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Afrika: UNHCR warnt vor HungerkatastropheHungersnot im Jemen, Südsudan und in SomaliaSomalia: Auf der Flucht vor der Dürre
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Somalia: Tausende flüchten vor dem Hunger

Seit Jahrzehnten wird das Leben der Menschen in Somalia von Instabilität und Gewalt beherrscht. Nun kommt zu der Bedrohung durch Al Shabab-Milizen die seit sieben Jahren schlimmste Dürre hinzu. Etwa 6,2 Millionen Menschen - die Hälfte der somalischen Bevölkerung - sind auf humanitäre Hilfe angewiesen. 994.000 Kinder leiden unter akuter Unterernährung. Tausende Menschen fliehen aus Somalia über die Grenze in das Nachbarland Äthiopien.

Flucht vor dem Hunger in Somalia

Aisha und die Kindern sitzen erschöpft im Aufnahmelager Dolla Ado in Äthiopien. Foto: UNHCR/D.Diaz

Hungrig und erschöpft erreichte Aisha Yussuf Abdi mit ihren sieben Kindern nach einem dreitägigen Marsch die äthiopische Grenze. “Wir liefen und schliefen auf der Straße”, erzählt die 40-Jährige. Ihre Augen wandern nervös hin und her, während sie von den letzten Tagen berichtet.

“Ich musste meinen Mann und meine Eltern dalassen, damit meine Kinder um ihr Überleben kämpfen können.”

Aisha gehört zu den etwa 4.300 Flüchtlingen, die seit Beginn des Jahres abgemagert und erschöpft  über die Grenze von Somalia nach Äthiopien kamen. Im Aufnahmezentrum Dolla Ado werden die Neuankömmlinge registriert und medizinisch versorgt. Fast Dreiviertel der Kinder unter 5 Jahren sind mangelernährt.

“Die Menschen kommen hungrig an. Eine beträchtliche Anzahl der Kinder und Mütter sind unterernährt”, berichtet die Gesundheitsexpertin Sandra Harlass vom UNHCR. “Es ist eine sehr schwierige Situation, die wir dringend angehen müssen, um Leben zu retten.”

Die Tiere verdursten
“Wir hatten eine Farm, eigene Kühe und immer etwas zu Essen auf dem Tisch. Aber man konnte fühlen, wie die Dürre kommt”, erzählt Aisha. Die Familie versuchte vergeblich, die Farm zu bewirtschaften. Doch als alle Bemühungen fehlschlugen, wusste Aisha, dass es Zeit war zu gehen. “All unsere Kühe - einfach alles ist vor unseren Augen gestorben. Wir haben Hunger und wir suchen etwas zu Essen”, fügt sie hinzu.

Ali Said ist 31 Jahre alt und Vater von acht Kindern. Er erzählt, wie viele der Neuankömmlinge, vom Hunger und der Verzweiflung,: “Die Dürre ist sehr schlimm und einige Gebiete sind unzugänglich”, berichtet er und beruhigt dabei einen seiner Söhne. Alis Farm trocknete aus und die Tiere starben innerhalb von wenigen Wochen. “Auch unter diesen Umständen kann man keine Hilfe bekommen, weil die Al Shabab dort ist”, erzählt er.

Über 1 Million Binnenvertriebene
In den vergangenen Monaten sind etwa 256.700 Menschen wegen der Dürre in andere Landesteile Somalias geflohen. Insgesamt gibt es damit in Somalia 1,1 Millionen Vertriebene. UNHCR und andere Hilfsorganisationen tun ihr Möglichstes, um die Situation zu entschärfen und eine verheerende Hungerkatastrophe wie vor fünf Jahren zu verhindern. Damals starben 250.000 Menschen in Somalia und Hunderttausende verließen das Land.

Viertgrößte Flüchtlingskrise weltweit
Aus Somalia sind bislang mehr als 1,4 Millionen Menschen geflohen. Manche von ihnen leben seit Jahrzehnten im Exil - zum größten Teil in den Nachbarländern. Allein in Äthiopien leben über 245.000 somalische Flüchtlinge. In Kenia sind es 324.000, im Jemen 255.000, in Uganda 39.500 und Djibouti 13.000.

Die jetzige Situation in Somalia, macht ein internationales Eingreifen notwendig. “Die internationale Gemeinschaft muss eine neue Strategie entwickeln, indem sie zunächst die dringendsten Bedürfnisse der Flüchtlinge angeht und dann Möglichkeiten schafft, damit sie sich selbst versorgen können und man gleichzeitig einen positiven Beitrag zur Entwicklung der Gastgemeinden leistet", UNHCR-Mitarbeiterin Surrya Riaz.

Hilfe für Flüchtlinge in Äthiopien
Auch im Süden Äthiopiens, wohin sich über 245.00 somalische Flüchtlinge gerettet haben, breitet sich die Dürre aus. Für die Hilfe dort sind dringend finanzielle Mittel nötig, um Leben zu retten und die Entwicklung fördern zu können.

„Die Situation in Somalia ist nicht gut“, sagt Aisha, die auf Frieden hofft, um bald nach Hause zurückkehren zu können. „Alles, was ich möchte, ist ein besseres Leben für meine Kinder. Sie sollen zur Schule gehen können. Aber unser Leben ist dort, nicht hier. Ich hoffe, wir können einen Tages zurück nach Hause – so Gott will.“

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