20.06.2014

Irak: Hilfe für tausende Vertriebene in abgelegenen Regionen

In der vergangenen Woche erreichten 20.000 Vertriebene aus Mossul und Tal Afar die arme und abgelegene Region von Sinjar an der westlichen Grenze zu Syrien. Viele der Menschen kampieren im Freien und brauchen dringend Hilfe. Eine Lieferung mit Hilfsgütern von UNHCR mit Zelten, Matratzen, Decken, Küchen und Hygiene-Sets, Wasserkanistern und Ventilatoren gegen die Hitze, ist auf dem Weg. In anderen Gebieten der autonomen kurdischen Region kamen in der vergangenen Woche weitere 300.000 Menschen an.

"Wir haben gehört, dass viele der vertriebenen Zivilisten im Freien unter der heißen Sonne leben und sehr wenig Lebensmittel, Wasser und Unterkünfte zur Verfügung stehen," erklärt UNHCR-Koordinator Andrei Kazakov. "Es sieht so aus, dass viele weiter nach Norden Richtung Duhok gehen wollen. Aber in der Zwischenzeit müssen wir ihnen so weit wie möglich helfen."

Unter den Vertriebenen sind auch Bushra und ihre Familie. Sie haben alles verloren und leben nun in einem Übergangslager - rund 40km von Mossul entfernt. Doch Bushra hat ein schweres Herzleiden. Sie, aber auch ihr Mann und einige der Kinder sind dringend auf Medikamente angewiesen.

Einige Binnenvertriebene berichten, dass sie nur einmal am Tag essen können, weil sie nicht mehr Geld haben. Die Temperaturen erreichen tagsüber 40 Grad, so dass der Schutz gegen die Sonne und die Hitze immer wichtiger wird.

Fakhria hat ihre Familie in Sicherheit gebracht. Das war das Einzige, an das die 55-jähige Großmutter gedacht hat, als sie vor den kämpfen in Mossul nach Erbil im irakischen Kurdistan floh.  "Ich bin alt . . . um mein Leben mache ich mir keine Sorgen," sagt sie. "Aber ich darf es nicht zulassen, dass meinen Enkeln etwas passiert." Nachdem eine Rakete in der Nähe ihres Hauses einschlug, lief Fakhria und ihre große Familie los. "Wir liefen tagelang unter der brütenden Sonne," erzählt sie.

Fakhria und ihre 18-köpfige Familie leben jetzt in einem kleinen Zimmer mit einer winzigen Küche, die sie sich mit drei anderen Familien teilen. Fakhria liegt jede Nacht wach, dabei ist es nicht die Enge, die sie wach hält, sondern die Tatsache, dass ihnen das Geld bald ausgeht.

"Wir geben unsere Ersparnisse sehr schnell aus," sagt sie und fügt hinzu, dass sie so nur noch eine Woche finanzieren können. Nach Mossul zurückzugehen ist keine Option für Fakhria. "Ich würde eher auf der Straße schlafen, als meine Enkel noch einmal diesem Risiko auszusetzen," betont sie.