühjahr 2020.

Wie hilft der UNHCR in Europa?

Der UNHCR setzt sich weiter für die Flüchtlinge in Griechenland, der Türkei oder der Ukraine ein. Es wird eine stärkere Zusammenarbeit zwischen den EU-Staaten gefordert, um Schutz, eine schnelle Familienzusammenführung und effiziente Neuansiedlung zu gewährleisten.

Schwerpunkte der Arbeit in Europa sind:

  • Schaffung von legalen Fluchtwegen
  • Begleitung, Überwachung und Informationsarbeit bei Asylverfahren
  • Einsatz für verbesserte Aufnahmebedingungen für Flüchtlinge
  • Besonderes Engagement für Kindesschutz und Opfer von sexueller und genderbasierter Gewalt
  • Langfristige Lösungen für Schutzsuchende in Europa

 

Unsere Hilfe in Europa:

"Es sollten keine Mühen gescheut oder gar verhindert werden, dass Menschen aus Seenot gerettet werden. Die Tragödie im Mittelmeer darf sich nicht fortsetzen“, sagt der Hohe Kommissar für Flüchtlinge.

Mittelmeer

Mehr als 1,5 Millionen Menschen sind in der Ukraine innerhalb ihres Heimatlandes vertrieben. Tausende Familien brauchen aufgrund des andauernden Konflikts Schutz und humanitäre Hilfe.

Ukraine

Um Flüchtlingen das Leben in Deutschland zu erleichtern, fördert die UNO-Flüchtlingshilfe eine Vielzahl an Einrichtungen in ganz Deutschland. Hier finden sie einige Beispielprojekte.

Deutschland

UNHCR Frau mit Kind im Arm, Grichenland, Mittelmeer RF237115_1920x1080.jpg