Guiseppe Cannarile - Kommandent der Küstenwache in Lampedusa

Draußen beginnt gerade ein neuer Tag – Giuseppe Cannarile und sein Team sind schon für ihren ersten Einsatz bereit. Cannarile nimmt einen Schluck aus dem Kaffeebecher und setzt sich die Brille zurecht: “Im Moment haben wir noch keinen Notruf erhalten”, erklärt er über den Schreibtisch hinweg. “Aber heute ist das Wetter gut, es ist also durchaus möglich.”

Cannarile leitet die Küstenwache auf der italienischen Insel Lampedusa und ist Chef eines beeindruckenden Teams: er kommandiert sieben Schiffe, die auf dem Meer patrouillieren und nach Booten aus Nordafrika suchen.

“Allein in der letzten Woche haben wir mehr als 10.000 im Mittelmeer aufgenommen und über 20 Such- und Rettungsaktionen durchgeführt”, sagt der Kommandant. “Wir haben Tote gesehen, Kranke, schwangere Frauen und Kinder.”

Viele der Boote würden direkte Notrufe über Satellitentelefone abgeben, so der Kommandant. Aber auch Handelsschiffe und Flugzeuge würden das Meer beobachten und die Flotte der Küstenwache sei jederzeit bereit auf einen Notruf hin auszulaufen.

Cannarile ist selbst Vater von zwei Jungen und er fühlt die Verantwortung, die sein Posten mitbringt.

“Wir haben nur ein Mandat: auf dem Meer Leben retten, egal ob Migrant, Fischer oder jeden anderen. Für mich – und meine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Küstenwache – ist dies mehr als nur ein Job. Es ist eine Mission.”