Teilen

Bangladesch: Rohingya-Witwen brauchen UnterstützungBangladesch: Rohingya-Mädchen dürfen endlich lernen
Update

Bangladesch: Rohingya brauchen Rechtssicherheit

Während immer noch Flüchtlinge aus Myanmar nach Bangladesch kommen, haben die Regierungen von Bangladesch und Myanmar Verhandlungen geführt, um die Rückkehr der Rohingya-Flüchtlinge zu regeln. Viele Flüchtlinge sind skeptisch, da sie an den Verhandlungen nicht teilnehmen könnten. UNHCR betont, dass eine Rückkehr immer freiwillig sein muss und die Menschenrechte in der Rückkehrregion gewahrt werden müssten.

Luftaufnahme des Flüchtlingslagers Kutupalong in Bangladesch.

Das Flüchtlingslager Kutupalong in Bangladesch. Foto: R. Arnold

Mohammed* ist Rohingya. Wie 655.000 andere Rohingya flüchtete er nach Bangladesch, weil in seiner Heimat Myanmar Menschen getötet und Dörfer angesteckt wurden. Mohammed möchte nicht lang in Bangladesch bleiben, doch es gibt einige Voraussetzungen, bevor er mit seiner Familie wieder zurück nach Myanmar geht.

Sicherheit und Wahrung der Rechte
“Wir werden nach Myanmar zurückgehen”, so Mohammed. “Aber erst, wenn unsere Sicherheit garantiert wird und wenn man unsere Rechte anerkennt, wie bei jeder anderen ethnischen Gruppe dort.“

In den vergangenen Wochen gab es wiederholt Demonstrationen in den Flüchtlingssiedlungen, um deutlich zu machen, dass die Flüchtlinge erst zurückgehen können, wenn die Fragen der Bürger- und Menschenrechte für Rohingya gelöst sind.

“Wir haben unsere Stimme erhoben. Sie wissen, was wir wollen”, erklärt der 43-Jährige. “Wir  haben eine Petition mit 20.000 Unterschriften, mit der Bitte um Repatriierung, an die Verantwortlichen geschickt.”

Angst vor der Rückkehr
“Wie können wir zurückgehen? Das ist, als würde man uns zurückschicken, damit wir dort getötet werden”, fürchtet Fatima*, die mit ihren vier Kindern aus ihrem Dorf in Maungdaw flüchtete. Sie ist aufgeregt, als sie erklärt “Es ist besser getötet zu werden. Wenn wir hier in Bangladesch sterben, können wir wenigstens ein richtiges religiöses Begräbnis haben – das können wir zuhause nicht.”

Das Flüchtlingshilfswerk (UNHCR), das bei den Verhandlungen über die Rückkehr nicht dabei sein konnte, hat betont, dass die Flüchtlinge informiert werden müssen und jede Rückkehr freiwillig erfolgen muss. Keine UN-Organisation hat momentan Zugang zu den betroffenen Regionen, so dass UNHCR davon ausgeht, dass die Situation im Bundesstaat Rakhine eine sichere und langfristige Rückkehr der Rohingya nicht möglich macht.

Auch Flüchtlinge wurden bei den Verhandlungen nicht konsultiert oder informiert, so dass die Anspannung und die Furcht unter ihnen groß sind. Viele lehnen die Rückkehrpläne deshalb ab.

"Wir sind geflohen, um unser Leben zu retten."

Der 22-jährige Nurul* verkauft Gemüse am Straßenrand und erklärt: “Wir sind geflohen, um unser Leben zu retten. Mein Haus ging in Flammen auf. Wenn ich zurückgehe, möchte ich, dass meine Identität als Rohingya anerkannt wird, so wie das bei jeder anderen ethnischen Gruppe der Fall ist. Ich will mich frei bewegen können und eine aktive Rolle im täglichen Leben spielen. Ich möchte wie jeder normale Bürger in Myanmar Zugang zu allen Dienstleistungen haben.”

UNHCR hat an die Verantwortlichen appelliert, humanitären Hilfsorganisationen Zugang zu allen Regionen in Myanmar zu gewähren, um sich einen Überblick über die Situation vor Ort zu verschaffen und die Wiederaufbaubemühungen unterstützen zu können. Die Verantwortlichen müssten Sicherheit und Frieden in allen Gemeinden herstellen und Lösungen in der Frage der Bürgerrechte für die muslimischen Gemeinden finden.

Mohammed fasst es einfach zusammen: “Wir sind Menschen ud sie sind Menschen. Wir müssen die gleichen Rechte haben.”

*Namen wurden aus Sicherheitsgründen geändert.