Nordafrika

Flüchtlinge in Nordafrika und dem Nahen Osten

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Flucht vor gewaltsamen Konflikten und politischer Instabilität

Menschen im Nahen Osten und Nordafrika – der sogenannten MENA-Region - leiden unter vielen komplexen Krisensituationen. Gewaltsame Konflikte, Armut und politische Instabilität, führen zu Vertreibung, Menschenhandel und Ausbeutung.

Konfliktregionen

Syrien: Seit 2011 tobt in Syrien ein Bürgerkrieg der Millionen Menschen vertrieben hat. Niemand weiß, wann sie wieder nach Hause zurück können.

Jemen: Im Jemen leiden die Menschen unter extremer Armut, Hunger und Krankheiten, verstärkt durch einen bewaffneten Konflikt zwischen Huthi-Rebellen, einer Allianz arabischer Staaten unter der Führung von Saudi-Arabien und Separatisten im Süden des Landes.

Jeder Tag ist ein Kampf um das Überleben. Wir wissen nicht, ob wir etwas zu Essen haben werden.

Hamamah (16) in Schwarz umringt von ihren Geschwistern. Sie mussten vor schwerer Gewalt in ihrer Heimatstadt Taiz fliehen.

Irak: Viele Jahre nach dem Sturz des Diktator Hussein im Jahr 2003 kommt der Irak noch nicht zur Ruhe. Ende 2019 waren über 2,1 Millionen Menschen im Irak auf die Unterstützung des UNHCR angewiesen.

Libyen: Und auch in Libyen kämpfen unzählige Gruppen um Macht und Bodenschätze. Viele verschiedene Allianzen beherrschen verschiedene Gebiete und formieren sich ständig neu. Die Gruppe, die am meisten darunter leidet, ist die Zivilbevölkerung. Über 820.000 Menschen in Libyen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Gleichzeitig erweisen verschiedene Länder in der Region eine hohe Gastfreundschaft gegenüber Geflüchteten aus ihren Nachbarländern. Ende 2018 fanden 949.666 Flüchtlinge Schutz im Libanon und 715.312 Flüchtlinge in Jordanien.


Was bedeutet MENA?

Welche Staaten zur MENA-Region gehören und welche nicht, ist nicht genau festgelegt. Es ist die Abkürzung von „Middel East & North Africa“, die Finanzexperten häufig verwenden und umfasst normalerweise das Gebiet von Marokko im Westen bis zum Iran im Osten.

Mit Blick auf die globale ökonomische Stabilität, ist die Region für ihre großen Erdöl- und Erdgasvorkommen bekannt. Gleichzeitig ist die Region jedoch von anhaltenden Bürgerkriegen in Syrien, Irak, Libyen und Jemen geprägt.

Aufnahmeländer

Libanon
Vergleicht man die Zahl der Flüchtlinge mit der Einwohnerzahl, hat Libanon weltweit am meisten Flüchtlinge aufgenommen.

Im neunten Jahr nach Ausbruch der Syrien-Krise leben im Libanon Schätzungen der Regierung zufolge 1,5 Millionen syrische Flüchtlinge. Der UNHCR registrierte bereits 910,256 Flüchtlinge aus Syrien, 13.502 aus dem Irak und 2.301 aus dem Sudan. Zusätzlich hat das Land über 18.000 Flüchtlinge aus Irak, Sudan und anderen Ländern, sowie 200.000 palästinensische Flüchtlinge aufgenommen.

Der Libanon ist bereits durch eine Wirtschaftskrise, hohe Arbeitslosigkeit, ausgelastete Infrastruktur und ökologischen Herausforderungen belastet. Die hohe Zahl an Flüchtlingen birgt zunehmend die Gefahr, dass die Beziehungen zwischen den Ausnahmegemeinschaften und die soziale Stabilität im Land beeinträchtigt werden.

Jordanien
Jordanien ist eines der Länder, das am stärksten von der Krise in Syrien betroffen ist. Vergleicht man die Zahl der Flüchtlinge mit der Einwohnerzahl, hat Jordanien weltweit am zweitmeisten Flüchtlinge aufgenommen.

Im Mai 2020 betrug die Zahl der Flüchtlinge in Jordanien 747.602. Rund 47% von ihnen sind Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren.

Die meisten Geflüchteten kommen aus Syrien (87,95%). Weitere größere Herkunftsländer sind Irak, Jemen, Sudan und Somalia.

Ein Großteil der Flüchtlinge (83,3%) lebt außerhalb der Flüchtlingslager in Städten. 16,7% leben in drei Flüchtlingslagern: Azraq, Zaatari und Ermirati Jordanian.

Transitländer in Nordafrika

Die nordafrikanischen Länder, wie Ägypten, Libyen und Tunesien, werden besonders als Transitländer genutzt. Viele Vertriebene durchqueren die Länder auf der Durchreise in sicherere Länder. Aus Libyen berichten Flüchtlinge und Migrannt*innen von schrecklichen Zuständen, von Gewalt und menschenunwürdigen Behandlungen. Im Januar 2020 musste der UNHCR die Arbeit in einem Transitzentrum aus Sicherheitsgründen einstellen.

Was macht der UNHCR vor Ort?

Trotz der Unsicherheit und des oftmals eingeschränkten Zugangs zu Krisenregionen, führt der UNHCR seine Arbeit in der Region fort. Die Hilfe erreicht sowohl die Bevölkerung in den jeweiligen Ländern als auch nordafrikanische Flüchtlinge und Migrant*innen.

So konnte schon Millionen von Menschen in Syrien und im Jemen mit grundlegenden Schutz- und Nothilfemaßnahmen geholfen werden. Der UNHCR arbeitete weiterhin mit den nationalen Behörden in der Region Nordafrika und Nahost zusammen, um nationale Asylsysteme zu entwickeln und umzusetzen. Zudem soll allen Menschen Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen ermöglicht werden, um gesicherte Lebensgrundlagen zu schaffen.

 

Unsere Hilfe in der MENA-Region

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