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Somalia: Wiedersehen nach 20 JahrenSomalia: Tausende flüchten vor dem HungerHungersnot im Jemen, Südsudan und in Somalia
Update

Somalia: Auf der Flucht vor der Dürre

Wegen einer anhaltenden Dürre sind in Somalia seit November 2016 mehr als 135.000 Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht. Um eine Katastrophe wie vor sechs Jahren zu vermeiden, als etwa 250.000 Menschen verhungerten - mehr als die Hälfte von ihnen Kinder unter fünf Jahren - sind weitere Hilfsmaßnahmen und die finanzielle Unterstützung der Bemühungen notwendig.

Menschen flüchten vor der anhaltenden Dürre in andere Landesteile.

Menschen flüchten vor der anhaltenden Dürre in andere Landesteile. Foto: UNHCR/Ose

Erste Hungertote
Die Menschen verlassen ihre Dörfer wegen der Dürre, steigenden Preisen für Lebensmittel und der fortdauernden Unsicherheit in der Region. Es gibt Berichte von akuter Unterernährung, besonders bei Kindern, Durchfallerkrankungen, wie Cholera und Todesfällen aufgrund von Hunger.

UNHCR und Partnerorganisationen haben Hilfsmaßnahmen in den am schlimmsten betroffenen Regionen - Puntland und Somaliland, Bay und Bakool - eingeleitet. Hilfsgüter, darunter 2.500 Nothilfekits, wurden an Vertriebene verteilt sowie Unterkünfte und Wasser bereitgestellt.

Nach Behördenangaben sind mehr als 20.000 Familien aus der Region Puntland aufgebrochen. Seit Beginn des Jahres wurden mehr als 3.770 somalische Flüchtlinge in Äthiopien registriert, die vor der Dürre geflohen waren. 75 Prozent der Flüchtlingskinder zeigten Symptome akuter Unterernährung.

Rückkehrer aus Kenia
Die Dürre trifft die Region zu einer Zeit, da UNHCR die freiwillige Rückkehr von Flüchtlingen aus dem weltgrößten Flüchtlingslager Dadaab in Kenia unterstützt. Seit 2014 sind bereits knapp 50.000 Flüchtlinge nach Somalia zurückgekehrt. Bislang hat die Dürre keine Auswirkungen auf die Rückkehrzahlen.

UNHCR und weitere humanitäre Organisationen haben sich auf steigende Zahlen von Binnenvertriebenen vorbereitet. Eine Finanzierung der Hilfe für die notleidenden Menschen ist jedoch dringend notwendig, da von den benötigten 825 Millionen US-Dollar bislang erst 100 Millionen zugesagt wurden.