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"Junge ohne Namen"

Keine Zukunft ohne Vergangenheit

Junge ohne Namen ist ein leises, ungewöhnliches Buch. Ungewöhnlich schon allein durch die Aufmachung: ein harter, schön gestalteter Pappdeckel, auf dem die Erzählung von I beginnt. Der Flüchtlingsjunge erzählt von seinem Leben im Flüchtlingslager – wo das ist und woher er kommt, bleibt im Dunkeln.

„Meine Familie ist weg. Meine Papiere auch. Ich habe nur noch einen Buchstaben. I - so werde ich genannt."

Warum heißt jemand I? Diejenigen, die auf der Flucht ihre Dokumente verloren haben, haben damit auch ihre Identität verloren. Sie haben keine Namen, keine Herkunft, kein Alter. Besonders für die Flüchtlingskinder, die allein sind, ist dies ein großes Problem, das sich als roter Faden durch das Buch zieht. Den Kindern fehlt eine Vergangenheit, die sie beweisen können. Manche sind auch noch so klein, dass sie ihre Geschichte und Herkunft gar nicht kennen können. Für I ist das Flüchtlingslager somit eine Sackgasse.

Der Junge ohne Namen ist allein, wie die drei anderen Kinder auch: L, E und V. Die Kinder sind für ihn die Ersatzfamilie. Alle wissen, dass sie nur sich haben. Sie sorgen füreinander und beschützen sich gegenseitig vor der Außenwelt. I ist bedacht darauf, den anderen trotz ihrer ausweglosen Situation, immer wieder Hoffnung zu geben und erfüllt ihnen mit einfachen Mitteln ihre Wünsche.

Die Sprache ist klar und vielleicht ein wenig naiv – so, wie ein 10-jähriger Junge seine Tage eventuell erzählen würde. Der Leser taucht direkt in diese Kinderwelt ein, die von unglaublicher Tristesse und Hoffnungslosigkeit geprägt ist, die aber von I selbst eher sachlich und nüchtern beschrieben wird.

Junge ohne Namen beschreibt sehr einfach und eindrucksvoll, wie es Kindern in Flüchtlingslagern täglich ergeht. Wie sie zwischen der Ohnmacht gegenüber denjenigen, die das Sagen haben, und der alltäglichen Langeweile, weil zum Nichtstun verdammt, gefangen sind.

Fazit:
Das Buch lässt die Leser sehr beeindruckt zurück – die Geschichte ist zu bedrückend, um zu begeistern. Doch das Schicksal der Flüchtlingskinder muss jeden berühren. Junge ohne Namen überlässt den Lesern die Bewertung und stößt sie dabei leise an. Als Grundlage für viele Diskussionen ist Junge ohne Namen gut geeignet.

Für Leserinnen und Leser ab 12 Jahren und älter.

Junge ohne Namen
Fischer Verlag, 2019
Autor: Steve Tasane
ISBN 978-3-7373-5643-5
EUR 16

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