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Mittelmeer: Zahl der Toten steigt / Lage auf griechischen Inseln bleibt dramatisch

Letzte Woche wurde ein trauriger Meilenstein erreicht: Über 2.000 Menschen sind in diesem Jahr bei der gefährlichen Überfahrt über das Mittelmeer gestorben. Für die Überlebenden bleibt die Situation auf den griechischen Inseln Samos und Lesbos prekär.

Mittelmeer: Zahl der Toten steigt / Lage auf griechischen Inseln bleibt dramatisch

Asylsuchende im Moria Aufnahmezentrum auf Lesbos (Griechenland) leben unter prekären Umständen und haben nur begrenzt Zugang zur Grundversorgung. © UNHCR/Daphne Tolis

Stellen Sie sich vor, Sie wachen auf und am Kopfende ihres Bettes schwimmen Unrat und Fäkalien vorbei. Überrascht schrecken Sie hoch, springen auf und wollen schnell ins Badezimmer, um sich zu waschen. Dort stellen sie fest, dass die Toilette nicht funktioniert und auch die Dusche kaputt ist. Eine Situation, die man wirklich niemandem wünschen möchte.

Kurz vor dem Winter spitzt sich die Lage zu

So oder zumindest so ähnlich fühlen sich derzeit tausende Menschen in den Aufnahmelagern auf Samos und Lesbos in Griechenland. Die Lage der rund 11.000 Asylsuchenden auf den beiden Inseln, ist kurz vor Winterbeginn extrem dramatisch. Die Lager sind hoffnungslos überfüllt. Auf Samos müssen sechsmal so viele Bewohner als geplant, untergebracht werden.

Unter diesen dramatischen Bedingungen leiden nicht nur die Betroffenen. Auch diejenigen, die Hilfe leisten wollen, können es nicht. Ärzte berichten Dramatisches. Ein einzelner Arzt für alle Notleidenden kann die Behandlung nicht stemmen. Dass die Betroffenen über die langsame Bearbeitung ihrer Anträge klagen, liegt auf der Hand. Ebenso, dass infolge dieser Situation die Spannungen in den Aufnahmelagern zunehmen.

UNHCR, das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, ruft zu Verbesserungen der humanitären Lage auf Samos und Lesbos auf. Mit dem nahenden Winter sind tausende Betroffene auf Hilfe und Unterstützung angewiesen. UNHCR begrüßt daher den Plan der griechischen Behörden, 6.000 Menschen auf dem Festland in weiteren Notunterkünften unterzubringen.

Die traurigste Nachricht aus Griechenland und dem Mittelmeerraum insgesamt ist allerdings, dass hier die Rede von denjenigen ist, die es bis an Land geschafft haben. Zu viele haben ihre Leben auf hoher See verloren.

Aktuelle Zahlen und Informationen zur Situation im Mittelmeer finden Sie hier auf dem UNHCR-Portal

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