Irrfahrt um den halben Erdball

Irgendwo, Nirgendwo

Buchcover: "Irgendwo Nirgendwo - Die Geschichte einer Flucht" von Sigrid Heuck

"Irgendwo, nirgendwo" ist die Geschichte einer Flucht um den halben Erdball - durch Slums, Flüchtlingslager, Polizeistationen und Hinterhöfe des menschlichen Elends. Die Familie von Bashir und Dunja muss vor dem drohenden Krieg aus Afghanistan fliehen. Zusammen mit dem Großvater, der Mutter und der zweijährigen Schwester lassen sie alles zurück und riskieren ihr Leben. Sie wollen über die Berge des Hindukusch, um über Pakistan und Indien nach Australien zu kommen. Ihr Ziel ist England, wo ein Onkel wohnt.

Weil sie keine Papiere haben, ist die Familie auf dubiose Fluchthelfer angewiesen, die sie zur Fahrt nach Australien auf ein altes Frachtschiff verladen. Auf der Flucht lassen die Schwester, Mutter und der Großvater ihr Leben – der 13-jährige Bashir und die 12-jährige Dunja schlagen sich allein weiter durch.

Die abenteuerliche Flucht führt die Kinder über den Pazifik nach Südamerika bis in die USA, von der Küste Afrikas über Europa bis nach England. Dabei helfen den Kindern, neben hilfsbereiten Menschen, viele Zufälle, Glück und schließlich auch der feste Glaube an einen Ring, den Dunja von ihrem Großvater bekommen hat und der sie schließlich an ihr Ziel führt.

Das Buch ist in einer verständlichen Sprache geschrieben, vermeidet brutale Szenen und Schuldzuweisungen. Dabei wird deutlich, dass Bashir und Dunjas Not kein Einzelfall ist. Zwar haben die beiden Kinder immer ihr eigenes Fortkommen und Überleben im Blick, dennoch teilen sie ihre Hoffnungen und ihr Schicksal mit vielen anderen Menschen, die auf der Suche nach einem sicheren Ort zum Leben sind.

Fazit:
Ein spannendes Buch, das verdeutlicht, dass hinter den großen Flüchtlingszahlen, die Schicksale vieler einzelner Menschen stehen. Als Einstieg in die Thematik gut zu lesen.

Für Leserinnen und Leser ab 12 Jahren geeignet.

2004, Thienemann Verlag
Autor: Sigrid Heuck
ISBN: 978-3-522-176712
Euro € 16,90