15.02.2019

Dringender UN-Appell: Nothilfeplan für Geflüchtete in Bangladesch erstellt

Eine Rohingya-Flüchtlingsfrau in Bangladesch. Foto: UNHCR

Bonn, 15.2.2019: Die UNO-Flüchtlingshilfe ruft dazu auf, den heute veröffentlichten UN-Nothilfeplan für die seit 18 Monaten andauernde Rohingya-Krise zu unterstützen. Der Plan soll die Situation der Flüchtlinge in Bangladesch weiter stabilisieren und verbessern. Im derzeit größten Flüchtlingslager der Welt, Kutupalong in Bangladesch, haben mehr als 630.000 Rohingya aus dem Nachbarland Myanmar Aufnahme gefunden, in der Region Cox’s Bazar leben insgesamt mehr als 900.000 Rohingya-Flüchtlinge. Sie sind vor Gewalt in Myanmar geflohen und haben sich etwa 200.000 anderen Menschen angeschlossen, die bereits durch frühere Gewaltzyklen vertrieben wurden. Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR), dessen nationaler Partner die UNO-Flüchtlingshilfe ist, arbeitet rund um die Uhr vor Ort und verteilt Hilfsgüter wie Plastikplanen für Notunterkünfte, Kleidung, Decken und Schlafmatten. Sauberes Wasser und Latrinen werden gebraucht, um den Ausbruch von Krakheiten zu verhindern. Der UN-Nothilfeplan geht davon aus, dass rund 920 Millionen US-Dollar benötigt werden, um den Menschen vor Ort helfen zu können.

„Der UNHCR und andere Hilfsorganisationen haben die Lebensbedingungen der Geflüchteten in den letzten Monaten verbessert, die Lage bleibt aber angespannt. Hinzu kommt das hohe Risiko von Monsunen oder Zyklonen. Wir brauchen daher das Engagement der Weltgemeinschaft und jedes Einzelnen, um vor Ort weiter helfen zu können“, fasst Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe, die Situation in Bangladesch zusammen.

Situation der Rohingya in Bangladesch
Die Rohingya-Flüchtlinge leben in verstreut auf den Hügeln gebauten Unterkünften aus Bambus, Plastikplanen und allem, was vor dem Monsunregen schützen kann. Toiletten gibt wenige, und sauberes Wasser ist immer wieder knapp. Um dem Ausbruch von Krankheiten vorzubeugen, werden Latrinen und Brunnen gebaut. In der Monsunzeit müssen Teile der Flüchtlingslager evakuiert und die Flüchtlinge in sichere Regionen umgesiedelt werden, weil bei starken Regenfällen Schlamm- und Erdrutsche drohen. Gleichzeitig ist es aus Sicht der UNO-Flüchtlingshilfe nötig, die Ursachen des Konfliktes anzugehen, damit die Geflüchteten perspektivisch freiwillig und sicher wieder in ihre Heimat zurückkehren können.  „Kein Mensch flieht freiwillig unter widrigsten Bedingungen aus seiner Heimat. Die Nothilfe vor Ort und der Zugang zu Bildung für Kinder sind der erste Schritt. Die Menschen brauchen darüber hinaus auch die Perspektive wieder in ihre Heimat zurückkehren zu können;“ so Ruhenstroth-Bauer abschließend.

Weitere Informationen zur Rohingya-Krise und Spenden online unter: www.uno-fluechtlingshilfe.de/nothilfe/bangladesch

Der UNHCR Nothilfeplan ist einsehbar unter: reporting.unhcr.org/sites/default/files/2019%20JRP%20for%20Rohingya%20Humanitarian%20Crisis%20%28February%202019%29.comp_.pdf

Hilfe für Rohingya-Flüchtlinge:
Spendenkonto UNO-Flüchtlingshilfe
Sparkasse Köln-Bonn
IBAN: DE78 3705 0198 0020 0088 50
BIC: COLSDE33
Stichwort: Nothilfe Bangladesch

Pressekontakt:
Marius Tünte
Tel. 0228-90 90 86-47
tuente@uno-fluechtlingshilfe.de