Nigeria

Nigeria: Auf der Flucht vor Boko Haram

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Großer Hilfsbedarf, noch größeres Vergessen

Die Sicherheitslage in Nigeria bleibt nach wie vor instabil. Weiterhin attackiert die terroristische Gruppierung Boko Haram Menschen, Einrichtungen und Kommunen. Vor allem im Nordosten des Landes sind sie aktiv. Sie greifen beispielsweise Polizeistationen, humanitäre Zentren, sowie Einrichtungen und Strukturen der UN an. Diese langanhaltende Gewalt lässt die Zahl der Flüchtlinge und Vertriebenen weiter ansteigen. Die Folgen sind dramatisch: Bis September 2019 sind schon über 243.000 Menschen aus Nigeria in die Nachbarländer Kamerun, Tschad und Niger geflohen. Viel mehr Schutzsuchende leben jedoch als Binnenvertriebene im eigenen Land – insgesamt über 2 Millionen.

Trotz der großen Not, ist Nigeria eine der am meisten vergessenen und unterfinanzierten Situationen für Flüchtlinge weltweit. Die Folgen für die Menschen, ihr Leben und ihre Perspektive sind dramatisch.
 

Herausforderung COVID-19

Die hygienischen Bedingungen in den Flüchtlingslagern und -siedlungen sind in den meisten Fällen schwierig und eine ausreichende medizinische Versorgung der Flüchtlinge bei einer schnellen Ausbreitung der Krankheit kaum möglich.

Der UNHCR hat in Nigeria mit der Verbesserung der medizinischen Kapazitäten und der Verteilung von notwendigem Material begonnen. Gleichzeitig wird Personal ausgebildet und Informationskampagnen für die Bevölkerung durchgeführt, um die notwendigen Hygieneregeln - Händewaschen, Abstand halten - einzuhalten.

Weitere Informationen

Es fehlt an den einfachsten Dingen

Durch die Krise hat sich auch die ökonomische Situation und die Versorgungslage der Bevölkerung in Nigeria und den Nachbarländern verschlechtert. Die Zahl der Menschen mit schwerer Unterernährung ist in allen vier Ländern auf ein kritisches Niveau angestiegen. Die Infrastruktur ist schlecht, das Gesundheits- und Bildungssystem angeschlagen.

Ende 2019 konnten  über 1,1 Millionen Kinder nicht zur Schule gehen.

Da die Menschen in ihrer Angst oft mit kaum mehr als den Kleidern am eigenen Leib vor der erbarmungslosen Gewalt fliehen, fehlt es ihnen an allem. Sie sind dringend auf die Versorgung mit dem Allernotwendigsten angewiesen.

 

Jeden Tag beten wir für Schutz und Frieden.

Boussam Abdulahi lebt mit ihren Kindern in einem Flüchtlingslager im Niger in Sicherheit. Als sie 13 Jahre alt war, wurde sie und 200 andere Mädchen von Boko Haram entführt, konnte jedoch von Soldaten befreit werden.

Was macht der UNHCR vor Ort?

In den UNHCR-Flüchtlingslagern werden die Menschen mit Lebensmitteln, Unterkünften und Hilfsgütern wie Matratzen, Decken, Kochutensilien und Hygieneartikeln versorgt. Gleichzeitig unterstützt der UNHCR lokale Gemeinden, die Flüchtlinge großherzig aufnehmen und das Wenige, das sie selbst haben, mit ihnen teilen.

Der UNHCR stellt sicher, dass alle Flüchtlinge registriert werden, ihr Status bestimmt wird und sie Ausweisdokumente erhalten.

Im Jahr 2020 sind zwei neue Flüchtlingslager geplant, die insgesamt 2.000 Vertriebenen Schutz bieten sollen. Zudem sollen Schulen unterstützt und neue Lehrkräfte ausgebildet werden, damit die geflüchteten Kinder zur Schule gehen können.

Ein besonderes Augenmerk liegt außerdem auf der Unterstützung derjenigen, die freiwillig in ihre Heimat zurückkehren. Ihnen soll geholfen werden, so schnell wie möglich wieder Zugang zu Beschäftigung zu schaffen, damit sie sich ihre Lebensgrundlagen selbstständig erhalten können und sich so schnell wie möglich wieder in die Gesellschaft integrieren können.

2019 hat die UNO-Flüchtlingshilfe die Hilfe für Flüchtlinge und Vertriebene in Nigeria mit über 400.000 Euro unterstützt.

So können Sie helfen

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