09.09.2017

Syrien: Zwei Flüchtlingsmädchen wollen die Zukunft gestalten

Noch sitzen Taqla und Sara auf den Treppenstufen vor der Wohnung und beugen sich über ihre Schulbücher. Sie tragen ihre blaue Schuluniform, obwohl der Unterricht schon lange vorüber ist. Doch beide wollen hoch hinaus.

Flüchtlingsmädchen sind erfolgreich in neuer Schule.

Das syrische Flüchtlingsmädchen Taqla in ihrer Schule im Libanon. Foto: UNHCR

Die Treppe ist für die beiden Mädchen der einzige ruhige Ort, an dem sie lernen können. Die Familie wohnt in einer kleinen Wohnung im Norden Beiruts im Libanon, seit sie aus ihrer Heimatstadt Maalula nordöstlich von Damaskus in Syrien fliehen mussten.

“Wir wollten nicht aus der Schule, wir wollten weiter lernen."

Die 14-jährige Sara erzählt, wie sie im Libanon ankamen und ein Anwohner ihnen anbot, die Schulgebühren für die armenische Schule in Zalka zu übernehmen. "Ich danke Gott, dass er uns jemanden geschickt hat, damit wir hier weiter lernen können", sagt sie.

Die beiden Schwestern haben sich nicht nur an das libanesische Kurrikulum gewöhnt, sie haben auf Englisch, Französisch und Armenisch gelernt. Die Direktorin der Schule Reita Boyajian berichtet von der außergewöhnlichen Begabung der Mädchen. Sie hofft, dass sie ihre Examen mit Bravour bestehen und ein Stipendium für die Universität bekommen: "Sie sind in allen Fächern die Besten. Ich denke, wenn sie es nicht bis hierher geschafft hätten und weiter unter dem Bombardement gelebt hätten, wäre dies nicht nur für die Libanesen oder die Armenier, sondern auch für die Welt ein großer Verlust gewesen."

Die Ältere von beiden, Taqla, hofft, dass sie nach ihrem Abschluss am Wiederaufbau Syriens mithelfen kann. “Ich möchte allen sagen, dass die Schule sehr wichtig ist und dass man, auch wenn man viele Schwierigkeiten hat, stärker sein muss. Gebt niemals auf! Wir müssen allem entgegensehen, weil wir diejenigen sind, die unsere Zukunft bauen!”