06.04.2017

Nach dem Giftgasangriff: UNO-Flüchtlingshilfe ruft zu verstärkter Syrienhilfe auf

Bei einem Giftgasangriff wurden am vergangenen Dienstag, 4. April, mindestens 100 Menschen getötet und Hunderte verletzt. Die aktuellen Berichte und Bilder aus der Provinz Idlib zeigen das Leid, vor dem Millionen Menschen in Syrien auf der Flucht sind. Und wie lebensgefährlich es auch für die Helfer ist, die die Verletzten vor Ort versorgen. So werden Krankenhäuser immer wieder zur Zielscheibe von Angriffen.

Nach dem Giftgasangriff: UNO-Flüchtlingshilfe ruft zu verstärkter Syrienhilfe auf

Die UNO-Flüchtlingshilfe, der deutsche Partner des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR), ruft zur Unterstützung der lebensrettenden Arbeit des UNHCR in Syrien auf. Der UNHCR ist weiterhin in dem Bürgerkriegsland präsent: 390 UNHCR-Helfer arbeiten in fast allen Gebieten Syriens - oft unter schwierigen und gefährlichen Bedingungen. Hinzu kommen hunderte Kollegen von syrischen Partnerorganisationen.

Peter Ruhenstroth-Bauer, Geschäftsführer der UNO-Flüchtlingshilfe: „Der Hilfsbedarf ist enorm: Elf Millionen Menschen sind derzeit innerhalb Syriens auf medizinische Hilfe angewiesen. Sechs Jahre Bürgerkrieg haben in den umkämpften Gebieten die Infrastruktur weitgehend zerstört. Über die Hälfte der Kliniken und Krankenstationen liegen in Trümmern oder mussten geschlossen werden. Die Versorgung mit Medikamenten ist massiv eingeschränkt. Kliniken fehlt es an Personal und Ausrüstung.“

Zusammen mit seinen Partnern hilft UNHCR Kranken und Verletzten im Notfall, liefert Medikamente und medizinische Geräte an Krankenhäuser und -stationen und sorgt dafür, dass lebensrettende Eingriffe und Operationen durchgeführt werden können. Im Rahmen seines Gesundheitsprogramms sichert UNHCR täglich die allgemeine Grundversorgung für Vertriebene. 2016 hatten so 633.355 Menschen Zugang zu medizinischer Hilfe.

„Um mehr Menschen helfen zu können, brauchen wir dringend zusätzliche finanzielle Unterstützung!“, so Ruhenstroth-Bauer.