Minen

Landminen gefährden Flüchtlinge

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Minen - Tödliche Gefahr im Boden

Minen, Streubomben und andere explosive Kriegsreste fordern weltweit mehrmals täglich ein Opfer. Ihre Entschärfung ist besonders in Regionen wichtig, in die Flüchtlinge zurückkehren wollen.

Wie hoch die Zahl verlegter Minen ist, weiß niemand. Die Vereinten Nationen schätzen, dass ca. 110 Millionen Landminen in über 70 Ländern dieser Welt verlegt wurden, bevor Antipersonenminen 1997 verboten wurden.

Am 4. April jeden Jahres machen die Vereinten Nationen mit dem "Internationalen Tag der Minenaufklärung" auf die anhaltende Gefahr durch Minen, Blindgänger und vergleichbaren Waffen aufmerksam.

Laut Landminen Monitor vom November 2019 wurden 2018 6.897 Menschen durch Landminen und Blindgänger verletzt oder getötet. Die Dunkelziffer ist jedoch immer höher. Zu den Ländern mit den meisten Opfern gehören: Afghanistan, Syrien, Ukraine, Irak, Pakistan, Nigeria, Myanmar, Libyen und Jemen.

Vielen Opfern werden sogenannte improvised explosive devices (IEDs) (zu Deutsch: unkonventionelle Sprengvorrichtungen) zum Verhängnis. Das sind zum Beispiel als allgemeine Gebrauchsgegenstände getarnte Sprengsätze wie Taschen, Koffer oder Rucksäcke.

Im Sommer 2020 machte der UNHCR auf die steigende Zahl von Opfern in der Sahelzone aufmerksam. So waren zwischen Januar und Juni des Jahres in Tschad, Niger, Mali und Nigeria mindestens 66 Menschen getötet und viele mehr durch Minen und nicht-explodierte Munition verletzt worden.

2017 waren 87% der Todesopfer, durch Unfälle mit Landminen und Sprengfallen Zivilisten. Fast die Hälfte von ihnen Kinder.

1997 einigte sich zwar ein großer Teil der Staatengemeinschaft auf ein Verbot von Antipersonenminen. 164 Länder haben die Mine Ban Treaty bis heute ratifiziert. Minen, die sich gegen Fahrzeuge aller Art richten, waren von diesem Bann jedoch nicht betroffen.

Rückkehrer besonders gefährdet

Zivilisten, insbesondere Flüchtlinge, die in ihre Heimatorte zurückkehren, werden durch Landminen und Blindgänger gefährdet. Auch Streumunition stellt eine große Gefahr für Zivilisten dar. Streumunition setzt eine große Zahl von kleinen Sprengsätzen und Blindgängern frei, die dann zwischen den Trümmern und auf den Äckern liegen. 94% der Opfer durch Streubomben sind Zivilistinnen und Zivilisten. 2008 wurde auch Streumunition von einem großen Teil der Staatengemeinschaft verboten. 

5 bis 40% der Streubomben explodieren beim Einschlag nicht und wirken dadurch wie Landminen.

Die Jahre werden vergehen und irgendwann werden die Enkel unserer Enkel hier wieder herkommen und sicher durch die Felder laufen. Ich hoffe, eines Tages wird die Ukraine ein Land frei von Landminen sein.

Minenräumerin Tetiana

Landminen in der Ukraine

Minen suchen und entschärfen ist gefährlich und kostet viel Zeit

Minen, Streumunition und Blindgänger müssen in mühevoller und zeitaufwändiger Kleinstarbeit von Sprengstoffexperten entschärft werden. Das ist gefährlich und dauert oftmals viele Jahre. Jahre, in denen Felder brachliegen müssen, die die rückkehrenden Menschen so dringend brauchen.

Um Zivilisten zu schützen, werden Aufklärungsprogramme durchgeführt. Rückkehrern wird erklärt, wie Minen und Blindgänger aussehen, und wie sie sich in einer Gefahrensituation verhalten müssen.

