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Unterfinanzierung gefährdet Flüchtlingshilfe

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Fehlende Gelder haben dramatische Konsequenzen

Der UNHCR, das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, ist beauftragt, Schutz, Unterstützung und Lösungen für Flüchtlinge, Asylsuchende, Rückkehrer, staatenlose Personen, Binnenvertriebene und andere Schutzbedürftige zu gewährleisten, von denen es Ende 2019 rund 86,5 Millionen gab.

Das Budget des UNHCR belief sich 2020 auf 9,131 Milliarden US-Dollar. Ende August 2020 standen dem UNHCR jedoch lediglich Mittel in Höhe von 4,458 Milliarden US-Dollar zur Verfügung. Insgesamt wies das Budget des UNHCR eine Finanzierungslücke von 51% auf.

Die Corona-Pandemie verschärft die Finanzierungsnot

Mehr als 20 Millionen Menschen wurden schon von dem Virus COVID-19 infiziert, von denen über 19.000 Menschen zu den Schutzbedürftigen des UNHCR gehören. Die Dunkelziffer kann jedoch weitaus höher sein. Die Corona-Krise hat die ohnehin schon dringenden humanitären Bedürfnisse weltweit verschärft. Insbesondere in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen, die derzeit über 85% aller Flüchtlinge beherbergen.

Flexible Finanzierung von Hilfsmaßnahmen wichtig

Besondere Bedeutung für effiziente und wirkungsvolle Hilfsmaßnahmen hat eine flexiblen Finanzierung. Flexibel zugewiesene Mittel können eine Hilfsorganisation in die Lage versetzen, Hilfsgelder dort einzusetzen, wo sie am Dringendsten gebraucht werden und Defizite auszugleichen.

Die Corona-Pandemie destabilisiert ganze Sektoren der Wirtschaft, was Millionen von Menschen, die von niedrigen Einkommen leben, gefährdet. Da Flüchtlinge oft keine festen Einkommensmöglichkeiten haben, sind sie von den Corona-Maßnahmen deswegen verhältnismäßig stark betroffen. Aufgrund der Auswirkungen der Pandemie auf den Lebensunterhalt, haben Ungleichheiten zwischen den Geschlechtern und geschlechtsspezifische Gewalt zugenommen.

Gleichzeitig werden weiterhin Millionen Menschen durch Fluchtgründe wie Gewalt, Verfolgung und Bürgerkriege entwurzelt. Manche Konflikte haben in den letzten Monaten nachgelassen, während sich andere, wie die in der Demokratischen Republik Kongo, in Libyen, in der Sahelzone und in der Arabischen Republik Syrien, intensiviert haben. Die Zahl der Binnenvertriebenen ist weiter angestiegen und gleichzeitig hat die Bewegungsfreiheit von Flüchtlingen sowie der Zugang zu Asyl abgenommen.

Den kompletten Bericht finden Sie hier zum Download:

Consequences of Underfunding 2020

All diese Trends werden voraussichtlich auch im Jahr 2020 anhalten. Die Ausbreitung des Corona-Virus verschärft die Lage zusätzlich und macht die Durchführung von Hilfsmaßnahmen für die Hilfsorganisationen noch schwieriger. Die finanziellen Engpässe, die seit Jahren weltweit viele Bereiche der Flüchtlingshilfe beeinträchtigen, wiegen daher in Zeiten in denen gleichzeitig alles gegen die Ausbreitung des COVID-19-Virus getan wird, besonders schwer.

Besondere Schwerpunkte während der Pandemie

Der UNHCR hat damit begonnen, in Schlüsselbereiche wie Schutz, Gesundheit und sozioökonomische Auswirkungen von COVID-19, entsprechende Hilfsmaßnahmen druchzuführen. Das beinhaltet z.B. die Aufstockung der Bargeldhilfen, damit Flüchtlinge Miete, Lebensmittel und andere Grundbedürfnisse abdecken können.

Gleichzeitig muss in die Versorgung der Flüchtlinge mit Unterkünften sowie mit sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen und Hygieneartikel investiert werden und die Kapazitäten der medizinsichen Versorgung erweitert werden.

Fehlende Gelder haben schwere Auswirkungen

Diese Bereiche sind von der Unterfinanzierung betroffen:

Schutz

Registrierung - Familienzusammenführung - spezielle Hilfen für Alte, Kranke, Schwangere, Kinder - Rechtsberatung

Hilfe

Hilfsgüter - Bildung - Gesundheit - Infrastruktur - Ernährung - Unterkünfte - Wasserversorgung - Hygienemaßnahmen - Berufsausbildung - Bargeldhilfe - Schulbau - Existenzsicherung

Lösungen

Freiwillige Rückkehr - Resettlement - Integration - Aufbauhilfe

Während die Unterfinanzierung der Flüchtlingshilfe in einigen Fälle auf die neuen Herausforderungen der Corona-Pandemie zurückzuführen sind, gibt es auch viele Beispiele, in denen die seit Jahren anhaltende Unterfinanzierung der Hilfsmaßnahmen negative Auswirkungen auf die Arbeit des UNHCR und damit auf das Leben von Betroffenen hat.

Von der Unterfinanzierung betroffene Länder und Regionen

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