19.11.2018

Jemen: UNHCR appelliert an Konfliktparteien

Angesicht der andauernden Kämpfe um die Hafenstadt Hudaydah, appelliert das UN-Flüchtlingshilfswerk, UNHCR, an die Weltgemeinschaft, alles zu tun, um den Konflikt beizulegen und damit auch die Gefährdung der Bevölkerung und der humanitären Hilfe zu beenden.

Durch die andauernden Kämpfe leben viele Menschen unter schlimmsten Bedingungen. Foto: UNHCR/M.Hamoud

Der Konflikt um die Stadt Hudaydah hat in den letzten Wochen weiter zugenommen. Luftangriffe und Kämpfe haben viele zivile Opfer im Jemen gekostet. Im Oktober allein wurden 94 Zivilisten getötet und 95 verletzt. Die zivile Infrastruktur, darunter auch Krankenhäuser und Wohngebäude, wurde erheblich beschädigt. Seit Juni 2018 haben etwa 445.000 Menschen die Region Al Hudaydah verlassen.

"Wir mussten weg"
Siham Abduallah floh vor vier Monaten mit ihren beiden Kindern, dem Bruder und seinem Kind aus der Hafenstadt Hudayda. Jetzt leben sie in einer vorläufigen Unterkunft in Sanaa. "Alle Geschäfte sind geschlossen und meine Kinder schrien vor Hunger", erzählt die 27jährige. "Wir mussten weg. Die Bombardierungen und Luftangriffe trafen unsere Nachbarschaft. Sogar unser Haus wurde von einer Rakete beschädigt."

"Ich habe ein behindertes Kind, das behandelt werden muss. Es ist kalt in Sanaa und er wird krank", sagt Siham. "Wir haben nichts mehr zu Essen. Ich werde das Geld nehmen, um Essen zu kaufen und die Miete bezahlen. Meine Nachbarn geben uns manchmal ein Stück Brot, weil wir keine Lebensmittel mehr haben."

Nachdem im Jemen 2015 ein Bürgerkrieg ausbracht, sind jetzt mehr als 22 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen – von ihnen sind 2,7 Millionen Menschen innerhalb des Landes auf der Flucht.

Menschen in umkämpften Stadt eingeschlossen
Wie viele Menschen in Hudaydah von den Kämpfen eingeschlossen sind, kann nur geschätzt werden. Die Kämpfe schneiden immer wieder Flucht- und Versorgungsrouten ab. Anfang dieser Woche starben 9 Zivilisten bei dem Versuch, die Region zu verlassen.

Während die Hilfsappelle immer dringlicher werden, ist das Warenlager für Hilfsmaterial des UNHCR - lebensrettende Hilfe für Hunderttausende – wegen heftiger Kämpfen nicht mehr erreichbar.

Der UNHCR appelliert darum erneut an alle Konfliktparteien, Zivilisten und humanitäre Mitarbeiter zu schützen und gleichzeitig den Schutz der humanitären Infrastruktur und die Verteilung der Hilfsgüter in Al Hudaydah, im Einklang mit dem humanitären Völkerrecht sicherzustellen.