Bildung in Kenia

Kenia

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Eine halbe Million Flüchtlinge in Kenia

Die politische Situation in Kenia ist weitgehend stabil, obschon seit 2013 mehrere Terroranschläge, für die sich die in Somalia ansässige Gruppe Al Shabaab verantwortlich erklärte, die Sicherheitslage verschlechterten. Diese Anschläge wurden angeblich auch mit der Unterstützung somalischer Flüchtlinge verübt. Dadurch sank die öffentliche Akzeptanz von Flüchtlingen im Land, was ihre Situation deutlich verschlechtert.

Kenia gehört zu den afrikanischen Ländern, die viele Flüchtlinge aufgenommen haben. Das Asylsystem des Landes ist dementsprechend stark strapaziert. Viele Geflüchtete halten sich zudem ohne Registrierung und ohne sicheren Status im Land auf. Weil die Freiheit vieler Schutzsuchenden stark eingeschränkt wird, indem sie beispielsweise die Flüchtlingslager nicht verlassen dürfen, wird die sozioökonomische Integration der Geflüchteten in Kenia erschwert.

Infolge von Unruhen, Kämpfen und Extremwetterereignissen wie Überschwemmungen sind viele Kenianer*innen innerhalb ihres eigenen Landes auf der Flucht. Ende 2018 lag die Zahl der Binnenvertriebenen bei 162.000.

Herausforderung COVID-19

Die hygienischen Bedingungen in den Flüchtlingslagern wie Dadaab in Kenia sind in den meisten Fällen schwierig und eine ausreichende medizinische Versorgung der Flüchtlinge bei einer schnellen Ausbreitung der Krankheit kaum möglich.

Der UNHCR hat in Kenia mit der Verbesserung der medizinischen Kapazitäten und der Verteilung von notwendigem Material begonnen. Die Gesundheitsstation wurden wurden mit Quarantänezentren und Isolierstationen erweitert, um 955 Patient*innen zusätzlich behandeln zu können.

Gleichzeitig wird Personal ausgebildet und Informationskampagnen für die Bevölkerung durchgeführt, um die notwendigen Hygieneregeln - Händewaschen, Abstand halten - einzuhalten.

 

Weitere Informationen

Mehrzahl der Flüchtlinge lebt in Flüchtlingslagern

Im April 2020 lebten 494.649 registrierte Flüchtlinge und Asylsuchende in Kenia. Sie kommen hauptsächlich aus der Region der Great Lakes und dem Horn von Afrika. Die größten Herkunftsländer sind Somalia (53,7%) und Südsudan (24,7%).

Die Schutzsuchenden kommen hauptsächlich in zwei großen Flüchtlingslagern unter: Kakuma und Dadaab. Ein Großteil der Vertriebenen lebt seit über 20 Jahren in den Flüchtlingslagern. Viele wurden dort geboren und haben noch nie an einem anderen Ort gelebt.

Die Menschen, die vor den Konflikten im Südsudan fliehen, leben hauptsächlich in Kakuma im Norden Kenias. Hier leben 40% aller Flüchtlinge in Kenia. Die meisten Flüchtlinge aus Somalia fliehen nach Dadaab, im Nordosten Kenias im Bezirk Garissa. Dort leben 44% der Flüchtlinge.

Nur 16% der Flüchtlinge und Asylsuchenden kommen in Städten unter. Zusätzlich leben in Kenia 18.500 Staatenlose.

84
Prozent

der Flüchtlinge leben in Flüchtlingslagern

494.649
T

Flüchtlinge leben in Kenia

77
Prozent

der Flüchtlinge sind Frauen und Kinder

Was macht der UNHCR vor Ort?

Seit über 50 Jahren arbeitet der UNHCR in Kenia in enger Zusammenarbeit mit der Regierung. Der UNHCR hilft ankommenden Flüchtlingen sowie Binnenvertriebenen, bietet Schutz und versorgt sie mit grundlegenden Hilfsgütern. Besonders konzentriert sich die Nothilfe darauf, dass die Schutzsuchenden schnell registriert werden und Zugang zu grundlegenden Dienstleistungen wie Gesundheitsversorgung und Bildung erhalten. In den Städten haben Flüchtlinge Zugang zu öffentlichen Gesundheitseinrichtungen.

