Buchempfehlung: Allein seinen Weg in der Fremde finden

Djadi, Flüchtlingsjunge

Er ist schmächtig und stumm und wirkt am Anfang wie ein Fremdkörper in der Alt-68-WG in Frankfurt: Djadi, der elfjährige Flüchtlingsjunge aus Syrien.

Niemand weiß, was Djadi bei seiner Flucht aus dem Bürgerkriegsland über das Mittelmeer erlebt hat, denn darüber kann und will der Junge nicht sprechen. Doch es wird bald klar, dass Djadi allein ist, weil der Vater, die Mutter und die Schwester bei der Flucht umkamen. Behutsam versuchen die WG-Bewohner sich ihm zu nähern und der Junge öffnet sich diesen Menschen, die, wie er, nicht wirklich von der Gesellschaft akzeptiert werden.

Die knappen, rastlosen und wie kurzatmigen Sätze des Buches, lassen den Leser direkt ins Geschehen eintauchen. Denn wenn jemand nicht die gleiche Sprache spricht, wirkt die Verständigung manchmal wie abgehackt und Informationen kommen nicht immer gleich bei allen an.

Doch Djadi lernt die Sprache und die Lebensgewohnheiten seiner neuen Welt. Und er muss sich allein in der rauen Wirklichkeit der Schule bewähren. Vor allem der WG-Älteste, Wladi, der, wie Djadi als Kind auf der Flucht war, hilft dem Jungen, Probleme zu überwinden und mit seinen Ängsten zu leben.

Fazit:
Peter Härtling, der u.a. den Deutschen Jugendliteraturpreis erhielt, ist ein sehr einfühlsames Buch geglückt, das zum Nachdenken anregt und letztlich Hoffnung macht, wenn auch die Zukunft des Flüchtlingsjungen Djadi am Ende nicht klar definiert ist.

Für Leserinnen und Leser ab 10 Jahren

Djadi, Flüchtlingsjunge
2016, Beltz Verlag
Autor: Peter Härtling
ISBN: 978-3-407-74856-0
Euro € 5.50

Schulmaterial:
Zu diesem Buch ist ein 32 seitiges Lehrerhandbuch für den Einsatz des Romans im Unterricht erhältlich. www.beltz.de/produkt_produktdetails/34312-djadi_fluechtlingsjunge_im_unterricht.html