  • Der Bürgerkrieg im Sudan dauerte 21 Jahre. Nach seinem Ende müssen Millionen von Landminen und Blindgängern in den Feldern und Dörfern entschärft werden. Ehemalige Rebellen wurden trainiert, um bei der Landminenbeseitigung zu helfen.
© UNHCR/Hélène Caux

    Der Bürgerkrieg im Sudan dauerte 21 Jahre. Nach seinem Ende müssen Millionen von Landminen und Blindgängern in den Feldern und Dörfern entschärft werden. Ehemalige Rebellen wurden trainiert, um bei der Landminenbeseitigung zu helfen.

    © UNHCR/Hélène Caux

  • Bevor diese Gruppe von Flüchtlingen der Volksgruppe der Karen zurück in ihre Heimat gehen, nehmen sie noch an einem Auklärungskurs über Landminen und Blindgänger teil.
© UNHCR/Roger Arnold

    Bevor diese Gruppe von Flüchtlingen der Volksgruppe der Karen zurück in ihre Heimat gehen, nehmen sie noch an einem Auklärungskurs über Landminen und Blindgänger teil.

    © UNHCR/Roger Arnold

  • Auch lange nach dem Ende des Bürgerkrieges in Sri Lanka, drohen den zurückgekehrten Flüchtlingen noch Gefahren durch Landminen, die von beiden Kriegsparteien auf den Feldern gelegt wurden.
Ein Minensucher kehrt nach einem gefährlichen Arbeitstag zurück.
© UNHCR/Radhika Chalasani

    Auch lange nach dem Ende des Bürgerkrieges in Sri Lanka, drohen den zurückgekehrten Flüchtlingen noch Gefahren durch Landminen, die von beiden Kriegsparteien auf den Feldern gelegt wurden.

    Ein Minensucher kehrt nach einem gefährlichen Arbeitstag zurück.

    © UNHCR/Radhika Chalasani

  • In der Hand hält der 55-jährige Semen die Überreste einer Mine, die in seinem Garten in einem kleinen Dorf in der Ukraine lag. Als sie explodierte, wurde er von den umherfliegenden Teilen verletzt. Er kann von Glück sagen, dass er überlebt hat.
© UNHCR/Nikita Yurenev

    In der Hand hält der 55-jährige Semen die Überreste einer Mine, die in seinem Garten in einem kleinen Dorf in der Ukraine lag. Als sie explodierte, wurde er von den umherfliegenden Teilen verletzt. Er kann von Glück sagen, dass er überlebt hat.

    © UNHCR/Nikita Yurenev

  • Afghanische Flüchtlinge, die von Pakistan in ihre Heimat zurückkehren wollen, werden über Landminen informiert. 
© UNHCR /N.Behring-Chisholm

    Afghanische Flüchtlinge, die von Pakistan in ihre Heimat zurückkehren wollen, werden über Landminen informiert.

    © UNHCR /N.Behring-Chisholm

  • In der Klinik von Doktor Alberto Cairo übt ein Junge das Laufen mit seiner neuen Prothese.
Alberto Cairo erhielt 2019 für seine Arbeit den regionalen Nansen-Refugge-Award. Er ist seit fast 30 Jahren in Afghanistan als Physiotherapeut tätig und hilft als Leiter des Orthopädieprogramms jungen Afghanen mit Prothesen. Außerdem unterstützt er sie bei der Suche nach Arbeitsplätzen. 
© UNHCR/Claire Thomas

    In der Klinik von Doktor Alberto Cairo übt ein Junge das Laufen mit seiner neuen Prothese.

    Alberto Cairo erhielt 2019 für seine Arbeit den regionalen Nansen-Refugge-Award. Er ist seit fast 30 Jahren in Afghanistan als Physiotherapeut tätig und hilft als Leiter des Orthopädieprogramms jungen Afghanen mit Prothesen. Außerdem unterstützt er sie bei der Suche nach Arbeitsplätzen.

    © UNHCR/Claire Thomas

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