blauPAUSE

Teilen

Presse

Sonderförderung: 900.000 Euro für Ukraine-Hilfe in Deutschland

Im Rahmen der Ausschreibung Soforthilfe Ukraine unterstützt die UNO-Flüchtlingshilfe deutsche Projekte und Initiativen mit insgesamt rund 900.000 Euro. Die Summe wird zusätzlich zur regulären nationalen und internationalen Projektförderung und Nothilfe bereitgestellt und kommt Organisationen, die sich in Deutschland um Flüchtlinge aus der Ukraine kümmern, zugute. Es ist die erste Sonderförderung in der Geschichte der UNO-Flüchtlingshilfe: Um eine schnelle Weitergabe der Mittel zu garantieren, wurde ein verkürztes Genehmigungsverfahren beschlossen.

Ukrainische Flüchtlinge
© UNHCR/D.Kashavelov

Den einmaligen Zuschuss von durchschnittlich 20.000 Euro erhalten landes- und städtische Flüchtlingsräte, psychosoziale Zentren und Wohlfahrtsverbände sowie unabhängige und regionale Vereine aus allen Teilen Deutschlands. Die Schwerpunkte der geförderten Projekte liegen in den Bereichen Rechts- und Sozialberatung sowie der psychosozialen Begleitung von Geflüchteten, der Schulung und Betreuung von Haupt- und Ehrenamtlichen und der Informationsvermittlung.

„Schnelle und unkomplizierte Unterstützung – das ist es, was die Geflüchteten aus der Ukraine nicht nur in den Nachbarländern, sondern auch hier in Deutschland dringend benötigen. Ich freue mich sehr, dass wir die großartige Arbeit der geförderten Initiativen unterstützen können, die dazu beitragen, Menschen aus der Ukraine nach den traumatischen Erfahrungen der Flucht das Ankommen in Deutschland zu erleichtern“, sagt Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe.

Traumatherapeutische Betreuung für Frauen und Kinder aus der Ukraine
Auch nach der Ankunft in Deutschland sind Menschen, die vor dem Krieg aus der Ukraine fliehen mussten, erheblichen seelischen Herausforderungen ausgesetzt. Hier setzt das psychosoziale Akutgruppenangebot für geflüchtete Frauen und Kinder von REFUGIO Thüringen an, das im Zuge der Soforthilfe Ukraine von der UNO-Flüchtlingshilfe gefördert wird. Erste Gespräche mit Betroffenen haben schon in diesem Monat begonnen.

„Eine Frau wurde von einer starken Schallwelle in der heimischen Wohnung niedergerissen und ist seitdem völlig verunsichert. Eine junge Ukrainerin musste ihre Ausbildung unterbrechen und ist jetzt angesichts der ungewissen Situation mit schwerwiegenden Zukunftsängsten konfrontiert. Bei den meisten unserer Klientinnen kommt dazu, dass sie ihre Angehörigen in der Ukraine zurücklassen mussten und in den Medien viel über den Krieg lesen und sehen. Das führt immer wieder zu neuen psychischen Belastungen,“ berichtet Christine Müller, Geschäftsführerin von REFUGIO Thüringen.

Im nächsten Schritt sei es nun wichtig, die Vorbehalte der betroffenen Frauen gegenüber psychologischer Unterstützung abzubauen und das Angebot bei verschiedenen Einrichtungen bekannt zu machen.

Weitere Informationen zum Angebot von REFUGIO Thüringen abrufbar unter:https://www.refugio-thueringen.de/

Reguläre Projektförderung geht weiter
Die reguläre Projektförderung bleibt von der Sonderförderung unberührt und kann nach wie vor für Projekte, die sich auf die Beratung und Betreuung von Geflüchteten in Deutschland fokussieren, beantragt werden. 2021 hat die UNO-Flüchtlingshilfe Projekte deutscher Träger mit insgesamt 2,1 Millionen Euro gefördert. Als deutscher Partner des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) fließt der größte Förderanteil in die weltweiten, lebensrettenden Flüchtlingsprogramme des UNHCR. Im letzten Jahr wurden zu diesem Zweck fast 34,6 Millionen Euro bereitgestellt.

Alle relevanten Informationen abrufbar unter:https://www.uno-fluechtlingshilfe.de/ueber-uns/projektfoerderung

Pressekontakt
Marius Tünte
Tel: 0228-90 90 86-47
[email protected]