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DR Kongo: Steigende Gewalt zwingt tausende Menschen zur Flucht

In der Region Beni, im Osten der Demokratischen Republik Kongo, haben die Angriffe auf Zivilisten in den vergangenen Wochen zugenommen. Täglich werden zehntausende Menschen zur Flucht aus dem sogenannten “Dreieck des Todes” gezwungen.

DRKongoPriscilla, Mutter mit Kind im Arm

Priscilla und ihr 7 Monate alter Sohn Joshua haben sich in Sicherheit gebracht. Foto:UNHCR/N.Micevic

Als bewaffnete Männer Macheten und Gewehre schwingend in das Dorf eindrangen, rannte Priscilla um ihr Leben. “Sie schnitten meinen Eltern die Kehle durch und töteten sie, weil sie zu alt waren, um zu laufen”, erzählt die 48-Jährige. “Wir versteckten uns drei Tage im Busch, fast nackt, wir hatten kaum etwas dabei.”

Auch die 60-jährige Charlotte überlebte die Gewalt. Zwei ganze Dörfer flüchteten an dem Tag. Charlotte verlor einen Neffen und zwei Nichten auf der Flucht: “Wir hörten Gewehrschüsse und rannten in den Busch und schliefen dort. Als wir zu unserem Haus zurückgingen, hatten sie es abgebrannt.”

Seit den Neunzigerjahren schwelt im Osten der DR Kongo ein bewaffneter Konflikt zwischen Rebellen und Regierungstruppen. In der Region Beni entlang der Grenze zu Uganda leben die Volksgruppe der Mbuti, traditionell Sammler und Jäger. Mehr als 100 bewaffnete Gruppen sollen sich in der Region aufhalten und die Bevölkerung mit Gewalt und Menschenrechtsverletzungen terrorisieren.

Humanitäre Situation verschlimmert sich
Seit Januar sollen mehr als eine halbe Million Menschen aus ihren Häusern und Dörfern vertrieben worden sein. Die Sicherheitssituation macht es humanitären Organisationen schwer, den leidenden Menschen zu helfen. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) warnte deshalb erneut vor einer sich weiter verschlimmernden humanitären Situation. In der Region leben ca. 1,3 Millionen Einwohner. In den vergangenen Wochen war zusätzlich noch der Ausbruch der Ebolaseuche gemeldet worden.

„Die Zivilbebölkerung ist seit Monaten in einem bewaffneten Konflikt gefangen, der keinerlei Anzeichen für eine Beendigung zeigt“, so Marie-Hélène Verney, Leiterin des UNHCR-Büros in Goma, North Kivu. „Der UNHCR ist sehr besorgt über die Situation in und um Beni.“

Die Menschen hätten sich in verschiedene Dörfer geflüchtet. Familien schlafen auf dem nackten Boden, ohne Schutz vor Sonne, Wind und Wetter. Die Lebensmittel werden knapp, weil das Jagen unmöglich geworden ist, seit die Wälder von Bewaffneten kontrolliert werden.

Unter den Vertriebenen ist auch Emeria, die vor der Gewalt fliehen musste. “Wir waren nie hungrig, wir konnten alles essen was wir wollten und wir hatten unsere Felder”, erzählt sie. “Aber jetzt waren wir nicht zurückzugehen, es ist zu gefährlich. Jetzt lebt dort der Feind.”

UNHCR arbeitet mit den Gastgemeinden zusammen, unterstützt die Vertriebenen und versucht mit den lokalen Behörden Lösungen für die Krise zu finden.

Gabriel, 43, selbst ehemaliger Flüchtling, hat acht Flüchtlingsfamilien aufgenommen. Trotz der Gefahr geht er regelmäßig zu seinen Feldern, um Essen zu holen.  “Etwas zu Essen zu finden, ist die größte Herausforderung für uns. Darum gehe ich zu den naheliegenden Feldern, wen es sicher ist. Ich bin diesen Morgen losgegangen, aber dann hörte ich Schüsse und bin geflohen”, erzählt er. “In diesem Krieg, habe ich keine Hoffnung. Das Einzige, was wir brauchen, ist Frieden, sonst nichts.”