27.09.2018

Jemen: Humanitäre Notlage spitzt sich zu

Die Vereinten Nationen warnen, dass der Jemen vor einer humanitären Katastrophe stehe. In einigen Teilen des Landes hungert die Bevölkerung. 22,2 Millionen Menschen, drei von vier Einwohnern des Landes, seien auf Hilfe angewiesen, so der UN-Experte Mark Lowcock im Sicherheitsrat in New York.

Die Bevölkerung im Jemen leidet unter dem Jahrelangen Konflikt im Land. Foto: UNHCR/S.Mantoo

Menschen hungern
Im Jemen haben Millionen Menschen keine Nahrungsmittel mehr. Hilfslieferungen könnten die notleidenden Menschen oftmals aus Sicherheitsgründen nicht erreichen. Im Hafen von Houdeida lagerten 45.000 Tonnen Getreide, genug um Millionen Menschen einen Monat lang zu ernähren, so Lowcock. Doch aufgrund der Kämpfe seien die Silos unzugänglich.

Seit 2015 bekämpft eine von Saudi-Arabien geführte Militärkoalition die schiitischen Huthi-Rebellen, die 2014 die Hauptstadt Sanaa einnahmen. Mehr als 10.000 Menschen sind in dem Krieg bereits umgekommen. Rund zwei Millionen Menschen mussten fliehen und leben als Binnenvertriebene in anderen Landesteilen.

Hilfsprogramme für den Jemen unterfinanziert
Zusammen mit lokalen Behörden und NGOs koordiniert UNHCR die Hilfsmaßnahmen und den Schutz für die Vertriebenen. Hilfskonvois in belagerte Städte und Gemeinden sind dabei auf die Einhaltung von Feuerpausen angewiesen. Doch finanzielle Engpässe behindert die lebensrettende Hilfe. Momentan sehen dem UNHCR nur 3 Prozent der benötigten Mittel zur Verfügung.

Hilfskonvois bringen den Vertriebenen:

  • Plastikplanen und Reparatur-Sets
  • Schlafmatten und Decken
  • Lebensmittelhilfe, um Hunger und Mangelernährung zu stoppen
  • Trinkwasserversorgung
  • Kochutensilien
  • Hygiene-Sets und Sanitärartikel