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Griechenland

Flüchtlinge in Griechenland

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Volle Flüchtlingscamps und ein überlastetes Aufnahmesystem

Seit Beginn des Konfliktes in Syrien im Jahr 2011 sieht sich Griechenland mit einem vermehrten Flüchtlingszustrom konfrontiert. 

2019 kamen 74.600 Flüchtlinge und Migrant*innen in Griechenland an -  50 Prozent mehr als im Vorjahr. Es sind hauptsächlich Familien mit Kindern aus Afghanistan und Syrien. 59.700 Menschen kamen über den Seeweg auf den Ägäais-Inseln Lesbos, Kamos, Chios, Leros und Kos an. 14.900 erreichten Griechenland über den Landweg.

Das griechische Asylsystem ist stark überlastet. Derzeit gibt es fast 90.000 noch nicht bearbeitete Fälle. Die Regierung muss Asylverfahren beschleunigen, denn manchmal dauert die Bearbeitung mehrere Jahre. Gleichzeitig müssen Asylstandards und Schutzmaßnahmen beibehalten werden. Die Mehrheit der Asylbewerber in Griechenland hat Flüchtlingsmerkmale und ist wahrscheinlich auf internationalen Schutz angewiesen.

+++ 03.03.2020: Nach der Grenzöffnung der Türkei spitzt sich die Lage in Griechenland dramatisch zu. Auf dem griechischen Festland kommt es seit Tagen an der Grenze zur Türkei zu Gewaltausbrüchen, die das Leben der Flüchtlinge bedrohen. Zudem hat Griechenland das Asylsystem für einen Monat außer Kraft gesetzt. Dies widerspricht sowohl der Genfer Flüchtlingskonvention als auch geltendem EU-Recht und UNHCR appelliert an die griechische Regierung, gewalttätige Push-backs (Zurückweisungen) zu unterlassen und das Recht auf Asyl anzuerkennen und einzuhalten. +++

 

Die Verhältnisse in den völlig überfüllten Aufnahmezentren auf den griechischen Inseln sind besorgniserregend. Mehr als 36.000 Menschen wohnen derzeit in Aufnahmezentren, die ursprünglich für 5.400 Menschen konzipiert waren.

Tausende Menschen müssen in Zelten leben, ohne ausreichenden Zugang zu sanitären Einrichtungen. Oftmals haben sie keinen Zugang zu wichtigen Informationen über das Asylverfahren und laufen in Gefahr, in unsichere Gegenden abgeschoben zu werden. Die Situation ist sehr belastend für Geflüchtete, Helfer*innen und Einheimische. Immer wieder gibt es in den Lagern Proteste von Menschen, die sich gegen die dortigen Bedingungen wehren möchten.

Schaut, unter welchen Umständen wir hier leben. Insekten kommen ins Zelt. Wenn es regnet, werden wir nass, überall ist Schlamm und wir haben keine Privatsphäre. Ist das menschlich?

Ibrahim floh mit Kindern und Enkeln aus Syrien, als ihr Haus von Bomben zerstört wurde. Doch auch in Griechenland hören seine Sorgen nicht auf.

Fast 2.000 Kinder, die allein, ohne Eltern oder Verwandte nach Griechenland geflüchtet sind, befinden sich in den überfüllten Aufnahmezentren auf den griechischen Inseln. Insgesamt ist die Zahl der unbegleiteten Flüchtlingskinder auf über 5.300 in Griechenland gestiegen. Weniger als ein Viertel von ihnen leben in Unterkünften, die ihrem Alter entsprechen.

+++ AKTUELL: Der UNHCR hat Deutschland aufgerufen, die angekündigte Aufnahme von Kindern und Jugendlichen aus den völlig überfüllten Camps in Griechenland schnell umzusetzen. +++

Um die Situation jetzt nachhaltig zu entschärfen, müssten Zehntausende Menschen von den Inseln ​auf das griechische Festland geholt ​und Überbelegung künftig konsequent ausgeschlossen werden.

Allein auf Lesbos leben 20.000 Menschen in Einrichtungen, die nur für 3.000 Menschen gemacht wurden. Mindestens 17.000 von ihnen auf ​das Festland zu bringen und menschenwürdig unterzubringen, ist menschenrechtlich, humanitär und aus Sicht der öffentlichen Gesundheit zwingend erforderlich.

Die Bedingungen auf den Inseln sind erschreckend und beschämend zugleich. Griechenland muss, mit europäischer Unterstützung, jetzt handeln, um die unhaltbare Situation zu verbessern. Gleichzeitig müssen langfristige Maßnahmen umgesetzt werden.

Der Hohe Flüchtlingskommissar des UN-Flüchtlingshilfswerks (UNHCR), Filippo Grandi

Was macht der UNHCR vor Ort?

Der UNHCR…

  • …unterstützt die griechische Regierung, NGO´s und andere Organisationen, um die Betreuung der Asylbewerber*innen zu verbessern.
  • …leitet das von der EU gegründete „Emergency Support to Integration and Accommodation Programme (ESTIA)“. Dadurch können anerkannte Flüchtlinge und Asylsuchende in Städten untergebracht werden und erhalten durch das  „Cash Assistance Programme“ finanzielle Hilfe.
  • …stellt sicher, dass die Grundbedürfnisse Schutzsuchender erfüllt werden können und dass Menschen mit besonderen Bedürfnissen entsprechend betreut werden. So wird je nach Bedarf Rechtshilfe oder psychosoziale Unterstützung zur Verfügung gestellt. Auch über die Zuordnung der Unterkunft kann auf besondere Bedürfnisse reagiert werden. Eine Unterbringung in der Stadt erleichtert zum Beispiel den Zugang zu Schulen und medizinischer Hilfe.
  • …informiert und berät Asylbewerber*innen und bereitet sie auf das Asylverfahren vor.
  • …fördert Bildungszentren, in denen die Kinder umfangreich betreut werden. Ziel ist, dass alle Flüchtlingskinder regelmäßig zur Schule gehen können.
  • .…fordert die griechischen Behörden dazu auf, Asylbewerber*innen aus den gefährlich überfüllten Lagern auf den griechischen Inseln auf das Festland zu bringen.

 

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