15. November 2013

Syrien: Flüchtlinge bereiten sich auf Winter vor

Die Wüste in der Grenzregion zwischen Syrien und Jordanien ist jetzt bedeckt mit Schlamm und Matsch.  Regen und Hagel machen das Fortkommen mit Lastwagen oder Bussen schwierig bis unmöglich. Die Menschen, die aus den Städten Homs, Idlib, Dara'a und der Umgebung von Damaskus fliehen,  müssen die Strecke daher zu Fuß zurücklegen. Viele sind bei den winterlichen Temperaturen barfuß und ohne Mäntel unterwegs.

Für die meisten ist der Regen nicht das Problem - sie fliehen vor schlimmerem: einem Krieg, der seit drei Jahren in ihrem Land tobt. "Ich ziehe den Regen den Bomben vor," sagt der 28-jährige Fahad, der als Fahrer in Homs arbeitete, bevor er beschloss vor der wachsenden Gewalt zu fliehen.

UNHCR und die Partnerorganisationen arbeiten rund um die Uhr, um die dringend notwendigen Hilfsgüter vor dem Winter zu den Menschen zu bringen. Die Meteorologen rechnen in diesem Jahr mit besonders strengen Temperaturen.

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  • Jordanien, November 2013: Viele überqueren die Grenze ohne Schuhe zu tragen. Wenn sie im Flüchtlingslager Zaatari ankommen, bekommen sie Socken und Schuhe von einem UNHCR-Partner, dem Norwegian Refugee Council. (Foto: UNHCR/G. Beals)
    Flucht ohne Schuhe
    Jordanien, November 2013: Viele überqueren die Grenze ohne Schuhe zu tragen. Wenn sie im Flüchtlingslager Zaatari ankommen, bekommen sie Socken und Schuhe von einem UNHCR-Partner, dem Norwegian Refugee Council. (Foto: UNHCR/G. Beals)
  • Jordanien, November 2013: Die Mehrheit derer, die früh am Morgen ankamen, schläft nun bis die Sonne aufgeht. Eine Gruppe von Frauen sammelt sich um die Flammen eines Heizofens. Sie sprechen über ihre Erlebnisse auf der Flucht. Sie alle sind erschöpft. (Foto: UNHCR/G. Beals)
    Aufnahmezentrum
    Jordanien, November 2013: Die Mehrheit derer, die früh am Morgen ankamen, schläft nun bis die Sonne aufgeht. Eine Gruppe von Frauen sammelt sich um die Flammen eines Heizofens. Sie sprechen über ihre Erlebnisse auf der Flucht. Sie alle sind erschöpft. (Foto: UNHCR/G. Beals)
  • Jordanien, November 2013: Viele Kinder überqueren die Grenze nach Jordanien. Schlafende Kinder verstecken sich unter diesen Decken. Zum ersten Mal seit langem haben sie die Möglichkeit, sich ohne Angst um ihre Sicherheit ausruhen zu können. (Foto: UNHCR/G. Beals)
    Schlafende Kinder
    Jordanien, November 2013: Viele Kinder überqueren die Grenze nach Jordanien. Schlafende Kinder verstecken sich unter diesen Decken. Zum ersten Mal seit langem haben sie die Möglichkeit, sich ohne Angst um ihre Sicherheit ausruhen zu können. (Foto: UNHCR/G. Beals)
  • Jordanien, November 2013: Zwei der Jüngsten sind mit einer Decke eingehüllt, um sich gegen die Kälte im Aufnahmezentrum zu schützen. Sie kommen aus Homs im Westen Syriens. (Foto: UNHCR/G. Beals)
    Die Jüngsten aus Homs
    Jordanien, November 2013: Zwei der Jüngsten sind mit einer Decke eingehüllt, um sich gegen die Kälte im Aufnahmezentrum zu schützen. Sie kommen aus Homs im Westen Syriens. (Foto: UNHCR/G. Beals)
  • Jordanien, November 2013: Nicht nur die Neuankömmlinge brauchen warme Kleidung. UNHCR hat sich mit JEN, einem Verbund japanischer NGOs, koordiniert, um Kleidung zu verteilen. Diese wurde vom Kooperationspartner Uniqlo gespendet. (Foto: UNHCR/G. Beals)
    Kleidungsverteilung
    Jordanien, November 2013: Nicht nur die Neuankömmlinge brauchen warme Kleidung. UNHCR hat sich mit JEN, einem Verbund japanischer NGOs, koordiniert, um Kleidung zu verteilen. Diese wurde vom Kooperationspartner Uniqlo gespendet. (Foto: UNHCR/G. Beals)
  • Jordanien, November 2013: Die einjährige Ameera aus Homs sitzt auf einem Bett im Zaatari Aufnahmelager. Sie mussten die syrisch-jordanische Grenze im eiskalten, strömenden Regen überquerten, erzählt ihr Vater. (Foto: UNHCR/G. Beals)
    Die einjährige Ameera
    Jordanien, November 2013: Die einjährige Ameera aus Homs sitzt auf einem Bett im Zaatari Aufnahmelager. Sie mussten die syrisch-jordanische Grenze im eiskalten, strömenden Regen überquerten, erzählt ihr Vater. (Foto: UNHCR/G. Beals)
  • Jordanien, November 2013: Ein junger Flüchtling sitzt eingepackt in einer warmen Decke. Die ganze Nacht hat er im Aufnahmezentrum in Zaatari verbracht. (Foto: UNHCR/G. Beals)
    Junger Flüchtling
    Jordanien, November 2013: Ein junger Flüchtling sitzt eingepackt in einer warmen Decke. Die ganze Nacht hat er im Aufnahmezentrum in Zaatari verbracht. (Foto: UNHCR/G. Beals)
  • Jordanien, November 2013: Diese Schuhe trug ein syrisches Kind auf dem langen Weg von Syrien nach Jordanien. (Foto: UNHCR/G. Beals)
    Schuhe
    Jordanien, November 2013: Diese Schuhe trug ein syrisches Kind auf dem langen Weg von Syrien nach Jordanien. (Foto: UNHCR/G. Beals)
  • Jordanien, November 2013: Das ist eine von dutzenden Jacken, die in den Straßen von Zaatari verkauft werden. (Foto: UNHCR/G. Beals)
    Jacke
    Jordanien, November 2013: Das ist eine von dutzenden Jacken, die in den Straßen von Zaatari verkauft werden. (Foto: UNHCR/G. Beals)
  • Jordanien, November 2013: Eine junge Angekommene aus Homs wartet auf ihre Registrierung im Zaatari Aufnahmelager. Nach der Registrierung bekommen sie und die anderen Neuankömmlinge eine Unterkunft, Decken, Plastikplanen, Kochgeschirr und andere Nothilfegüter. Auch Gasöfen werden verteilt. (Foto: UNHCR/G. Beals)
    Angekommen
    Jordanien, November 2013: Eine junge Angekommene aus Homs wartet auf ihre Registrierung im Zaatari Aufnahmelager. Nach der Registrierung bekommen sie und die anderen Neuankömmlinge eine Unterkunft, Decken, Plastikplanen, Kochgeschirr und andere Nothilfegüter. Auch Gasöfen werden verteilt. (Foto: UNHCR/G. Beals)
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"In Idlib gibt es kein Benzin, kein Brot und keine Milch," sagt Khalid, 18 Jahre alt. "Mein Land ist ein Ort des Leidens und ich glaube nicht, dass die Menschen noch einen Winter überleben werden."

