19.02.2019

Syrien: Hilfslieferungen erreichen vertriebene Familien

In den vergangenen Tagen fand eine der größten Hilfsmissionen für die notleidende Bevölkerung in Syrien statt. Das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) kooperierte mit anderen UN-Organisationen und dem Syrischen Roten Halbmond, um mehr als 40.000 Menschen zu helfen, die unter katastrophalen Bedingungen im Südosten Syriens beim Vertriebenenlager Rukban leben.

Eine aus Homs geflüchtete Familie erhält Hilfsgüter. Foto: UNHCR/M.Khalaf

Mehr als 300 humanitäre Helfer waren dabei, als über 100 LKWs mit Hilfsgütern in die Region aufbrachen. Die Pakete enthielten Lebensmittel, Medikamente, medizinisches Gerät,  Winterkleidung und Hygiene-Sets für Frauen und Mädchn. UNHCR-Mitarbeiter überwachten die Verteilung, um sicherzustellen, dass die Hilfsgüter an die Notleidenden verteilt wurde.

Die Situation in Rukban ist verzweifelt. Das Lager liegt in einem no-man’s-Land. Es gibt kaum Infrastruktur und keine medizinische Versorgung. Der Gesundheitszustand der Einwohner ist katastrophal. Der Zugang zu sauberem Wasser ist sehr begrenzt. Waren, die das abgelegene Lager erreichen, sind für die Anwohner viel zu teuer.

Bei kaltem und anhaltendem Regen laufen die Kinder barfuß durch Pfützen und Schlamm.

Die Menschen, meist Frauen, Kinder, Alte und kranke Menschen, sind sich selbst überlassen. Sie haben die kalten Monate in notdürftigen selbstgebauten Unterkünften überstanden. Mindestens acht Kleinkinder starben im vergangenen Monat aufgrund der schwierigen Lebensbedingungen.

Einige der Einwohner von Rukban leben seit mehr als vier Jahren unter diesen Bedingungen. Die meisten sagten, sie wollten so schnell wie möglich zurück in ihre Heimatregionen. Vor allem die Lage der Frauen ist verzweifelt: Viele Frauen trauen sich nicht aus ihren Zelten heraus, weil sie sich vor sexuellem Missbrauch und Belästigung fürchten. Manche Frauen sind gezwungen sich zu prostituieren, um zu Überleben.

In den Gesichtern der Kinder spiegelt sich Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung.

Die Kinder, die in Rukban zur Welt gekommen sind, haben weder Geburtsurkunden noch andere Dokumente. Mädchen werden oftmals zu früh verheiratet. Manche Mütter behalten ihre Töchter in den Unterkünften ein, weil sie zu viel Angst haben, sie in die wenigen improvisierte Schulen gehen zu lassen.

Die Hilfslieferungen der vergangenen Wochen brachten erste lebensnotwendige Hilfe: Neben Lebensmitteln und Medikamenten wurden auch Winterdecken, Schlafsäcke, Plastikplanen, Winterkleidung und Solarlampen verteilt.

Humanitärer Zugang dringend notwnedig
Doch es ist offensichtlich, dass dringend eine dauerhafte Lösung für die Not der Zivilbevölkerung in Syrien gefunden werden muss, um sicherzustellen, dass diese Familien eine Chance auf eine bessere Zukunft haben. Dafür ist es notwendig, dass ein dauerhafter und sicherer Zugang der Hilfsorganisationen zu den Notleidenden sichergestellt werden kann, wie dies im humanitären Völkerrecht vorgeschrieben ist.