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Irak: Hoffnung auf ein neues Leben in Mossul

Langsam kehren die Menschen nach Mossul zurück, um ihre Stadt wieder aufzubauen. Häuser, Schulen und Krankenhäuser sind zerstört, die Versorgung mit Wasser und Elektrizität ist zusammengebrochen. Minen und nicht explodierte Munition gefährden die Rückkehrer - vor allem die Kinder. Trotzdem verlieren Menschen wie Um Ahamed und Shehab nicht den Mut.

In den Trümmern finden die Rückkehrer manchmal Reste ihres Lebens vor dem Krieg. Foto: UNHCR/C.Yar

In einem halb zerstörten Haus im Westen Mossuls lebt Um mit ihrem Ehemann Shehab Ahmed und 15 ihrer Familienangehörigen. Trotz der Zerstörung ist die junge Frau froh, dass ihr Haus noch steht, denn viele Häuser in der Nachbarschaft sind nur noch Trümmerhaufen.

Raktenangriffe und Flucht
Als der Kampf um die Rückeroberung der Stadt im März in vollem Gange war, verbrachte die 35-Jährige zehn lange Tage voller Angst im Keller des Hauses. Zusammen mit 40 anderen Menschen saßen sie in einem dunklen, feuchten Raum mit nur einem winzigen Fenster, durch das Luft kam. Mit Schaudern erinnert sich Um Ahmed an den Geruch der Angst zwischen den eng aneinander gedrückten Menschen.

Während einer kurzen Feuerpause, floh sie mit ihrem Mann, Shehab, und den Kindern aus der Stadt in das etwa 50 Kilometer entfernte Flüchtlingslager Jadaa. Wenige Stunden später traf eine Rakete ihr Haus.

Shehab litt in dem heißen und staubigen Flüchtlingslager - der 42-Jährige hat einen Herzfehler und Epilepsie. Einen Tag nachdem der Sieg über die Milizen erklärt worden war, kehrte die Familie zu ihrem Haus zurück, um nach dem Rechten zu sehen. “Wir sind nach Mossul zurück gegangen, weil es für meinen Mann, mit seiner schlechten Gesundheit zu schwierig war, im Zelt zu leben,” erklärt Um Ahmed. “Außerdem hatten wir Angst, unser Haus zu verlieren.”

Das Haus war stark beschädigt. Die Familie hatte jedoch Glück im Unglück: der Schutt der Fassade vor dem Haus hatte Plünderer davon abgehalten, ins Innere zu gelangen, so dass der Hausrat, die Möbel und persönliche Gegenstände erhalten geblieben waren.

Neuanfang in einer zerstörten Stadt
Um Ahmed ist froh, wieder zu Hause zu sein. Doch das Leben bleibt eine Herausforderung: Strom gibt es nur acht Stunden am Tag und ist teuer. Das Trinkwasser wird in einem Tanklaster herangeschafft und muss gelagert werden. Zum Waschen und für die Toilette muss das Wasser von einem Brunnen geholt werden. Um Ahmed näht mit einer Schwester zusammen Kleider, um über die Runden zu kommen.

Angesichts der großen Zerstörung, vor allem im Westen von Mossul, wird eine Unterstützung der Menschen noch lange notwendig sein. UNHCR hilft Familien, die in die Stadt zurückkehren, muss aber gleichzeitig auch diejenigen versorgen, die noch länger in den Flüchtlingslagern bleiben müssen, weil sie nicht zurückkehren können.Bislang sind 79.000 Menschen - etwa 10 Prozent der Geflüchteten - in den Westen Mossuls zurückgekehrt. In den Osten der Stadt, in dem weniger zerstört wurde, sind rund 90 Prozent der Einwohner zurückgekehrt.

UNHCR hilft vor Ort
Seit Juli wurden Baumaterial an über 3.200 Familien verteilt, damit sie Häuser bewohnbar machen können. Bis Jahresende sollen 36.000 Familien erreicht werden. Familien in Not erhalten einmalige finanzielle Hilfe, damit sie die Kosten in der ersten Zeit, wie Miete, Lebensmittel oder dringende Ausgaben, tragen können.

Langsam kehrt wieder Leben in die Altstadt von Mossul zurück. Doch Um Ahmed und Shehab wissen, dass es noch viele Jahre dauern wird, bis das Leben wieder normal ist. “Die Zukunft liegt in den Händen Allahs, aber wir sollten die Hoffnung nie aufgeben”, sagt Shehab. Die Sorgen der vergangenen Jahre sieht man in seinem Gesicht. “Nicht die Jahre haben uns alt gemacht, sondern die Dinge, die wir gesehen haben.”

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