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Staatenlosigkeit: Ein Leben am Rande der Gesellschaft

Weltweit sind Millionen Menschen von Staatenlosigkeit betroffen. Ihnen werden grundlegende Menschenrechte verwehrt, die für die meisten Menschen selbstverständlich sind. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) ruft in seiner #IBelong-Kampagne die Staaten auf, schneller und entschiedener zu agieren, um Staatenlosigkeit zu verhindern und den betroffenen Menschen zu helfen.

Staatenlosigkeit: Ein Leben am Rande der Gesellschaft

Bedri mit seinem Hund Lux vor dem Haus, in dem er in Novska wohnt. Foto: UNHCR/Z.Balla

In Kroatien sind etwa 3.000 Menschen von staatenlos. Unter ihnen ist Bedri Hoti. Er hat am eigenen Leib erfahren, was es heißt staatenlos zu sein. Jahrelang führte er ein Leben in Armut am Rande der Gesellschaft. Das Land, in dem er die meiste Zeit seines Lebens verbrachte, erkannte sein Recht dort zu leben nicht an.

Bedri wurde im Kosovo als Kind von albanischen Flüchtlingen geboren. Mit 17 kam er nach Kroatien. „Ich kam hierher, um zu arbeiten“, erzählt er. „Mit wurde ein Job als Kellner in Novska angeboten und dann konnte ich als Mechaniker arbeiten. Ich hatte mein eigenes Auto und meine eigene Wohnung. Ich war zufrieden.“

Während des Krieges zwischen 1991 und 1995 in Kroatien blieb Bedri in Novska und war verpflichtet, als Fachkraft die Fahrzeuge der kroatischen Armee zu reparieren. Sein Antrag auf eine kroatische Staatsangehörigkeit, die er während des Krieges einreichte, wurde dennoch abgelehnt. Die Begründung: er sei albanischer Bürger. „Dabei bin ich noch nie in meinem Leben in Albanien gewesen“, sagte Bedri.

„Ich habe nur wegen der Liebenswürdigkeit einzelner überlebt“, sagt Bedri.

Für Bedri bedeutete keine Dokumente zu besitzen, nur notdürftig leben zu können. 25 Jahre lang konnte er nicht arbeiten und bekam keine soziale Unterstützung. Reisen stand für Bedri außer Frage und er durfte auch nicht heiraten.

Staatenlosigkeit beraubt Menschen ihres normalen Lebens
Staatenlose Menschen können oftmals nicht die Schule besuchen. Sie können nicht zum Arzt gehen, einen Beruf ergreifen, ein Konto bei der Bank eröffnen, ein Haus kaufen oder heiraten.

UNHCR, das UN Flüchtlingshilfswerk, führt seit vier Jahren die Kampangne #IBelong durch. In der auf die Probleme von staatenlosen Menschen aufmerksam gemacht wird und Lösungswege aufgezeigt werden. Ziel ist es, bis 2024 der Staatenlosigkeit ein Ende zu setzen.

„Heute rufe ich Politiker, Regierungen und Gesetzgeber auf der ganzen Welt auf, sofort zu handeln, entschlossene Maßnahmen zu ergreifen, um Staatenlosigkeit bis 2024 weltweit zu beseitigen“, sagte der UN-Hochkommissar für Flüchtlinge Filippo Grandi. „ Sowohl aus menschlicher als auch aus ethischer und politischer Sicht ist es das Richtige. Jeder Mensch auf diesem Planeten hat das Recht auf Nationalität und das Recht, ich gehöre dazu – I BELONG – zu sagen.“

Das Bürgerrechtsprojekt Sisak, eine Nichtregierungsorganisation und Partner des UNHCR, unterstützte Bedri mit freier Rechtsberatung und Prozesshilfe. Nachdem der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte im April 2018 seinen Fall unterstützte, begann Kroatien die Angelegenheit richtig zu stellen.

Bedri ist nun, nach dem Übereinkommen über die Rechtsstellung der Staatenlosen von 1954, als staatenlos anerkannt und hat erstmals Reisedokumente erhalten. In acht Jahren darf er die kroatische Staatsbürgerschaft beantragen. Für ihn ist das ein Licht am Ende des Tunnels. Doch da sein Fall noch nicht abgeschlossen ist, lebt Bedri weiter, mit Unterstützung der Nachbarn, in einem schäbigen Zimmer in einem verlassenen Haus in der Stadt Novska.

Für Bedri ist viel Zeit verloren gegangen. Eine Rente zu bekommen, wird für ihn schwierig werden, da er keine Beiträge leisten konnte. „Ich bin nun 56“, erzählt er wehmütig. „Welche Aussichten gibt es noch für Männer in meinem Alter?“

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