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Mittelmeer: Zahl der Toten steigt / Lage auf griechischen Inseln bleibt dramatisch
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Deutschland: Schlauchboote werden Designer-Taschen

Eine Nichtregierungsorganisation stellt in Berlin aus alten Schlauchboothüllen neue Taschen her. Aus wertlosem Abfall wurde eine Geschäftsidee, die auch der Integration von Flüchtlingen in Deutschland hilft.

Ein Rucksack erstellt aus Flüchtlingsbooten.

Zum Nachdenken und Benutzen: Rucksäcke aus Flüchtlingsbooten. Foto: UNHCR/G.Welters

Abid musste aus seiner Heimatstadt Lahore in Pakistan fliehen. Heute arbeitet der junge Mann in einer Werkstatt in Berlin, wo er modische Taschen und Assecoirs herstellt.

Vor drei Jahren stieg Abid in der Türkei in ein mit 50 Flüchtlingen völlig überfülltes Schlauchboot. Abid musste das Boot steuern und sie erreichten die griechische Insel Lesbos. “Das sind sehr schlimme Erinnerungen,” erzählt Abid, wenn er daran denkt, wie ihr wackeliges Boot in den Bugwellen eines größeren Schiffes fast gekentert wäre. “Manchmal denke ich daran, wenn ich dieses Material in den Händen halte. Aber das ist die Vergangenheit. Jetzt lebe ich durch diese Arbeit. Ich bin glücklich, weil ich viele wunderschöne Dinge mache.”

Eine Geschäftidee wird geboren
Nora Azzaoui und Vera Günther gründeten die Organisation Mimycri, nachdem sie als Freiwillige auf der griechischen Insel Chios im Winter 2015 neu ankommenden Flüchtlingen geholfen hatten. “Das war eine verrückte Zeit und da kamen so viele Boote an”, erzählt Vera. “Zwischen den Ankünften, machten wir die Strände wieder sauber und warfen all dieses Material weg. Dann haben wir gedacht, dass es nicht schwierig ist, etwas zu machen, dass etwas ändert, man muss es nur machen.”

Vera und Nora brachten das Bootsmaterial mit nach Deutschland und ein befreundeter Designer entwarf einen robusten Rucksack. Eine Geschäftsidee war geboren.

Die beiden Frauen hatten selber keine Design- oder Schneiderausbildung, fanden aber die nötigen finanziellen Mittel und mit Abid bald auch einen guten Schneider, der das Projekt umsetzen kann. Das Team wurde um zwei weitere Flüchtlinge aus dem Iran und Syrien erweitert.

“Abid ist der wichtigste Teil unseres Teams,” sagt Nora. “Er ist der Experte, um das Material zusammenzunähen. Wir haben viel voneinander gelernt. Wir wollen zeigen, dass es möglich ist, Neuankömmlinge zu integrieren und ein positives Beispiel dafür zu sein, wie das funktionieren kann.”

Jedes Boot trägt eine Geschichte
Die ausgedienten und gereinigten Schlauchboote werden in Berlin auseinandergenommen und die Teile für unterschiedliche Produkte genutzt: Das schwarze, weiße oder graue Außenhaut wird für Taschen genutzt. Die inneren, bunten Plastikschläuche für kleine Beutel und Schlüsselanhänger. Bald sollen neue Produkte hinzukommen, die gleichzeitig stilvoll sind und viel Bedeutung haben.

“Wir haben eine große Verantwortung, denn wir arbeiten mit geschichtsträchtigem Material“; sagt Vera. “Jedes Mal, wenn wir in neues Boot auspacken ist das etwas sehr emotionales. Jedes Boot trägt bereits eine Geschichte. Ich denke, wenn wir das in etwas Neues umwandeln ist das etwas sehr Berührendes und auch Machtvolles. Wir wollen, dass die Leute ihre Perspektive verändern, darüber, was es vorher war und was es jetzt sein kann. Wir wollen, dass sie über seine Geschichte nachdenken und eine völlig neue Geschichte entwickeln.”

Für Abid bedeutet die neue Arbeit ein neues Leben. “Als ich nach Deutschland kam, dachte ich, ich brauche nur einen sicheren Ort”, sagt er. “Hier sind die Menschen wunderbar. Jetzt habe ich eine Arbeit und eine Karriere. Es ist eine Familie.”

 

Nicht verpassen: Heute, 24.5., 19 Uhr, ist die Mimycri-Fashion Show

im CRCLR house, Rollbergstraße 26,  12053 Berlin

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