Flüchtlinge, die freiwillig in ihre Heimat zurückkehren, sowie staatenlose Personen ohne Dokumente erhalten Unterstützung vom UNHCR. Bis 2021 soll die Zahl der Staatenlosen somit auf 11.000 sinken.

In Kenia bietet der UNHCR Flüchtlingen im Rahmen des Cash-Assistance-Programmes finanzielle Hilfe, die ihre Grundbedürfnisse abdeckt. Selbstständig über die eigenen Ausgaben entscheiden zu können ist ein erster Schritt in Richtung finanzielle Unabhängigkeit und zudem ein Zeichen von Würde.

Auch die Aufnahmegemeinschaften im Land, die sich besonders gastfreundlich gegenüber der neuankommenden Flüchtlingen verhalten, werden vom UNHCR unterstützt, sodass ökonomische Schäden gemildert und Konflikte vermieden werden können.

Ende 2018 waren 78% der Flüchtlinge in Kenia Kinder und Frauen. Sie müssen besonders geschützt werden. Dementsprechend werden Maßnahmen, wie beispielsweise staatliche Schutzräume, umgesetzt.

 

Margetu ist seit ihrer Kindheit blind und benutzt in ihrem Klassenzimmer Hilfsgeräte wie eine Braille-Maschine.

Trotz dieser besonderen Herausforderungen ist Margetu eine der Klassenbesten. Wenn sie älter ist, möchte sie gerne Anwältin für Menschenrechte werden, damit sie "für die Wahrheit einstehen" kann.

Damit dieser Traum wahr werden kann, werden Margetu und ihre Mitschüler*innen vom UNHCR und „Educate A Child“ unterstützt.

Mein Traumberuf: Anwältin für Menschenrechte

Margetu (14) ist Schülerin der Mogadischu-Grundschule Flüchtlingslager Kakuma. Sie musste gemeinsam mit ihrer Familie vor dem Konflikt in der äthiopischen Region Oromia fliehen, und lebt seither in dem Flüchtlingslager. Eine ihrer besten Freundinnen, die 15-jährige Natasha, hilft ihr, sich auf dem Weg zur Schule durch die engen Gassen des Flüchtlingslagers zurechtzufinden.

Eine bessere Zukunft für junge Flüchtlinge

Inmitten von Krieg und Konflikten wird Bildung oft als Luxus angesehen. Doch Bildung gibt Flüchtlingen wieder Hoffnung und Würde und ist entscheidend, um Flüchtlingskindern und Jugendlichen eine Hoffnung auf eine bessere Zukunft zu geben.

Über 50 Prozent der Flüchtlinge in Kenia sind Kinder. Die Flüchtlingskinder haben in Kenia das Recht auf kostenlose Vorschul- und Grundschulbildung. Die meisten von ihnen leben in zwei großen Flüchtlingslagern: Daadab und Kakuma. Dort gehen 70 Prozent der Flüchtlingskinder die Grundschule. 30 Prozent von ihnen können sogar eine weiterführende Schule besuchen.

Doch es gibt bei weitem nicht genügend Schulen. Im Unterricht müssen sich die Flüchtlingskinder zu viert oder fünft ein Lehrbuch teilen. Und auch der Mangel an Lehrerinnen und Lehrern ist dramatisch: Auf einen Lehrer kommen 56 Schüler*innen.

Aus diesem Grund steht der UNHCR in einer Partnerschaft mit der 

Initiative „Educate A Child“
und führt in Kenia umfassende Schulprojekte durch:

  • Schulen und Klassenräume werden gebaut und instandgehalten.
  • Lern- und Lehrmaterial wird bereitgestellt.
  • Lehrer*innen werden geschult.
  • „Lernen in zwei Schichten“, um Kapazitäten zu erhöhen.
  • Flüchtlingskinder und Jugendliche werden in kenianisches Schulsystem integriert.
  • Förderung von Mädchenbildung u.a. für die Sekundarschule.
  • Organisation von Sport- und Freizeitaktivitäten.
     

Die UNO-Flüchtlingshilfe unterstützte die Bildungsinitiative „Educate A Child“ 2019 mit über 1,4 Millionen Euro.

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