18.03.2017

Südsudan: Krieg, Hunger und Dürre

Vor acht Monaten brachen im Südsudan erneut Kämpfe aus. Gleichzeitig leidet die Bevölkerung unter einer Dürreperiode, Ernteausfällen, Mangel- und Unterernährung. Die Folge von Krieg, Hunger und Dürre ist eine sich weltweit am schnellsten entwickelnde Flüchtlingskrise.

Flüchtlingstransport in Uganda

Flüchtlinge aus dem Südsudan werden in das Auffangslager Imvepi im Norden Ugandas gebracht. Foto: UNHCR/D.Azia

1,6 Millionen Menschen sind mittlerweile aus dem Südsudan geflohen. Die Nachbarstaaten, Uganda, Sudan, Äthiopien, Kenia, die Demokratische Republik Kongo und die Zentralafrikanische Republik müssen die Hauptlast dieser Entwicklung tragen, obwohl sie selber nur über wenige Ressourcen verfügen.

Uganda: täglich 2.800 Flüchtlinge
Die Hälfte der Flüchtlinge aus dem Südsudan sind über die Grenze nach Uganda geflohen. Dort wird die Lage von Hilfsorganisationen als kritisch beschrieben. Im Norden Ugandas wurden in den vergangenen Wochen täglich etwa 2.000 Neuankömmlinge gezählt. Im Februar erreichte die Zahl sogar 6.000 Flüchtlinge an einem Tag. Im März waren es an einem Tag 5.000 Flüchtlinge - im Durchschnitt sind es mittlerweile über 2.800 Neuankömmlinge.

Die Aufnahmezentren im Norden Ugandas sind von dem Ansturm überwältigt. Regenfälle in den vergangenen Tagen und Wochen haben die Versorgung der Menschen noch weiter erschwert.

Schnelle Integration von Flüchtlingen
Uganda versucht in Rahmen eines neuen Flüchtlingsprogramms, das humanitäre Hilfe und Anstrengungen im Entwicklungsbereich zusammenführen will, die Flüchtlinge nicht nur aufzunehmen, sondern sie so weit wie möglich zu integrieren. Flüchtlinge sollen u.a. Land und Zugang zu Arbeitsmarkt erhalten.

Dieser neue Ansatz wird jedoch angesichts der hohen Zahl von Neuankömmlingen gefährdet, solange die finanzielle Unterstützung ausbleibt. Zur Zeit sind die Hilfsmaßnahmen für Flüchtlinge aus dem Südsudan nur zu 8 Prozent finanziert.