Türkei

Flüchtlinge in der Türkei

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Zunehmende Herausforderungen für das größte Aufnahmeland von Flüchtlingen weltweit

Seit mehreren Jahren bleibt die Türkei das Land, das am meisten Flüchtlinge weltweit aufgenommen hat.

Anfang Dezember 2019 lebten in der Türkei 4,1 Millionen Flüchtlinge und Asylsuchende, davon über 3.6 Millionen syrische Flüchtlinge und 330.000 Flüchtlinge und Asylsuchende anderer Nationalitäten, hauptsächlich aus Afghanistan, dem Irak und dem Iran. Die hohe Flüchtlingszahl bedeutet zunehmend eine Belastung der Ressourcen und der Infrastruktur in der Türkei.

98
Prozent der Flüchtlinge

leben in Städten und ländlichen Gebieten

4,1
Millionen

Flüchtlinge leben in der Türkei

62
Prozent der Flüchtlingskinder

können in der Türkei eine Schule besuchen

Wie sind die Bedingungen für Flüchtlinge in der Türkei?

In der Türkei leben über 98 Prozent der Flüchtlinge in Städten oder ländlichen Gebieten zusammen mit der dortigen Bevölkerung. Nur 1,7% der Flüchtlinge leben in Flüchtlingslagern. Aus diesem Grund möchte der UNHCR vor allem die Zivilgesellschaft mit Blick auf die Aufnahme der Schutzsuchenden unterstützen.

Die größte Herausforderung bleibt die Verfügbarkeit von Ressourcen und Dienstleistungen für Flüchtlinge und Aufnahmegemeinschaften. Flüchtlinge und Asylsuchende haben laut türkischem Gesetz das Recht auf Bildung, Gesundheitsversorgung und Zugang zu anderen sozialen Diensten. Seit 2016 ist es Flüchtlingen in der Türkei erlaubt, einer legalen Beschäftigung nachzugehen, wenn sie eine Arbeitserlaubnis beantragen. Flüchtlinge sehen sich mit hohen Mieten und einem begrenzten Zugang zu Bildung, Arbeit und Gesundheitseinrichtungen konfrontiert. Gleichzeitig nehmen die Spannungen mit der einheimischen Bevölkerung zu.

Das Schlimmste am Krieg ist, dass er die Zukunft der Kinder zerstört. Wenn die Kinder keine Bildungschancen haben, können sie der Gesellschaft auch nichts zurückgeben.

Die 21-jährige Sidra floh 2014 vor der Gewalt in Syrien in die Türkei. Nun erhielt sie ein Stipendium und studiert Zahnmedizin.

Was wurde im EU-Türkei-Abkommen vereinbart und welche Konsequenzen hatte es?

Im Jahr 2016 haben die EU-Länder ein Flüchtlingsabkommen mit der Türkei geschlossen. Dieses soll verhindern, dass Flüchtlinge nach Europa kommen. So sollten vor allem die überfüllten Flüchtlingslager auf den griechischen Ägäis-Inseln entlastet werden.

Das Abkommen sieht vor, dass die Türkei ihre Grenzen stärker überwacht und Schutzsuchende, die in Griechenland kein Asyl bekommen, zurücknimmt. Als Gegenleistung nimmt die EU für jeden zurückgeschickten Flüchtling einen anderen syrischen Flüchtling aus der Türkei auf. Zudem unterstützen die EU-Staaten die Türkei mit sechs Milliarden Euro.

Nach Inkrafttreten des Abkommens ist die Zahl der ankommenden Flüchtlinge auf den griechischen Inseln von über einer Million im Jahr davor auf jeweils rund 30.000 in den folgenden Jahren gesunken.

Ende Februar/Anfang März 2020 öffnete die türkische Regierung erneut ihre Grenze für Flüchtlinge und Migrant*innen nach Bulgarien und Griechenland. Vorausgegangen war eine Eskalation des syrischen Bürgerkrieges im Frühjahr 2020.

Was macht der UNHCR vor Ort?

Der UNHCR bietet der türkischen Regierung technische und operative Hilfe. Das UNHCR-Länderbüro sitzt in Ankara. Darüber hinaus gibt es weitere Außenbüros, darunter in Istanbul und Izmir. Die Aufnahme, die Integration und die Inklusion der Flüchtlinge in die nationalen Systeme wird gefördert, indem die Zusammenarbeit mit den zuständigen Ministerien und Institutionen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene gestärkt wird.

Der UNHCR beteiligt sich nicht an Rückführungen, sondern unterstützt eine angemessene Unterbringung der Menschen und eine schnelle Bearbeitung der Asylanträge.

Der besondere Schwerpunkt in der Arbeit mit Geflüchteten liegt auf dem Schutz von Kindern, der Prävention sexueller und geschlechtsspezifischer Gewalt und der Unterstützung von Flüchtlingen mit besonderen Bedürfnissen.

UNHCR unterstützt und fördert die Bildung von Flüchtlingen, indem Stipendien vergeben sowie Sprachkurse und Workshops angeboten werden. Unter anderen wurden Workshops durchgeführt, um die Kommunikation zwischen Geflüchteten und den Aufnahmegemeinschaften zu unterstützen. Darüber hinaus wurden Menschen fortgebildet, die Flüchtlinge juristisch unterstützen.

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