31. Oktober 2013

ZAR: 37.000 Menschen flüchten sich in Kirche

Auf dem Gelände der katholischen Kirche in Bossangoa in der Zentralafrikanischen Republik leben 37.000 Binnenvertriebene, die im August vor den Kämpfen zwischen Milizen und der ehemaligen Rebellenkoalition geflohen sind. Die Lebensbedingungen sind schwierig. Vor allem die Hygiene ist ein großes Problem.

Mary floh mit ihrer zehnköpfigen Familie hierher. Jetzt leben sie in zwei Zelten. "Es gibt hier keine Privatsphäre und wenn die Nachbarn kochen, haben wir ihren Rauch im Zelt," erzählt die 40-Jährige.

Unglaubliche Enge und Gestank

Die Kirche zog die nach Sicherheit suchenden Menschen wie ein Magnet an. Die Vertriebenen fühlen sich hier vor Angriffen sicherer. Aber jetzt ist die Enge enorm. Manche der Flüchtenden haben zudem ihr Vieh, Ziegen und Schweine, mitgebracht. Über dem Gelände liegt ein Gestank von zu vielen Menschen. Mitarbeiter von Hilfsorganisationen warnen, dass die Situation für die Gesundheit und die Sicherheit der Menschen, vor allem der Frauen, gefährlich sei.

"37.000 vertriebenen Menschen kampieren auf nur fünf Hektar," erzählt Maurice Azonnankpo, UNHCR-Mitarbeiter in Bangui. Das sind 1,3 Quadratmeter pro Person - empfohlen werden 4,5 Quadratmeter.

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  • Nach Berichten über Massaker sind tausende Menschen in der Zentralafrikanischen Republik auf der Flucht. (Foto: UNHCR/ B. Heger)<br>
    Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik
    Nach Berichten über Massaker sind tausende Menschen in der Zentralafrikanischen Republik auf der Flucht. (Foto: UNHCR/ B. Heger)
  • Der Mann Kämpft mit den Tränen, nachdem er einen Angriff auf sein Dorf in der Nähe von Bossangoa überlebte. Der Mann vor der Hütte wurde getötet. (Foto: UNHCR/ B. Heger)<br>
    Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik
    Der Mann Kämpft mit den Tränen, nachdem er einen Angriff auf sein Dorf in der Nähe von Bossangoa überlebte. Der Mann vor der Hütte wurde getötet. (Foto: UNHCR/ B. Heger)
  • Vertriebene Frauen mit ihrem Hab und Gut auf dem Kopf, erreichen Bossangoa. Sie haben ihr Dorf nach einem Angriff verlassen, bei dem sechs Menschen umgebracht wurden. Die Frauen waren zwei Tage unterwegs, um in Sicherheit zu gelangen. (Foto: <br>UNHCR/ B. Heger)
    Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik
    Vertriebene Frauen mit ihrem Hab und Gut auf dem Kopf, erreichen Bossangoa. Sie haben ihr Dorf nach einem Angriff verlassen, bei dem sechs Menschen umgebracht wurden. Die Frauen waren zwei Tage unterwegs, um in Sicherheit zu gelangen. (Foto:
    UNHCR/ B. Heger)
  • 37.000 Menschen, die vor der Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik flüchteten, haben sich in die Römisch-katholische Kirche in Bossangoa gerettet. (Foto: UNHCR/ B. Heger)
    Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik
    37.000 Menschen, die vor der Gewalt in der Zentralafrikanischen Republik flüchteten, haben sich in die Römisch-katholische Kirche in Bossangoa gerettet. (Foto: UNHCR/ B. Heger)
  • Eine vertriebene Frau kocht auf einem Feuer im Hof der katholischen Kirche in Bossangoa. (Foto: UNHCR/ B. Heger)
    Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik
    Eine vertriebene Frau kocht auf einem Feuer im Hof der katholischen Kirche in Bossangoa. (Foto: UNHCR/ B. Heger)
  • Eine Gruppe von Frauen und Kindern sind gerade in Bossangoa neu angekommen. (Foto: UNHCR/ B. Heger)
    Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik
    Eine Gruppe von Frauen und Kindern sind gerade in Bossangoa neu angekommen. (Foto: UNHCR/ B. Heger)
  • Die Neuankömmlinge sind müde und hungrig nach einem stundenlangen Marsch. UNHCR-Mitarbeiter versuchen einen Platz in der überfüllten Kirchenanlage für sie zu finden. (Foto: UNHCR/ B. Heger)
    Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik
    Die Neuankömmlinge sind müde und hungrig nach einem stundenlangen Marsch. UNHCR-Mitarbeiter versuchen einen Platz in der überfüllten Kirchenanlage für sie zu finden. (Foto: UNHCR/ B. Heger)
  • Die Enge auf dem Kirchengeländer ist enorm. Die hygienischen Bedingungen sind besorgniserregend und die Hilfsorganisationen tun alles, um die Situation für die Menschen zu verbessern. (Foto: UNHCR/ B. Heger)
    Konflikt in der Zentralafrikanischen Republik
    Die Enge auf dem Kirchengeländer ist enorm. Die hygienischen Bedingungen sind besorgniserregend und die Hilfsorganisationen tun alles, um die Situation für die Menschen zu verbessern. (Foto: UNHCR/ B. Heger)
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Hilfsmaßnahmen angelaufen

UNHCR und die Partnerorganisationen tun nun alles, um die Situation in Bossangoa zu verbessern. UNHCR-Mitarbeiter kümmern sich um den Ausbau der Unterkünfte. Das Kirchengebäude wurde erweitert, Plastikplanen verteilt und das Welternährungsprogramm liefert Lebensmittel.

Die Hilfe soll auf Bitten der lokalen Behörden, auf ein überfülltes Krankenhaus, in dem 2.700 Menschen untergekommen sind, und eine Schule, mit 728 Menschen, im Distrikt Sous ausgeweitet werden.

470.000 Menschen auf der Flucht

Im Dezember 2013 brach die politische Krise in der Zentralafrikanischen Republik aus. Seither ist das arme Land in einem Teufelskreis aus Gewalt und Vertreibung gefangen. 400 Menschen starben und 800 Häuser wurden zerstört. 400.000 Menschen sind innerhalb des Landes auf der Flucht. 70.000 Menschen haben sich in die Nachbarländer geflüchtet - darunter mehr als 43.000 in die Demokratische Republik Kongo, fast 12.100 in den Tschad, etwa 9.200 in die Republik Kongo und über 4.280 nach Kamerun.

In all diesem Ländern helfen die UNHCR-Teams den Menschen in Not. Die Flüchtlinge werden noch einige Zeit dort bleiben, da die Situation in der Region weiterhin gespannt und unsicher ist.