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Mittelamerika: Schulen in Costa Rica heißen Flüchtlingskinder willkommen

Nach den Protesten gegen die Regierung in Nicaragua, die im April 2018 begannen, wurden immer mehr Menschen eingeschüchtert und gezielt Opfer von Gewalt. Seither haben schätzungsweise 75.000 Nicaraguaner das Land verlassen. Die Mehrzahl von ihnen flohen in Richtung Costa Rica. Die Behörden zählten bis Mai 2019 61.791 Asylanträge. Dort engagieren sich die Gastgemeinden, damit die Flüchtlingskinder wieder in die Schule gehen können.

Nicaragua

"Bildung ist ein Menschenrecht" - eine Grundschule in Costa Rica. Foto: UNHCR/F.Sanchez

Der erste Schultag ist für die meisten Kinder sehr aufregend. Noch aufregender ist er für Lina* und Miguel*, denn sie besuchen die Schule in einem fremden Land. Die beiden konnten seit einem Jahr nicht mehr in die Schule gehen. Aus Angst, dass sie auf dem Schulweg angegriffen würden, liess ihre Mutter sie nicht mehr aus dem Haus.

“Ich konnte den Gedanken nicht ertragen, dass die Kinder in Gefahr sind.”

Die 35-jährige Melissa* erzählt, dass ihr Bruder 2018 an Protesten gegen die Regierung in Nicaragua teilgenommen hatte. Kurz darauf erhielt die Familie Todesdrohungen. Nachdem die Kinder nicht mehr in die Schule gehen konnten, entschloss sich Melissa, das Land zu verlassen.

“Es war sehr gefährlich für mich nach Managua zu gehen, um Pässe zu beantragen oder auch nur zur Schule zu gehen und die Zeugnisse zu bekommen”, erzählt Melissa. “Wir haben es gerade mal geschafft mit einem kleinen Koffer rauszukommen.”

Für viele Flüchtlingskinder stellen die Regularien, was den Schulbesuch angeht, in vielen Ländern unüberwindliche Hürden dar. Etwa die Hälfte der Flüchtlinge weltweit sind Kinder. Weniger als zwei Drittel – 61 % – können die Grundschule besuchen.

Schulpflicht auch für Flüchtlingskinder
Doch in Costa Rica gibt es eine Grundschulpflicht für alle Kinder – auch Flüchtlingskinder. Diese besuchen daher die kostenlose Grundschule. Im Norden des Landes haben die Schulen die Aufnahmekriterien noch einmal vereinfacht, damit auch Kinder ohne offizielle Dokumente eingeschult werden können.

Die Kleinstadt Upala mit etwa 44.000 Einwohnern, liegt in einer der ärmsten Regionen Costa Ricas. Viele Nicaraguaner sind dorthin geflohen. Einige Schulen bieten denjenigen Kindern, die mehrere Monate Schule verpasst haben, extra Unterricht an, damit sie den verlorenen Unterrichtsstoff aufholen können und sich besser integrieren.

Ramon*, Lehrer in der Schule von Lina und Miguel sagt, dass das Ziel sei, dass sich die Kinder aus Nicaragua sich hier zuhause fühlen. Die Einwohner von Upala haben für die Neuankömmlinge neben Lebensmitteln auch Schulmaterial gesammelt. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) unterstützt die Gemeinden darüber hinaus mit Schulmaterial, Bänken und Tischen.

Milton Moreno, UNHCR-Repräsentant in Costa Rica: “Diese Bemühungen zeigen, wie Solidarität aktiv gelebt werden kann und dient als Vorbild für uns alle.”

Lina und Miguel können weiter lernen – die beiden Geschwister haben wieder angefangen zu träumen, was die Zukunft ihnen bringen wird: “Ich bin froh, in Costa Rica zu sein und hier wieder lernen zu können”, meint Miguel. “Ich will Arzt werden.”

* Namen aus Sicherheitsgründen geändert.

 

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