Helfen, wo es am Nötigsten ist

Weltweit sind Flüchtlinge dringend auf unsere Hilfe angewiesen. Bitte helfen Sie mit Ihrer regelmäßigen Spende!

Starten Sie Ihre eigene Spendenaktion

Gemeinsam ist man stärker. Das gilt auch beim Spenden. Engagieren Sie sich aktiv für Flüchtlinge und starten Sie Ihre eigene Spendenaktion!

Aktion starten
Flüchtlinge auf Schiff

Flüchtlinge in Italien

Teilen

Italien steht weiterhin vor großen Herausforderungen

Die Zahl der Ankünfte von Flüchtlingen und Migrant*innen an den italienischen Küsten sind im Vergleich zu den Vorjahren gesunken. Ebenso sank die Zahl der Asylanträge (von 126.560 in 2017 auf 44.124 in 2019). Dennoch gehört Italien zu den Ländern, die weltweit mit die meisten Asylanträge erhalten (2018 lag Italien im internationalen Vergleich auf Platz 10). Damit ist und bleibt das Asylsystem in Italien stark belastet.

Das Asylrecht wurde verschärft

Um die Zuwanderung zu reduzieren und die Sicherheit im Land zu verbessern wurde 2018 - während der Amtszeit des rechtspopulistischen Innenministers Matteo Salvini - das Asylrecht Italiens deutlich verschärft. Zu den Änderungen zählen zum Beispiel:

  • Der Schutz aus humanitären Gründen – bisher die Kategorie, in der die meisten Flüchtlinge eine Aufenthaltsbewilligung für Italien erhielten – wurde komplett abgeschafft.
  • Opfern von Menschenhandel, häuslicher Gewalt und Umweltkatastrophen sowie Personen, die medizinischer Hilfe bedürfen, kann seitdem unter Umständen zwar weiterhin eine spezielle Form von Schutz gewährt werden. Die Handhabung wird aber willkürlicher.
  • Zudem können Migrant*innen nun statt bisher 90 Tage, bis zu 180 Tage in Abschiebehaft gehalten werden.
  • Die Zahl der Abschiebezentren soll erhöht, die der Aufnahmezentren hingegen reduziert werden.


Die abnehmenden Ankunftszahlen in Italien hängen aber auch mit der Entscheidung Italiens zusammen, NGOs und Handelsschiffe, die Flüchtlinge und Migrant*innen vor der Küste Libyens gerettet hatten, den Zugang zu italienischen Häfen zu verwehren. Diese Entscheidung führte dazu, dass Flüchtlinge und Migrant*innen immer wieder lange Zeit auf den Schiffen ausharren mussten, zum Teil ohne ausreichend Lebensmittel und Wasser, bevor sie an Land gehen konnten. Noch immer gibt es zur Aufnahme von Geretteten innerhalb der EU politische Kontroversen. Nach dem Ausbruch der Corona-Pandemie wird auch dies als Argument genommen, Schiffbrüchige von den Rettungsschiffen nicht an Land gehen zu lassen.

Asylantragszahlen in Italien im Jahresvergleich

Kinder und Jugendliche besonders schutzbedürftig

Der UNHCR fordert ausreichende Schutzmaßnahmen für alle Schutzsuchenden, mit einem speziellen Blick auf die Verletzlichsten unter ihnen - wie zum Beispiel unbegleitete Kinder und Jugendliche.

70
Tausend

unbegleitete Minderjährige seit 2014 in Italien angekommen.

94
Prozent

von ihnen leben isoliert in Aufnahmezentren.

Überfüllte Aufnahmezentren auf Lampedusa

Ein großer Teil der Flüchtlinge und Migrant*innen, die in Italien ankommen, gehen in Lampedusa an Land. Das führt dazu, dass die Aufnahmeeinrichtungen auf der Insel zeitweise stark überfüllt sind. Im Oktober 2019 waren dort beispielsweise über 400 Personen untergebracht, wobei die Kapazitäten für 96 Menschen vorgesehen ist. Zusätzlich häufen sich Bedenken bezüglich der Angemessenheit der Aufnahmebedingungen. Teilweise werden Gruppen an das italienische Festland gebracht, damit ein ordentliches Identifikationsverfahren garantiert werden kann und Lampedusa entlastet wird.
 

Sie haben meine Tochter immer weiter gesucht, aber sie blieb verschwunden.

Hope* (36) ist Kindergärtnerin und kommt aus Nigeria. Sie trauert um zwei ihrer Töchter, die auf der Flucht über das Mittelmeer ertranken als das Schlauchboot kenterte. Hope wohnt jetzt mit einer Tochter auf Sizilien.

 

Was macht der UNHCR vor Ort?

Um dem Mandat, welches der UNHCR von der UN-Vollversammlung erhalten hat, gerecht zu werden, arbeitet das Flüchtlingshilfswerk mit der italienischen Regierung, anderen Organisationen und den Flüchtlingen selber zusammen. Flüchtlingen, Asylsuchenden und Staatenlosen soll der Zugang zu all ihren Rechten gewährt werden.

UNHCR Mitarbeiter*innen sind an Ausschiffungsstellen und Aufnahmezentren präsent, sowohl an der Küste, als auch an der Grenze zu anderen EU-Staaten. Dort stellen sie den Ankommenden Informationen zum Asyl oder anderen relevanten Vorgängen zur Verfügung. Zudem werden die italienischen Behörden bei der Identifizierung von Personen mit besonderen Bedürfnissen unterstützt, damit diese entsprechend geschützt werden können.

Außerdem sammeln die Mitarbeiter*innen Erfahrungsberichte der Bootsflüchtlinge. Viele von ihnen berichten von Folter und Misshandlungen in libyschen Internierungslagern. Wenn der UNHCR Informationen über unangemessene Bedingungen in den Aufnahmezentren erhält, zum Beispiel bezüglich schlechter Hygienezustände oder dem Risiko sexueller und geschlechtlicher Gewalt, werden diese Informationen an die örtlichen Behörden weitergegeben. Der UNHCR unterstützt zudem Menschen, die in andere europäische Staaten übergesiedelt werden.

Um Ihr Erlebnis auf unserer Webseite zu verbessern, aber auch für Analysen und zu Werbezwecken, verwenden wir Cookies. Nähere Informationen dazu finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Dort können Sie auch der Verwendung von Cookies widersprechen.

Impressum   Datenschutzerklärung