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Update

Uganda: 1 Lehrer, 130 Schüler, 7 Bücher

Patrick arbeitet in Yangani, einer Schule, die vor etwa einem halben Jahr in Uganda eröffnet wurde, weil immer mehr Flüchtlinge aus dem Südsudan ankamen. Unter ihnen viele Kinder und Jugendliche im Schulalter. Die Schule ist völlig überfüllt. Es fehlen Lehrer und Schulmaterial.

In Yangani unterrichtet ein Lehrer eine Klasse mit 130 Schülern.

In Yangani unterrichtet ein Lehrer eine Klasse mit 130 Schülern. Foto: UNHCR

“Als ich hier anfing, hatten wir über 6.000 Schüler in der Schule”, erzählt Patrick. Die Schule musste viele Schüler aus Platzmangel abweisen, bis es schließlich 5.000 waren. Dies sei noch immer "eine sehr hohe Zahl", so Patrick.

Yangani ist eine staatliche Schule. Einige Schüler kommen aus der Umgebung, doch die meisten sind Flüchtlinge. Trotz der hohen Schülerzahl gibt es in Yangani nur 38 Lehrer. Patrick arbeitet seit 10 Jahren als Lehrer und das unter schwierigen Bedingungen, doch Yangani ist für ihn eine neue Herausforderung.

Yangani ist ein Patchwork aus Plastikzelten. Viele haben Löcher, die Planen flattern im Wind. Wenn die Sonne auf die Zelte scheint, wird es drinnen immer heißer und die Kinder winden sich.

“Es gibt einfach nicht genug Platz für alle Schüler.”

Patrick zeigt in eines der Zelte, wo es keinen freien Flecken mehr gibt. Überall sind Schüler: manche sitzen auf dem Boden, andere stehen hinten oder in den Gängen und auf den Schulbänken teilen sich bis zu fünf Kinder den Platz. “Manchmal ist es so eng, dass die Schüler neben dem Lehrer vor der Klasse stehen", erzählt Patrick.

Uganda hat fast 2 Millionen Flüchtlinge aus dem Südsudan aufgenommen, 60 Prozent von ihnen sind Kinder. Das Land zeigt sich dabei ungemein gastfreundlich: Flüchtlinge erhalten ein Stück Land und können öffentliche Leistungen empfangen. Kinder können in die Schule gehen.

1 Buch für 18 Schüler
Das Bildungsministerium strebt an, einen Lehrer pro 45 Schüler bereitzustellen. Drei Kinder sollen jeweils eine Schulbank haben und pro 14 Schülern ein WC vorhanden sein. Doch in Yangani werden all diese Standards gebrochen. “Wir haben jetzt 279 Schulbücher für alle Schüler, sie können sich vorstellen, wie schwierig es ist, sie aufzuteilen”, erklärt Patrick.

UNHCR arbeitet mit dem Bildungsministerium zusammen, um zumindest für ein wenig Entspannung der Lage zu sorgen. Es werden neue Schulen benötigt, Lehrpersonal und Schulmaterial, um sowohl für die lokale Bevölkerung als auch die Flüchtlingskinder ein angemessenes Bildungsangebot zu haben. “Die Regierung tut schon ihr Bestes. Wir brauchen dringend mehr finanzielle Unterstützung, um die Lücken zu füllen”, sagt UNHCR-Mitarbeiter Julius Okello in Bidibidi.

Der 17-jährige Bashir floh im vergangenen November aus dem Südsudan. Seine Eltern blieben zurück. Er weiß nicht, was aus ihnen geworden ist. Jetzt lebt Bashir allein in Bidibidi. Monatelang wartete er auf die Eröffnung von Yangani, weil es in der Umgebung keine Schulen gab.

Bashir erzählt, dass es manchmal schwierig ist zu lernen: “Wir haben nicht genug Bücher. Wenn du etwas Geld hast, kannst du dir welche kaufen, aber die meisten Schüler können sich das nicht leisten. Manche von uns, die keine Eltern haben, haben es schwer.”

Trotzdem will Bashir auf jeden Fall die Grundschule beenden. Er ist in der letzten Klasse. Und Patrick fügt hinzu “Stellen Sie sich vor: Nur 38 Lehrer für alle diese Schüler. Da fühlt man sich manchmal überwältigt.”