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Kamerun: Eine halbe Million Menschen auf der Flucht vor der Gewalt

Seit zwei Jahren kommt es im Südwesten Kameruns immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen den Regierungstruppen und Separatisten, die auch die Zivilbevölkerung gefährden. Bislang sind über 470.000 Menschen aus ihren Häusern und Dörfern geflohen. Finanzielle Engpässe gefährden die Hilfsmaßnahmen für die Menschen.

Kamerun

Neuangekommende Flüchtlinge warten in der Flüchtlingssiedlung Agadom in Nigeria. Foto: UNHCR/W.Swanson

Rachel Agah erzählt, wie bewaffnete Männer in das Dorf stürmten und ihren Mann festnahmen. Als er vor ihren Augen erschossen wurde, wußte die 27-Jährige, dass sie schnell handeln musste: Ohne groß nach persönlichen Dingen zu suchen, nahm sie ihre Söhne und floh ins Unterholz. Tagelang versteckten sie sich. Als ihr älterer Bruder und seine Familie hinzukamen brachen sie auf und schafften es bis zur Grenze nach Nigeria.

“Tag und Nacht denke ich nach. Ich denke an die Krise in Kamerun und meinen Mann“, erzählt Rachel.

Die Krise in Kamerun spitzte sich im vergangenen Jahr zu, als es zu gewaltsamen Proteste für eine Abspaltung kam. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen sind in diesem Jahr bereits etwa 400 Zivilisten bei Kämpfen getötet worden. 437.000 Binnenvertriebene meist aus den Englisch sprechenden Regionen haben sich in Sicherheit gebracht. Dazu kommen 35.000 Flüchtlinge, die sich wie Rachel nach Nigeria geflüchtet haben.

Der Großteil der Flüchtlinge sind Frauen und Kinder, die kaum etwas auf ihre Flucht mitnehmen konnten. Sie stellen die Aufnahmegemeinden der Region vor große Herausforderungen.

“Ich habe kaum etwas, um über die Runden zu kommen – ich habe keine Einkommensquelle.”

Rachel ist mit ihren Kindern in der Flüchtlingssiedlung Adagom untergekommen. Sie macht sich große Sorgen um die Kinder. Lebensmittel und Wasser sind knapp. Gesundheitsstationen und Schulen sind mit dem erneuten Zustrom von Flüchtlingen überfordert, obwohl das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) bereits das Schulangebot ausgeweitet hat. „Neun Monate lang sind meine Söhne jetzt nicht zur Schule gegangen, weil es kaum Schulen gibt“, erzählt die Mutter.

"Die Situation ist verzweifelt”, sagt der Leiter des UNHCR-Büros in Ogoja, Josiah Flomo. „Die fehlenden finanziellen Mittel beschneidet unsere Möglichkeit, um die Menschen in allen Bereichen angemessen zu versorgen.”

Die vorhandenen Ressourcen seien ausgeschöpft, fügt Flomo hinzu. Viele Neuankömmlinge haben keine richtigen Unterkünfte. Sie werden in großen Zelthallen aus Plastikplanen aufgenommen. Doch auch diese seien an ihrer Kapazitätsgrenze.

Rachel lebt mittlerweile in einem geliehenen Zelt, das sie mit zehn anderen Flüchtlingen teilt. “Ich lege ein Tuch auf den Boden, damit meine Kinder und die Kinder meines Bruders sich dort hinlegen können”, erklärt sie.

UNHCR arbeitet mit den Behörden Nigerias zusammen, um die Neuankömmlinge zu registrieren und sie zu versorgen. Darunter auch diejenigen, die in über 47 Dörfern entlang der Grenze untergekommen sind. Ein dringender Hilfsappell von UNHCR zur Unterstützung der Flüchtlinge in Kamerun und Nigeria verhallte fast ungehört. Von den 184 Millionen US-Dollar, die für lebensrettende Nothilfe vor Ort gebraucht werden, sind bislang nur 4 Prozent eingegangen.

“Solange Flüchtlinge ankommen, werden wir uns um sie kümmern”, sagt Flomo. „Aber wir brauchen dringend Unterstützung.”

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