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Deutsche Zivilgesellschaft steht #WITHREFUGEES

Die Zivilgesellschaft zeigt durch ihr Engagement für Menschlichkeit, Respekt und Weltoffenheit, dass sie die Mehrheit sind.

Autor: Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer UNO-Flüchtlingshilfe

Unvorstellbare 79,5 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Eine unsäglich große Zahl. Menschen, die vor Gewalt, Krieg, Auseinandersetzungen fliehen und oft vollkommen unvorbereitet, von jetzt auf gleich, ihre Heimat verlassen müssen.

Am vergangenen Wochenende war es wieder so weit: Weltflüchtlingstag! Der 20 Juni ist für uns von der UNO-Flüchtlingshilfe und das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen Gelegenheit, auf den Mut, die Stärke und die Widerstandsfähigkeit, die Flüchtlinge, Binnenvertriebene und Staatenlose täglich aufbringen, hinzuweisen und sie zu würdigen.

Es kommt mir manchmal so vor, als sei es ein eingeübtes Ritual: der Hohe Flüchtlingskommissar, Filippo Grandi, nennt die globalen Flüchtlingszahlen. Jedes Jahr eine immer größer werdende Zahl. Und selbst der diesjährige Superlativ „79,5 Millionen Menschen - niemals in seiner 70-jährigen Geschichte hat das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen mehr Vertriebene registriert“ lässt uns erschrocken, ratlos und ein wenig Schulter zuckend zur Tagesordnung übergehen.

Als sich dann am Wochenende so viele Künstlerinnen und Künstler gemeinsam mit der UNO-Flüchtlingshilfe mit den Flüchtlingen solidarisch erklärt haben, wurde mir aber wieder bewusst, dass es viel, viel mehr ist, als ein Ritual. Es ist ein starkes Zeichen der Solidarität, der Humanität und für eine weltoffene Gesellschaft.

So vielfältig wie das Engagement der deutschen Zivilgesellschaft waren dann auch unsere Unterstützer*innen und Gäste, die den diesjährigen Weltflüchtlingstag zu etwas ganz Besonderem gemacht haben:

Im Instagram Livestream Interview hat uns die Schwimmerin und UNHCR-Botschafterin Yusra Mardini so berührend und inspirierend von ihrer Flucht aus Syrien berichtet. Sie zog schwimmend das mit 18 Personen beinahe kenternde Fluchtboot mit ihrer Schwester über mehrere Stunden durch das Mittelmeer in Sicherheit. Schauspieler*innen unterstützen unsere Aktion und bekannten sich in den sozialen Medien: Ich stehe #withrefugees. Die Studierenden der POP-Akademie Baden-Württemberg haben mit einem beeindruckenden Livestream-Konzert Menschen weit über Baden-Württemberg hinaus erreicht. Buchhandlungen in ganz Deutschland dekorierten ihre Schaufenster mit der Literatur Geflüchteter und schlossen sich so der Kooperation der UNO-Flüchtlingshilfe mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels an. Die Bürgermedien berichteten in ihren Offenen TV Kanälen z.B. in Hamburg, Schwerin, Rostock, Gera und vielen anderen Städten über die Arbeit vor Ort und die UNO-Flüchtlingshilfe weltweit.

Und schließlich haben bekannte Musiker*innen gemeinsam mit der UNO-Flüchtlingshilfe und Spotify Deutschland an diesem Wochenende allen klargemacht: Wir stehen ein, für Flüchtlinge. Von wegen, ein Ritual!

Nein dieser Tag war für mich Motivation und für uns alle eine Handlungsaufforderung.

Die Zivilgesellschaft, das sind die Vielen, die sich für die Werte unserer Gesellschaft einsetzen, die für Menschlichkeit und Respekt und Weltoffenheit stehen. Sie zeigen durch ihr Engagement, dass sie die Mehrheit sind.

Die Minderheit mag lautstark sein, nationale Parolen grölen und mit Angst agieren, um gegen diejenigen zu mobilisieren, die einen Anspruch auf Schutz und Sicherheit bei uns haben.

Mir gibt – trotz dieser unvorstellbar großen Zahl der Flüchtlinge – der Weltflüchtlingstag Kraft und Gewissheit, dass unsere Arbeit in der UNO-Flüchtlingshilfe und die weltweiten, lebensrettenden Einsätze unserer Kollegen*innen des UNHCR genau die richtige ist. So stehen wir gemeinsam mit dem Engagement der Zivilgesellschaft an der Seite der Menschen auf der Flucht.

 
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