16.06.2017

Afrika: Hunger bedroht das Leben von Millionen Flüchtlingen

Die Menschen in Afrika leiden unter einer schweren Hungersnot. In Ländern wie Somalia, dem Südsudan und dem benachbarten Jemen haben eine anhaltende Dürre sowie Gewalt und Krieg dazu geführt, dass Millionen Menschen in akuter Lebensgefahr sind.

Versorgung unterernährter Flüchtlinge.

Helfer vor Ort versorgen unterernährte Flüchtlinge. Foto: UNHCR

Anlässlich der dramatischen Hungersnot in Ländern Ostafrikas, in Nigeria und im Jemen hat Bundespräsident Dr. Frank-Walter Steinmeier am 9. Juni zur verstärkten Hilfe aufgerufen. Über 23 Millionen Menschen sind dort derzeit vom Hungertod bedroht, so Dr. Steinmeier.

Kinder sind die Leidtragenden
Unter den Hungernden sind auch viele Flüchtlinge. In Somalia, dem Südsudan und dem benachbarten Jemen, sowie den Gebieten rund um den Tschadsee und die Großen Afrikanischen Seen leben mehr als vier Millionen Flüchtlinge und Asylsuchende. Jahrelange Missernten, gewalttätige Konflikte gekoppelt mit einer anhaltenden Dürre haben zu weiteren Vertreibungen und Nahrungsmittelknappheit geführt. Unterernährung ist weit verbreitet, vor allem unter Kindern und stillenden Müttern.

Im Südsudan haben Krieg, Gewalt und die kollabierte Wirtschaft dazu geführt, dass eine Million Südsudanesen akut von einer Hungersnot bedroht sind.

In Somalia sind Gewalt und Dürre Auslöser dafür, dass seit November 2016 eine halbe Million Menschen entwurzelt wurden. Mehr als 75 Prozent der somalischen Flüchtlingskinder, die seit Januar in Flchtlingslagern in Äthiopien ankamen, sind akut unterernährt.

Der Jemen befindet sich am Rande einer humanitären Katastrophe. Über 18 Millionen Menschen sind auf humanitäre Hilfe angewiesen.

Fehlende Geldmittel für Hilfsgüter haben in der betroffenen Regionen die Notlage noch verschärft. Gleichzeitig hat sich die Zahl der Flüchtlinge in Afrika seit 2011 nahezu verdoppelt: von 2,6 Millionen auf fünf Millionen. Für den wachsenden Hilfsbedarf stehen kaum zusätzliche Gelder zur Verfügung. Das Resultat: In zehn afrikanischen Ländern musste bereits für zwei Millionen Flüchtlinge die Nahrungsmittelhilfe gekürzt werden.

Hilfe in der Not
Der UNHCR, das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen, ist in allen betroffenen Ländern im Einsatz. Die Helfer verteilen Zusatznahrung und Hilfsgüter wie Decken, Zelte oder Wasserkanister an die Not leidenden Menschen. Unterernährte Flüchtlinge werden in Ernährungszentren medizinisch versorgt und erhalten spezielle Zusatznahrung.

Die UNO-Flüchtlingshilfe, der deutsche Partner des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR) ruft zur Unterstützung der lebensrettenden Hilfe auf. „Aufgrund des immensen Bedarfs und der drastischen Unterfinanzierung von Hilfsprogrammen in den von Hunger, Dürre und Gewalt betroffenen Gebieten“, so Peter Ruhenstroth-Bauer, der Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, „ist jetzt rasche Unterstützung für die lebensrettende Arbeit des UNHCR notwendig!“

Mit Ihrer Spende bringen wir Nahrung und sauberes Wasser zu denen, die dringend auf unsere Hilfe angewiesen sind. Helfen Sie jetzt!