01.12.2017

Tansania: Unterkünfte dringend gebraucht

In Tansania unterstützt das UN-Flüchtlingshilfswerk (UNHCR) etwa 360.000 Menschen, darunter Flüchtlinge und Asylbewerber. Das Flüchtlingslager Nyarugusu wurde vor mehr als 20 Jahren eröffnet. Heute leben dort 150.000 Flüchtlinge aus DRC und Burundi. Für Neuankömmlinge stehen nur Notunterkünfte zur Verfügung. Zum Bau richtiger Unterkünfte fehlen die finanziellen Mittel.

Sandrine hält ihre Tochter Promence auf dem Arm. Sie würde sich gern sicherer fühlen.Foto: UNHCR/G.Goodwin

Seit fünf Monaten lebt Sandrine Nyaribagiza im Flüchtlingslager Nyarugusu im Nordwesten Tansanias. Sie dachte, hier sei sie nach ihrer Flucht aus der Demokratischen Republik Kongo sicher. Doch in dem überfüllten Aufnahmelager kommen täglich neue Flüchtlinge an und Sandrine fürchtet jede Nacht um das Wohl ihrer Familie.

Nachts kommt die Angst
“Jeder kann hier rein,” sagt die 21-jährige Sandrine und deutet auf die lose flatternde Zeltwand, die ihren winzigen Raum in der Notunterkunft abtrennt, in dem sie mit ihrem Mann und dem Neugeborenen schläft. “Ich habe noch immer Angst von vorher und hier fühle ich mich nicht besser. Ich fühle mich nicht sicher.”

Notunterkünfte, wie die Nyarugusu, bieten nur wenig Privatsphäre, Sicherheit oder gar Komfort. Das Innere des riesigen Zeltes ist mit Planen in etwa 30 Räume aufgeteilt. Tagsüber heizen sich die Zelte auf und nachts halten die Hitze und die Moskitos die Menschen wach. Wenn es regnet läuft das Wasser in Strömen über den nackten Boden.

“Es gibt so viele Krankheiten, wir brauchen bessere Lebensverhältnisse.”

“Mein Mann ist schon in der Krankenstation,” sagt Sandrine. “Er hatte Bauchkrämpfe und eine Erkältung. Wir leben hier nicht richtig.” Auch ihre ein Monat alte Tochter Promence ist schon erkältet und weint heiser vor sich hin.

“Die Flüchtlinge, die aus Burundi und dem Kongo geflohen sind und in Tansania um Asyl bitten, haben alles verloren und kamen mit Nichts hier an”, sagt Chansa Kapaya, UNHCR-Repräsentantin in Tansania. “Unterkünfte sind nur eins der vielen grundlegenden Bedürfnisse, die wir jeder Familie hier zu gewähren versuchen. Richtige Unterkünfte sind ein grundlegendes Menschenrecht und twas, das jeder Mensch braucht. Doch aufgrund der finanziellen Engpässe ist es für uns sehr schwierig jeder Flüchtlingsfamilie eine richtige Unterkunft zu geben.”

Ein Haus kostet 422 Euro
Kapaya führt aus, dass UNHCR bis zum Ende des Jahres etwa 18.000 Häuser aus sonnengetrockneten Lehmziegeln mit Blechdach bereitstellen will. Das wären zwar nur 38 Prozent, der eigentlich benötigten Unterkünfte, doch für mehr reichen die Mittel nicht aus. Jedes dieser Lehmhäuser kostet um die 500 US-Dollar (etwa 422 Euro).

Damit Sandrine und ihr Baby schnell in eine sichere Unterkunft umziehen können, ist weitere finanzielle Unterstützung notwendig. Je länger die finanziellen Engpässe bestehen, desto größer wird die Gruppe derjenigen, die in den Notunterkünften auf bessere Zeiten warten müssen.

Für Sandrine sind die Nächte und die Dunkelheit, das Schlimmste. “Wir haben eine Taschenlampe aber die Batterien sind alle und wir können uns keine neuen kaufen,” sagt sie und schaukelt Promence auf dem Schoß. “Ich warte darauf, irgendwohin zu gehen, wo es sicher ist.”

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