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Libyen

Libyen - gefährliches Transitland

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Libyen ist für Flüchtlinge ein gefährliches Transitland

Libyen ist das Haupttransitland von Menschen, die von Nordafrika aus sichere EU-Staaten erreichen wollen. Momentan befinden sich über 48.000 von UNHCR registrierte Flüchtlinge und Asylsuchende in Libyen.

Die meisten Flüchtlinge und Migranten versuchen, einen sicheren Hafen in Italien zu erreichen. Die libysche Küstenwache fängt viele dieser Personen ab und bringt sie in Internierungslager. Momentan sollen um die 4.400 Menschen inhaftiert sein. Aus diesen Lager wird immer wieder von Menschenrechtsverletzungen berichtet. Die Lager sind überfüllt, sanitäre Einrichtungen fehlen und eine medizinische Versorgung ist nicht gewährleistet. Die Inhaftieren berichten von unhaltbaren Zuständen, von Misshandlungen, Folter und Vergewaltigungen. 

Auch die Nachbarstaaten bieten für die Menschen keine sichere Alternative. Auch aus Flüchtlingslagern in Tunesien und Ägypten berichteten Menschenrechtsorganisationen schon von Menschenrechtsverletzungen.

„Die Menschen befinden sich in einer sehr gefährlichen Situation. Konflikte oder Verfolgung vertreiben sie aus ihren Ländern, und doch können sie dem Konflikt scheinbar nicht entkommen”, sagte UN-Flüchtlingshochkommissar Filippo Grandi.

Seit 2017 hat der UNHCR mehr als 5.100 Flüchtlinge und Asylsuchende aus Libyen in andere Länder evakuiert, darunter nach Niger, Ruanda, in europäische Staaten und nach Kanada.

„Als wir in Bani Walid ankamen, zwangen uns bewaffnete Männer mit 500 anderen Gefangenen in eine unterirdische Zelle und schlugen uns den ganzen Tag und die ganze Nacht. Uns wurde gesagt, wir sollten unsere Familien anrufen, und sie forderten 10.000 Dinar (ca. 6.300 Euro) für jeden von uns.“

Yasir, ein junger Flüchtling aus dem Sudan, ist in Libyen durch die Hölle gegangen. Er erlebte während seiner Zeit in einem der berüchtigten Internierungslager jeden Tag nicht enden wollende Gewalt und Folter. In der libyschen Hauptstadt Tripolis wurde er gesetzeswidrig von Milizen gefangen gehalten und misshandelt.

„Sie haben mich täglich geschlagen und mir das Bein gebrochen. Das unterirdische Gefängnis war vollgepackt mit Menschen.“

Bei seinem Versuch, den Menschenschmugglern zu entkommen, wurde ihm ins Bein geschossen. Durch den UNHCR-Einsatz im April 2019 konnte Yasir aus der Gefangenschaft befreit und mit mehreren Flüchtlingen nach Niger evakuiert werden.

300.000
Menschen

sind innerhalb Libyens vertrieben

5.100
Menschen

wurden seit 2017 von UNHCR aus Libyen evakuiert

Wie ist die Situation in Libyen?

Seit sieben Jahren wird Libyen von gewaltsamen Konflikten erschüttert. Die politische Instabilität, der Zusammenbruch der öffentlichen Ordnung und der Wirtschaft prägen das tägliche Leben der Menschen in dem nordafrikanischen Land. Nach UN-Angaben sind über 820.000 Menschen in Libyen, darunter 248.000 Kinder, auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die Hälfte dieser Menschen kommen aus Libyen. Die andere Hälfte sind Flüchtlinge und Migranten, die Libyen als Transitland erreichten. Etwa 194.000 Menschen wurden durch die Gewalt im Land selbst zur Flucht gezwungen.

Die Versorgung mit Lebensmitteln und Trinkwasser ist nicht ausreichend. Die Gesundheitsversorgung und das Schulsystem sind beeinträchtigt. In Konfliktregionen sind Krankenhäuser und Gesundheitsstationen immer wieder angegriffen, zerstört und geplündert worden. 19 % der öffentlichen Gesundheitseinrichtungen sind laut OCHA zerstört. 2019 kam es vermehrt zu Angriffen aus Gesundheitseinrichtungen. Bis Oktober 2019 allein wurde von 57 Angriffen berichtet, bei denen 13 Mitarbeiter getötet und 47 verletzt wurden.

 

Besonders gefährdet

Flüchtlinge, die Libyen als Transitland nutzen.

Flüchtlinge in Internierungslagern.

Binnenvertriebene in inoffiziellen Camps.

Frauen und Kinder sind besonders schutzlos.

Der tödliche Traum „Europa“

Ungefähr 90 Prozent der Menschen, die eine Überfahrt über das Mittelmeer wagen, starten von Libyen aus. Etwa 65 Prozent aller Todesfälle bei Überfahrten über das Mittelmeer traten bis Oktober 2019 im zentralen Mittelmeerraum auf, als Menschen versuchten, von Libyen aus einen sicheren EU-Staat zu erreichen.

Die EU startete im Jahr 2015 die Rettungsmission "Sophia", um Flüchtlinge und Migranten in Seenot zu retten. Zudem sollte gegen Schleuserbanden an der libyschen Küste vorgegangen werden. Die im Mittelmeer stationierten Schiffe wurden jedoch im März 2019 abgezogen. Grund dafür ist, dass Italien sich weigerte, die geretteten Menschen aufzunehmen.

Das UN-Flüchtlingshilfswerk fordert verstärkte Anstrengungen bei der Seenotrettung im Mittelmeer und einen klaren Verteilschlüssel für Gerettete. Es braucht eine Ausweitung der Seenotrettung und klare Regelungen für sichere Ausschiffung der Geretteten. Europa müsse die Tragödie im Mittelmeer beenden. Jeder weitere Tag, der verstreicht, kostet die Leben von Männern, Frauen und Kindern.

Informationen zur Situation auf dem Mittelmeer finden Sie hier.

 

 

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