Nothilfe Irak

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Millionen Menschen auf Hilfe angewiesen

Andauernde Kämpfe zwischen der Armee und bewaffneten IS-Gruppen haben immer mehr Menschen im Irak zur Flucht gezwungen und somit die humanitäre Krise im Land vertieft. Massenhinrichtungen, systematische Vergewaltigungen und andere schreckliche Gewalttaten sind weit verbreitet. Menschenrechtsverletzungen sind an der Tagesordnung. Im Januar 2020 benötigten über 6,3 Millionen Menschen im Irak Unterstützung des UNHCR.

    • 1,4 Millionen Iraker*innen sind im eigenen Land auf der Flucht.
    • Im Irak leben 288.805 Flüchtlinge.
      Die meisten von ihnen (247.247) kommen aus Syrien. Der Rest kommt hauptsächlich aus der Türkei, dem Iran, Palästina und Sudan. Zuletzt stieg die Zahl der syrischen Flüchltinge im Irak nach der erneuten Eskalation des Konfliktes in Syrien am 09. Oktober 2019 signifikant an. Die meisten von ihnen werden im Flüchtlingslager Bardarash versorgt.
    • Im Irak leben 4,7 Millionen zurückgekehrte Flüchtlinge. Oft sind nach der Rückkehr ihre gesamten Lebensgrundlagen zerstört. Sie haben keine Wohnung, keine Arbeit und nur begrenzten Zugang zu grundlegender Versorgung.
    • Über 257.000 irakische Flüchtlinge und Asylsuchende leben in den Nachbarländern.

    Stand: Juni 2020

    Die meisten Vertriebenen suchen Schutz rund um die Hauptstadt Bagdad sowie im kurdischen Teil des Landes.

    Viele Flüchtlinge und Vertriebene sind in Flüchtlingscamps untergekommen. Der Großteil von ihnen lebt jedoch in informellen Unterkünften, leerstehenden Häusern und Bauruinen.

    1,5 Mio Flüchtlinge und Binnenvertriebene leben in kurdischer Region

    In der autonomen kurdischen Region im Norden des Landes leben besonders viele Hilfsbedürftige. Es sind irakische Binnenvertriebene und syrische Flüchtlinge. Die Ressourcen in den Städten und Gemeinden sind knapp und dennoch werden die flüchtenden Menschen so gut es geht versorgt.

    Da waren Scharfschützen und Bomben. Wir hatten immer Hunger. Es gab kein Wasser, kein Strom. Sie zerstörten alle unsere Häuser. Meinen Bruder nahmen sie mit – er ist nicht zurückgekehrt.

    Zeina (30) floh mit ihrem Mann und den Kindern 2017 aus Mossul.

     

    Was macht der UNHCR vor Ort?

    Der UNHCR unterstützt die Regierung vor Ort bei der Registrierung und anschließenden Unterbringung der Schutzsuchenden. Im Jahr 2019 erhielten 115.889 Personen Hilfsgüterpakete, um sicherzustellen, dass die Menschen zunächst eine grundlegende Versorgung erhalten.

    Weitere Unterkünfte für Flüchtlinge und Binnenvertriebene werden benötigt.

    In den Flüchtlingscamps arbeitet der UNHCR daran, angemessene Unterkünfte sicher zu stellen, und die Menschen mit Lebensmitteln und Wasser zu versorgen. Zudem ist es wichtig, dass Bildungs- und Gesundheitseinrichtungen mit ausreichenden Kapazitäten vorhanden sind.

    Besonders geschützt werden Kinder und Menschen, die besonders durch sexuelle und geschlechtsspezifische Gewalt gefährdet sind.

    Der UNHCR stellt psychosoziale Hilfe und Rechtsberatung zur Verfügung.

    Zudem kümmert sich der UNHCR darum, dass besonders gefährdete Flüchtlinge über das „Resettlement-Program“ in einem Drittstaat angesiedelt werden, oder Bargeldhilfen im Rahmen des „Cash Assistance Program“ des UNHCR zur Verfügung gestellt bekommen. Im Jahr 2019 konnten 83.963 Familien durch Bargeldhilfen ein selbstbestimmteres Leben führen.

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    Unterfinanzierung der Hilfsmaßnahmen

    Die UNHCR-Maßnahmen sind im Irak 2020 stark unterfinanziert. Insgesamt werden 475,7 Millionen US-Dollar benötigt, von denen bisher nur 158,9 Millionen gedeckt sind. Somit fehlen 316,8 Millionen US-Dollar um lebenswichtige Projekte zu finanzieren und umzusetzen. Schon jetzt mussten im Irak und in Nachbarländern verschiedene Projekte gestoppt werden oder das Budget wurde verringert. Unter anderem auch bei Programmen in den Bereichen Gesundheit und Bildung.

    So bekommen irakischen Flüchtlinge und Asylsuchende noch in Notfällen medizinische Hilfe. Ab Oktober 2020, ist es für den UNHCR außerdem nicht mehr möglich Patienten bei den monatlichen Ausgaben für Medikamente finanziell zu unterstützen. Insbesondere während der Corona-Pandemie kann dies für viele Menschen lebensbedrohlich sein.

    Weitere Maßnahmen, die gekürzt werden könnten, sind unter anderem die rechtliche Beratung für Binnenvertriebene im Irak, die Bargeldhilfe für Flüchtlinge in Ägypten und im Irak sowie das Winter-Hilfsprogramm in Ägypten, im Irak, in Jordanien, im Libanon und in Syrien.

    Informationen zur Unterfinanzierung

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    Mutteer mit Kind im Arm und Junge der neben ihr steht RF243091_1920x1080.jpg