Myanmar

Rohingya in Myanmar

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Gewaltsame Vertreibung zwingt Tausende zur Flucht

Die ethnisch vielfältige Bevölkerung Myanmars leidet seit Jahrzenten unter gewaltsamen Konflikten zwischen der Armee und verschiedenen ethnischen Gruppen, die politische Autonomie in bestimmten Regionen des Landes fordern.

Über eine Million Rohingya-Flüchtlinge sind seit Anfang der 1990er Jahre vor der Gewalt in Myanmar geflohen.

Der jüngste Exodus begann im August 2017. Eine großangelegte Offensive des Militärs zwangen in kürzester Zeit rund 771.000 Menschen zur Flucht aus Myanmar. Kinder, Schwangere, Kranke und alte Menschen liefen tagelang, um über die Grenze nach Bangladesch in Sicherheit zu gelangen. Fast alle suchten in den Flüchtlingssiedlungen Kutupalong und Nayapara im Distrikt Cox's Bazar im südöstlichen Bangladesch Zuflucht. Kutupalong wurde zum weltweit größten und am dichtesten besiedelten Flüchtlingslager.

Die genaue Zahl an Todesfällen ist nicht bekannt, jedoch wurden Berichten zufolge tausende Menschen in Myanmar ermordet. Die Gewalt macht dabei nicht vor Frauen, Kindern oder alten Menschen halt. Viele Familien wurden auseinandergerissen und wissen nicht, was mit ihren Angehörigen passiert ist. Ein Großteil der Flüchtlinge ist von den Erlebnissen in Myanmar traumatisiert. Die Vereinten Nationen verurteilten die systematischen Vertreibungen und sprachen von ethnischer Säuberung.

 

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Tausend

Rohingya-Flüchtlinge leben in Bangladesch

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Menschen benötigen humanitäre Hilfe

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Staatenlose in Myanmar

Verfolgt und entrechtet – die Rohingya

Die Rohingya sind eine muslimische Minderheit in Myanmar. Ihre Geschichte ist von jahrzehntelanger Unterdrückung und Ausgrenzung geprägt. Zahlreiche grundlegende Rechte bleiben ihnen verwehrt: Sie haben kein Recht auf Bildung oder Arbeit und können sich nicht frei im Land bewegen. Ihr Besitz wird immer wieder enteignet oder zerstört. Es gibt Sondersteuern für Rohingya, Zwangsarbeit und Heiratsbeschränkungen. Darüber hinaus wird den Rohingya ein grundlegendes Menschenrecht verweigert: Die Staatsbürgerschaft des Geburtslandes.

In Bangladesch stellt der UNHCR den Flüchtlingen Identitätsnachweise aus. Für viele von ihnen ist es das erste Mal in ihrem Leben, dass sie ein offizielles Dokument erhalten.

Wir haben durch die Flucht fast alles verloren, was wir hatten. Unsere Tiere, unser Haus, unsere Orangenbäume. Wir konnten nur das Nötigste mitnehmen,

erzählt Ah Chang, während sich ihre Mutter, Ah Ning (70), um ihre Enkelkinder kümmert. Die Familie gehört zur ethnischen Minderheit der Rawang. Sie wurden in ihrem Heimatdorf Ting Kok im Bundesstaat Kachin aus dem Schlaf gerüttelt, als Kugeln in ihr Haus einschlugen. Sie suchten verzweifelt Schutz.

In der Morgendämmerung ließen die Kämpfe dann allmählich nach. Ah Chang und ihre Familie waren unverletzt geblieben, doch als sie auf die Straße gingen, sahen sie, dass das Dorf vollständig zerstört und geplündert war. Die Nachbarn waren in einen Schusswechsel geraten - ein zweijähriger Junge war getötet worden und fünf weitere Personen verletzt.

Das Militär brachte 25 Familien aus dem Dorf in die Hauptstadt von Kachin, nach Myitkyina. Seitdem lebt die Familie von Ah Ning in einem Flüchtlingslager in einem Zelt, das ihnen vom UNHCR zur Verfügung gestellt wurde. Zusätzlich erhielt die Familie Kochutensilien, Decken, Moskitonetze und weitere grundlegende Versorgung.

Andauernde Gewalt in Myanmar

In mehreren Bundesstaaten des Landes sind gewaltsamen Auseinandersetzungen weiterhin an der Tagesodrnung. Toten und Verletze unter der Zivilbevölkerung sind die Folge. Auch zu Beginn des Jahres 2020 wurden weiterhin Häuser abgebrannt und Menschen aus ihrem Zuhause vertrieben und die Infrastruktur zerstört.

Viele Menschen flüchten vor der Gewalt. Im Bundesstaat Kachin zum Beispiel leben rund 97.000 Menschen in Flüchtlingslagern.

Laut dem UN-Büro für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) sind rund 900.000 Menschen in Myanmar auf humanitare Hilfe angewiesen.

 

 

Mädchen an Wasserstelle

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Rückkehr von Flüchtlingen und Vertriebenen aus Myanmar

Viele der Vertriebenen und Flüchtlinge möchten gerne nach Hause zurückkehren. Sie sind aber erst bereit dazu, wenn Sicherheit gewährleistet ist. Damit eine Rückkehr möglich ist, müssen sichere und würdevolle Bedingungen für die Menschen herrschen. Ihre Rechte müssen wiederhergestellt und respektiert werden.

Ob Myanmar dazu bereit ist, die Rohingya und andere Minoritäten zu schützen und ihnen eine Staatsangehörigkeit zuzuerkennen, ist bisher noch nicht eindeutig klar.