Da die Grenzregion nicht mehr mit Lastwagen erreicht werden kann, ist es schwierig die Flüchtlinge von den Grenzen zu den Flüchtlingslagern gebracht. Manche mussten ihr weniges Hab und Gut zurücklassen, denn auf den wenigen LKWs, die die Strecke befahren, ist dafür kein Platz. Die Hilfslieferungen für weit abgelegene Regionen werden jetzt mit dem Hubschrauber transportiert.

Flüchtlinge in Jordanien gut vorbereitet

Der UNHCR-Repräsentant in Jordanien, Andrew Harper, sagt dass das Flüchtlingslager Za'atri und die jordanischen Städte für den Winter vorbereitet seien. Dort wird bereits Winterkleidung, insgesamt 600.000 Stück, an besonders bedürftige Familien verteilt. Eine Schiffsladung mit Winterschuhen wird in den kommenden Tagen im Hafen von Aqaba erwartet. 485.000 Decken wurden bereits verteilt und diejenigen, die noch in Zelten wohnen bekommen Wohnwagen zugeteilt.

Die Flüchtlinge in Za'atri haben begonnen, rund um die Zelte und Wohnwagen Gräben zur Drainage auszuheben und Wälle gegen den Regen aufzuschütten.

Gleichzeitig werden mehr als 60 Kilometer Straßen ausgebaut und repariert. "Der Bau von Straßen ist eine wichtige Aufgabe für uns, um die Flüchtlinge zu schützen," erklärt Harper. "Wir stellen damit sicher, dass die Menschen von der Grenze in sichere Gebiete gelangen können."

Heizöfen im Libanon - warmes Wasser im Irak

Im Libanon sollen Heizöfen, Decken und finanzielle Hilfen für Gas für 90.000 Familien, etwa 450.000 Menschen, bereitgestellt werden.

Im Nordirak müssen 200.000 syrische Flüchtlinge mit dem Notwendigsten für den Winter versorgt werden. Hier muss mit Minusgraden gerechnet werden. Die Duschen werden im Moment aufgerüstet, damit die Familien auch in den kommenden Monaten warmes Wasser haben. Gleichzeitig wird die medizinische Versorgung verstärkt.

In den Städten erhalten etwa 75.000 bedürftige Flüchtlinge von UNHCR finanzielle Hilfen für Decken, Heizmaterial und Winterkleidung.