12.02.2018

12. Februar: Internationaler Tag gegen die Rekrutierung von Kindersoldaten

Kindersoldaten sind Kinder, die obwohl sie unter 18 Jahre alt sind, für militärische Zwecke rekrutiert werden. Kindersoldaten müssen töten oder andere Gewalttaten begehen. Andere werden als Köche, Träger, Boten oder zum Auskundschaften des Gegners genutzt. Viele Kindersoldaten werden sexuell ausgebeutet. Flüchtlingskinder sind besonders gefährdet, Opfer von Zwangsrekrutierung und Ausbeutung zu werden.

 Flüchtlingsjunge im Südsudan: Für manchen nur ein Spiel, doch das Gewehr aus Lehm rüttelt Erinnerungen an Gewalt, Vertreibung und Zwangsrekrutierung wach.

Für manchen nur ein Spiel, doch das Gewehr aus Lehm rüttelt Erinnerungen an Gewalt, Vertreibung und Zwangsrekrutierung wach. Flüchtlingsjunge im Südsudan. Foto: UNHCR/C.Tijerina

Ger Duany, ehemaliger Kindersoldat im Sudan, der heute die Arbeit des UNHCR unterstützt, erzählt: „Ich kann mich genau an den Lärm der Gewehrsalven erinnern und an Menschen, die schreiend in alle Richtungen liefen. Es regnete und der Regen mischte sich mit dem Blut auf dem Boden. Ich rutschte aus, während ich zum Haus meiner Mutter und dem meiner Stiefmutter rannte. Sie waren beide leer.

Im Gewehrfeuer rannte ich so schnell wie meine Beine mich trugen. Ich überquerte den Grenzfluss in den Sudan.

Ich war dreizehn. Ich war allein, von meiner Familie getrennt und versuchte verzweifelt in dem gewaltsamen Chaos am Leben zu bleiben. Es gab nichts zu essen, etwas mehr nur als Gras. Die bewaffneten Gruppen hatten begonnen, sich gegenseitig zu bekämpfen. Jeder, der sich einer Seite widersetzte wurde getötet. Es gab keine richtigen Zivilisten, nur Kämpfer. Jeder war bewaffnet. Jeder war im Krieg. Du musstest Dich immer gegen andere wehren.

Als ich eine Basis fand, die mich trotz meines Alters nahm, zögerte ich nicht lange, Soldat zu werden. Ich putzte Gewehre und schoss manchmal. Ich wurde zum Töten verleitet.”

Die genaue Zahl von Kindersoldaten weltweit ist nicht bekannt. Es wird jedoch davon ausgegangen, dass zehntausende wenn nicht sogar hunderttausende Kinder in militärischen Konflikten zum Dienst an der Waffe gezwungen werden. Manche von ihnen sind nicht einmal fünf Jahre alt.

Für Konfliktparteien ist es manchmal leichter, Kinder zu rekrutieren, als Erwachsene. Kinder sind leicht zu beeinflussen. Manchmal werden sie zusätzlich mit Drogen und Alkohol gefügig gemacht. Manche Kinder werden entführt und zum Gehorsam gezwungen. Andere Kinder schließen sich bewaffneten Gruppen an, um der Armut zu entkommen oder weil sie dort vor Gewalttaten gegnerischer Parteien geschützt werden.

Im Chaos bewaffneter Konflikte werden Kinder nicht selten von ihren Familien getrennt. Allein und auf der Flucht sind sie besonders gefährdet, Opfer von Zwangsrekrutierung und Ausbeutung zu werden.