13.09.2018

Südsudan: Hoffnung auf einen dauerhaften Frieden

16 Vertreter von Flüchtlingen aus dem Südsudan trafen die Teilnehmer der Friedensgespräche in Khartoum, Sudan, um die Interessen der 2,5 Millionen Menschen zu vertreten, die seit 2013 vor der Gewalt in ihrem Land fliehen mussten.

Margaret hofft für sich und ihre Enkel auf einen dauerhaften Frieden. Foto: UNHCR/K.v.Schroeder

“Wir haben gelitten. Uns hat es am meisten getroffen. Das Land ist praktisch leer. Kaum jemand kann dort noch leben”, sagt Singira Mirihewari, der aus der Demokratischen Republik Kongo anreiste.

“Wenn die Führer im Südsudan wollen, dass wir zurückkommen, dann müssen sie uns erst zeigen, dass sie es mit dem Frieden ernst meinen“, fügt er hinzu.

Seit der Konflikt 2013 im Südsudan ausbrach, sind 2,5 Millionen Menschen vor der extremen Gewalt, dem Elend und den Menschenrechtsverletzungen in die Nachbarländer geflohen. Fast 2 Millionen Menschen sind zu Vertriebenen  im eigenen Land geworden.

Das neue Abkommen ‘Revitalised Peace Agreement’ sichert den Flüchtlingen eine Rückkehr in Sicherheit und Würde zu sowie physischen, psychologischen und legalen Schutz. Die Rückkehrer sollen das Recht haben, sich in ihren Heimatorten oder jeder anderen Region niederzulassen. Sie sollen die Staatsbürgerschaft und Dokumente erhalten. Trotz dieser Versprechen, haben viele der Flüchtlinge, die nach Khartoum Zweifel, ob die Rückkehr in ein friedliches Land möglich ist.

„Sie haben unsere Vorschläge angehört. Wir hoffen, dass es ein dauerhafter Frieden sein wird, und dass er der letzte Friede sein wird.“ Margaret Ambi

“Natürlich wollen wir zurückgehen. Südsudan ist ein reiches Land. Wir haben alles: Öl, Gold, Mineralien. Aber die Führer müssen aufhören zu kämpfen”, sagt die 62jährige Margaret Wani Ambi, Großmutter von fünf Enkeln. Sie kam aus einer informellen Flüchtlingssiedlung außerhalb von Khartoum, in der über 24.000 Flüchtlinge leben, zu dem Treffen. Eine klare Rolle für die Flüchtlinge, so Margaret, sei wichtig: “Ich will genau wissen, wie der Frieden erreicht werden soll. Die Flüchtlinge müssen ein Mitspracherecht haben, wenn es um Gesetze und die Strukturen des Landes geht, damit es keinen Krieg mehr gibt. Wir sind zwar außerhalb des Landes, aber es ist unser Land und wir müssen miteinbezogen werden.”

Simon Marot Touloung kam aus Uganda, um an dem Treffen teilzunehmen. Er floh vor fünf Jahren mit seiner Familie mit zwei Kindern. Simon will eine Versicherung, dass das Land funktioniert, in das er zurückkehr: “Sie müssen die Straßen reparieren, Schulen bauen und die Wirtschaft wieder zum Laufen bringen. Das Justizsystem. Alles muss von vorn anfangen und das wird lange dauern.”

Simon fügt hinzu: “Wir werden nicht zurückgehen, wenn wir ein schlechteres Leben haben. Keine unserer Frauen wird zurückgehen, denn in Uganda gibt es wenigstens etwas zu essen für ihre Kinder … Ich will also den Plan zum Wiederaufbau hören. Dann gehe ich zurück nach Uganda und erzähle den anderen Flüchtlingen, was ich gehört habe.”

Arnauld Akodjenou, regionaler Flüchtlingskoordinator, betonte, wie wichtig es sei, dass auch Flüchtlinge an dem Treffen teilnahmen, bei dem neben Vertretern der Regierung und der Opposition den Flüchtlingen zuhörten. "Die Flüchtlingsvertreter in Khartum werden die Führer des Landes und die Welt an die vielen Opfer erinnern, die es jeden Tag gibt, solange es keinen Frieden im Südsudan gibt. Indem sie die Flüchtlingsgemeinschaften, in denen sie leben, informieren, sind sie starke Vertreter des Friedens."